Schalkes Kampfansage an den BVB

Am Samstag Derby bei Borussia Dortmund

Lange war es ruhig um Clemens Tönnies. Doch rechtzeitig vor dem Derby in Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr) hat sich der starke Mann auf Schalke in Stellung gebracht und eine Kampfansage an den Nachbarn geschickt. Tönnies will die Wachablösung im Revier.

Schalke-Spieler feiern den Sieg über den HSV
Mit dem 2:0 gegen den HSV ist Schalke auf Platz zwei gesprungen Quelle: AP

"Wir wollen auch langfristig wieder vor Dortmund stehen, wir wollen den BVB am liebsten wieder überholen", sagte der milliardenschwere Unternehmer im Interview mit dem "Kicker". Tönnies weiter: "Das muss aber noch nicht in dieser Saison sein - wenn es passiert, ist es natürlich trotzdem gut."

Lange Durstrecke

911 heißt zurzeit die magische Zahl in Gelsenkirchen. Was Autofans von einem Porsche träumen lässt und die ganze Welt an die Attentate vor 16 Jahren in New York erinnert, hat auf Schalke eine ganz andere Bedeutung:

911 Tage stand der BVB in der Bundesliga vor S04, ehe die Königsblauen mit dem 2:0-Sieg am vorigen Sonntag gegen den Hamburger SV die aktuell kriselnden Schwarzgelben in der Tabelle mal wieder hinter sich lassen konnten. Noch besser für den FC Schalke 04: Mit dem Sprung auf Platz zwei steht die beste Platzierung seit fünf Jahren zu Buche.

Euphorie ausleben

Doch während Tönnies, der sich im Signal Iduna Park gerne unter die S04-Fans im Stehblock auf der Nordtribüne mischt, schon vom Machtwechsel im Ruhrpott träumt, gehen die sportlich Verantwortlichen ganz cool mit dem plötzlichen Höhenflug um. "Wenn Schalke am Ende unter den ersten Vier steht, dann freuen wir uns - selbst wenn Dortmund einen Platz über uns stehen sollte", sagt Manager Christian Heidel.

Die Begeisterung im Umfeld will der in bisher zwei Derbys noch ungeschlagene Ex-Mainzer gleichwohl nicht bremsen: "Es wäre schlimm, wenn wir versuchen würden, die Euphorie bei unseren Anhängern zu kappen", betont Heidel, aber: "Wichtig ist, dass wir realistisch bleiben. Borussia Dortmund hat sich aufgrund der erfolgreichen letzten Jahre einen großen Vorsprung erarbeitet, und das müssen wir respektieren. Aber das heißt nicht, dass wir uns nicht darum kümmern, Schalke 04 nach vorne zu bringen."

Glücksgriff Tedesco

Den größten Anteil an dieser positiven Entwicklung wird Trainer Domenico Tedesco zugeschrieben. Nach etlichen Wechseln auf dem heißen Stuhl an der Schalker Seitenlinie hat der Bundesliga-Novize nur wenige Wochen gebraucht, um den Vorjahres-Zehnten wieder auf Kurs zu bringen - und zwar in Richtung Europapokal, im besten Fall eben in die Champions League.

Wenn ein Fußballlehrer einen klaren Matchplan hat und seine Handschrift zu erkennen ist, dann wird schnell von einem Konzepttrainer gesprochen. Tedesco, Einser-Absolvent an der Hennes-Weisweiler-Akademie, braucht derlei Prädikate nicht, obwohl er alle Voraussetzungen dafür mitbringt. Der 32-Jährige ist vor allem eins: modern im Umgang mit seinen Spielern und taktisch versiert.

Solide Truppe

Nicht nur mit der Versetzung von Max Meyer auf die bedeutsame Sechser-Position hat der Deutsch-Italiener bisher alles richtig gemacht. "Tedesco wird für uns von Jahr zu Jahr wertvoller. Ich bin überzeugt, dass wir mit unserem Trainer eine lange Zeit hier auf Schalke erleben werden", sagt Tönnies.

23 Punkte in bisher zwölf Partien erzählen vom neuen Schalke: einem Klub ohne Theater, mit einem von 100 auf 60 Millionen Euro verbilligten Etat und bis auf Leon Goretzka ohne Stars - und zumindest im Moment die Nummer eins im Revier.

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