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Vom Fels in die Halle

Studiogast Alexander Megos im Porträt

"Das ist wie Klettern an einer Raufasertapete." So drückte Reinhold Messner einmal seine Bewunderung für Spitzenkletterer aus. Alexander Megos gehört zu dieser Sorte Sportler. Am Samstag ist der 26-Jährige Gast im aktuellen sportstudio.

Sportkletterer Alexander Megos
Sportkletterer Alexander Megos
Quelle: dpa

Zum Klettern kam Megos durch seinen Vater. Schon als Alexander sechs Jahre alt war, nahm ihn Vater Jorgos mit in die Fränkische Alb. Mit zehn Jahren bewältigte Alexander Mehrseil-Kletterrouten bis zu 300 Meter. Damals war er nicht rein auf das Klettern fokussiert, sondern spielte Fußball, probierte die Leichtathletik und das Schwimmen aus. Doch nichts gefiel ihm so sehr wie das Klettern.

Die ersten Erfolge, auch in der Kletterhalle, ließen nicht lange auf sich warten. 2006 nahm Megos an seinen ersten bayerischen Meisterschaften teil, 2007 folgten nationale Meisterschaften. Ein Jahr später vertrat er Deutschland bei den Europameisterschaften, bevor er 2010 bei der Jugend-Weltmeisterschaft kletterte.

Der Weg nach oben

Ich glaube auch nicht, dass es dem Sport förderlich ist, wenn man ihm strikt alles unterordnet.
Alexander Megos

Seine Jugendtrainer Patrick Matros und Ludwig Korb betreuen Megos noch heute. Beide erkannten sein Talent und begleiteten ihn von den Anfängen, über den Bayernkader bis in den Nationalkader. In dieser Zeit verlor er aber nie das Felsklettern aus den Augen. 2009 kletterte er seine erste Route mit dem Schwierigkeitsgrad 8c. Zwei Jahre später bewältigte er im französischen Zentralmassiv seine erste 9a-Route, was dem fünftschwierigsten Grad entspricht.

Den großen Durchbruch schaffte Megos im Alter von 19 Jahren: Im spanischen Klettergebiet Siruana gelang ihm am 23. März 2013 die weltweit erste Onsight-Erstbegehung einer 9a-Route. Onsight bedeutet, dass Megos die Strecke direkt beim ersten Versuch vollständig geklettert ist, ohne vorher gesehen oder ausprobiert zu haben, wie die Route zu bewältigen ist.

Nach dem Abitur 2012 wollte Megos sich ein Jahr Zeit für das Klettern nehmen. Danach war ein Studium geplant. Das änderte sich jedoch mit der Erstbegehung in Spanien. Die anschließende mediale Aufmerksamkeit ermöglichte Megos  ein Leben als Profikletterer.

Spaß steht im Vordergrund

Der Ehrgeiz des Franken ist damit noch lange nicht gestillt. Er will sich immer weiter verbessern und trainiert akribisch bis zu 30 Stunden in der Woche. Megos habe aber auch gelernt, dass es Nachteile haben kann nur zu klettern,  sagt er in einem Interview auf www.bergsteiger.de: "Ich glaube auch nicht, dass es dem Sport förderlich ist, wenn man ihm strikt alles unterordnet.“ Genauso wichtig sei es ihm, den Spaß am Sport nicht zu verlieren.

In den vergangenen Jahren folgen neben zahlreicher Erstbegehungen und Wiederholungen schwieriger Kletterrouten weitere internationale Erfolge in der Halle. 2017 wird Megos Vize-Europameister im Bouldern, also dem Klettern in Absprunghöhe ohne Seilsicherung.

2018 gewinnt er bei der WM Bronze im Lead. Lead-Klettern ist an das klassische Felsklettern mit Seilsicherung angelehnt. Die Sportlerinnen und Sportler müssen in einer bestimmten Zeit eine Strecke bewältigen beziehungsweise höher klettern als die Konkurrenz.

Schwierige Entscheidung

Noch besser läuft es bei der WM 2019 im August dieses Jahres, als Megos in Japan die Silbermedaille in dieser Disziplin gewinnt. Dazu wird er im "Olympic Combined“ Achter und sichert sich damit einen Startplatz für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Die Entscheidung, an den Olympischen Spielen teilzunehmen, hatte sich Alexander Megos gut überlegt. Für ihn sei es eine große Umstellung. "Mein Fokus ist Felsklettern. Speed und Bouldern habe ich überhaupt nicht trainiert", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

Sportklettern - die Disziplinen

Neu bei Olympia 2020

Bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio kommen fünf neue Sportarten ins Programm:

  • Baseball/Softball
  • Karate
  • Skateboard
  • Surfen
  • Sportklettern
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