Unterhaltsame Unaufhaltsame

Borussia Dortmund - der Titelträger 2011

Der BVB lieferte am Freitag in Leverkusen sein Meisterstück ab. Der 3:1-Sieg beim bis dato ärgsten Verfolger war eine 90-minütige Demonstration Dortmunder Dominanz. Die Schwarz-Gelben bewiesen schlichtweg, sie sind einfach die Besten in dieser Saison.

Da sitzt Michael Ballack neben Arturo Vidal, Sami Hyypiä und Tranquillo Barnetta auf der Leverkusener Bank. Alles klasse Fußballer, Nationalspieler, Stars. Und man denkt: Wow! Was für ein starker Kader! Wenn die schon auf der Bank sitzen, wie gut muss denn die Mannschaft sein, die auf dem Rasen steht? Doch weit gefehlt. Es ist kein richtiges Team, es sind nur viele gute Einzelspieler auf Leverkusener Seite.

Der Star ist das Team


Borussia Dortmund ist ein Team. Ein echtes Team, die vielen Milchbubis in Gelb-Schwarz sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Sie laufen und lachen zusammen, sie ackern und arbeiten zusammen, und sie spielen fantastischen Fußball zusammen. Klar, es gibt tolle Einzelspieler, Nuri Sahin etwa oder der erst 18-jährige Mario Götze oder auch Mats Hummels oder der in der Hinrunde überragende Japaner Shinji Kagawa. Der fehlte in Leverkusen wegen seiner Teilnahme am Asien-Cup, aber das fiel überhaupt nicht auf. Der Star ist das Team.

Einer für alle, alle für einen. Auch wenn es abgedroschen klingt: der BVB ist eine Musketier-Mannschaft. In der Truppe stimmt es einfach, es gibt keine Skandale und keine Meuterei. Hier streikt keiner und hier kommt auch keiner zu spät aus dem Winterurlaub, eher kommen sie zu früh, um sich gegenseitig wieder in den Arm zu nehmen oder mit ihrem Trainer Jürgen Klopp Spaß zu haben. Sie sind die unterhaltsamen Unaufhaltsamen.

Alles funktioniert

Und weil sie sich so gut verstehen, weil sie füreinander da sind und weil jeder für jeden kämpft und rennt und grätscht, sind sie so unaufhaltsam. Jürgen Klopp hat nach der Partie gesagt: "Unser Spiel funktioniert." Genau das meint er damit: Es funktioniert in der Liga, weil das von ihm gescoutete und geformte Team funktioniert.


Das Dortmunder Spiel mit frühem Forechecking, sehr schnellem Umschalten und vielen kurzen Ballstafetten ist kraft- und laufintensiv. Und es kann nur optimal durchgeführt werden, wenn alle mitmachen, alle sich bewegen und alle voneinander wissen, wo, wann und wie sie am liebsten laufen und passen. Das zeigten die vielen jungen, 21-jährigen Dortmunder auch in Leverkusen.

Echte Musketiere

Es ist große Kunst, ästhetischer Fußball, ein Meisterwerk. Nicht nur, dass sie in sechs Minuten drei Tore erzielten, sie ließen Bayer oft orientierungslos zurück und hatten das Spiel immer unter Kontrolle. Der beste Beleg für das von Klopp angesprochene "funktionierende Spiel": das 3:0. Kevin Großkreutz hatte vorher zwei Tore erzielt, ist der Mann der Partie, könnte sich feiern lassen und sich zurücknehmen und durchatmen.


Aber er powert weiter, stellt sich weiter in den Dienst seiner Truppe und bereitet mit einem berherzten Ballgewinn das 3:0 von Mario Götze vor. Einer für alle, alle für einen. Eine Musketier-Mannschaft. Es macht Spaß, ihnen zuzugucken. Es ist fantastisch zu sehen, dass ein echtes Team ohne egoistische Einzelspieler und meckernde Millionäre den Titel 2011 gewinnt. Herzlichen Glückwunsch Jürgen Klopp, herzlichen Glückwunsch dem begeisternden BVB!

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