Riese Reus

Auch nach dem Spiel gegen 96 im Fokus: Marco Reus

Nach dem Abpfiff beginnt für Marco Reus die eigentliche Herausforderung. Plötzlich wirkt der Mann viel kleiner als in den 90 Minuten zuvor. Die vielen Mikrofone würde er am liebsten genauso umdribbeln wie die Gegenspieler auf dem Platz.

Marco Reus
Marco Reus

Weltklasse, aber bescheiden

Doch weil der 22-jährige Nationalspieler die Gepflogenheiten des Geschäfts längst verinnerlicht hat, bleibt er auch an der fünften Station, bei uns am ZDF-Mikrofon stehen.
Bescheiden, fast schüchtern schildert er die Art und Weise seiner beiden Tore. Wie gut, dass andere ein wenig mehr ins Schwärmen geraten. Kollege Mike Hanke spricht von "Weltklasse", Hannovers Trainer Mirko Slomka weiß, dass seine "Tempodribblings nur schwer zu unterbinden sind". Die 1:2-Niederlage von Hannover 96 in Mönchengladbach hat eine einzige Ursache: die fußballerische Klasse von Marco Reus, die an diesem Tag den Unterschied ausgemacht hat.

Seine Ballbehandlung ist nahezu perfekt, Reus' Aktionen gelingen in höchstem Spieltempo. Zudem besitzt der Gladbacher eine ausgeprägte Spielintelligenz, er hat diesen kaum erlernbaren Instinkt. Wohin muss ich laufen? Wohin spiele ich den Ball? Welche Option wähle ich beim Torabschluss? Reus' Vorstellung am vergangenen Samstag beantwortet all diese Fragen in Perfektion.

Im Bayern-Fokus


Weniger aufschlussreich gibt sich der Matchwinner dann während der verbalen Nachspielzeit in der Interviewzone. Das zuletzt häufiger öffentlich verbreitete Bayern-Interesse am Fußballer Reus möchte der Belobigte so gar nicht kommentieren.


Na klar, was soll auch einer dazu sagen, dem es sichtlich schwerfällt einzuräumen, dass ihm ein außerordentlich starkes Spiel gelungen ist. Marco Reus rettet sich an diesem Nachmittag in ein paar inhaltsleere Floskeln. Wer mag ihm das verübeln, nach einer branchenüblichen, typischen Bayern-Offensive.

Noch im Lernprozess

Immerhin hatte sich Gladbachs Übungsleiter Lucien Favre auf die meist gestellte Frage vorbereitet. "Marco macht ein Tor mit links, eins mit rechts, jetzt muss er nur noch Kopfballtore erzielen", sprach's und freute sich selbst diebisch über den gelungenen Gag, mit dem er suggerieren wollte, dass Reus noch im Lernprozess stecke, den er besser bei ihm in Mönchengladbach fortführen möge.


Für eine festgeschriebene Ablösesumme von 18 Millionen Euro könnte Reus die Borussia vor Ablauf seines Vertrages bis 2015 verlassen. Vieles spricht dafür, dass dieser bescheidene, schüchterne Instinktfußballer in naher Zukunft bei Borussia Mönchengladbach am besten aufgehoben ist, auch weil diese Interview-Marathons in München auf der Tagesordnung stehen.

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