Traumberuf Tennisprofi

Andrea Petkovic zu Gast im "aktuellen sportstudio"

Andrea Petkovic mischt die internationale Tennis-Szene auf. Mit dem Halbfinal-Einzug beim WTA-Turnier in Miami erregte sie Aufsehen - und kletterte in der Weltrangliste in die Top 20. Am Samstag ist die deutsche Tennishoffnung Gast im "sportstudio".

Attraktiv, gut gelaunt, weltoffen und vielseitig interessiert - so präsentiert sich Andrea Petkovic dieser Zeit. Ihre aktuellen Erfolge und das stetige Klettern in der Weltrangliste freuen die Darmstädterin, bringen aber auch neue Erfahrungen und jede Menge Arbeit mit sich. Ihr innovativer "Petko-Dance", mit dem sie regelmäßig ihre Siege feiert, ist mittlerweile weltberühmt.

Hochbegabt und vielseitig interessiert


Das war nicht immer so. Zwar spielte die mittlerweile 23-Jährige von Kindesbeinen an Tennis, an eine Profi-Karriere dachte sie anfangs aber nicht. Neben dem Tennis studiert die Abiturientin, die die zehnte Klasse übersprungen hatte und die Schule mit einem Notendurchschnitt von 1,2 abschloss, Politikwissenschaften an der Fernuni Hagen. Not gegen Elend an der Torwand

Ein weiteres Steckenpferd Petkovic' ist die Musik. Hören, machen, singen - wenn auch nicht so gut wie Tennis spielen. "Musik ist ein zweiter Bestandteil meines Lebens", sagt Petkovic, die nach eigener Aussage eine Rockstar-Karriere der Tennis-Karriere sofort vorziehen würde. "Leider kann ich weder singen, noch beherrsche ich ein Instrument so gut, dass es sich lohnen würde, Tennis aufzugeben", so Petkovic. Immerhin hat sie bereits ein Lied herausgebracht. Zusammen mit dem befreundeten DJ Phil Fill entstand der Song "Ich will 'ne Band sein" in Eigenproduktion.

Traumberuf Tennisprofi


Am liebsten spielt Petko, so ihr Spitzname, aber Tennis. Die Initiative ging damals von ihrem Vater aus, einem ehemaligen Tennisprofi, der zu dieser Zeit als Trainer in einem Tennisclub in Darmstadt tätig war. "Mein erster und lebenslanger Trainer war mein Vater. Von ihm habe ich das Tennisspielen erlernt, von ihm hat sich die Leidenschaft für diesen Sport auf mich übertragen und von ihm habe ich alle technischen Feinheiten vermittelt bekommen", schreibt Petko auf ihrer Homepage.

Wie es dann dazu kam, dass Petkovic die Profi-Laufbahn einschlug, weiß sie heute selbst nicht mehr so genau. Dafür aber umso genauer, wann sie es wollte. Nach ihrem ersten großen Auftritt auf der Tennisbühne, der in einem Debakel endete, wusste sie: "Das ist genau das, was ich machen will: Tennis spielen!"

Siege und Rückschläge

Es war das Jahr 2008 bei den Australian Open, Petkovic stand erstmals auf einem großen Platz, spielte vor einem großen Publikum gegen eine Top-Ten-Spielerin. Auch das Fernsehen war dabei. Es dauerte keine fünf Minuten, da passierte das Unglück: Petko riss sich das Kreuzband - acht Monate Pause. Während der Zwangspause merkte sie, wie sehr ihr der Tenniszirkus und alles drumherum fehlte. Seitdem weiß sie, dass Tennisprofi ihr Traumberuf ist.

In den Jahren zuvor hatte die Darmstädterin schon etliche Erfolge gefeiert. 2004 gewann sie im Alter von 16 Jahren in Antalya erstmals ein ITF-Turnier, darauf folgten Siege in Podgorica (2004), Davos und Alphen aan den Rijn (beide 2005). Einen weiteren Titel holte sie im September 2006 in Sofia. Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner wurde auf das aufstrebende Talent aufmerksam und holte sie im Jahre 2007 in ihr Team. Es ging immer weiter aufwärts, bis zu besagtem Kreuzbandriss.

"Ich liebe das Leben"

Doch auch die Verletzung steckte die ehrgeizige Petkovic weg, kämpfte sich wieder an die Weltspitze heran. Und begann gleichzeitg ihr Studium. Jetzt sitzt sie oft zwischen zwei Trainingseinheiten und an Turniertagen lernend "in der Ecke, während andere ihre Freizeit genießen", so Petkovic.


Das brachte ihr das Image einer Vorzeige-Intellektuellen ein. "Ich sitze aber nicht den ganzen Tag herum und zitiere Sartre oder Goethe. Ich bin 23 Jahre jung, liebe das Leben und habe 1000 andere Facetten", sagte sie einst zur "Bild".

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