Voller Einsatz für München 2018

Zugpferde der Münchner Olympia-Bewerbung zu Gast im Studio

Sie möchte die Olympischen Winterspiele 2018 nach München holen, ist die Botschafterin des DOSB und das Gesicht der Münchner Bewerbung. Katarina Witt tut alles, damit Deutschland den Zuschlag erhält. Bernhard Schwank unterstützt sie dabei.

Es ist zwar noch ein halbes Jahr hin, wenn am 6. Juli 2011 die Entscheidung fällt, welche Stadt die Olympischen Winterspiele 2018 ausrichten darf, doch für Witt und den Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft Schwank steht am 11. Januar schon der nächste Meilenstein in Sachen Olympia-Bewerbung auf dem Programm. Denn dann geben neben München auch die beiden Mitbewerber Annecy (Frankreich) und Pyeongchang (Südkorea) das große Bid Book beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ab. Anfang März kommt die IOC-Evaluierungskomission in München vorbei.

Von der Fehlbesetzung zum Zugpferd

Dass die Münchner Bewerbung im Rennen um 2018 bislang eine sehr gute Figur macht, liegt nicht zuletzt an Kati Witt. Dabei waren sie in Bayern am Anfang skeptisch. Eine Sächsin als Frontfrau der Münchner Bewerbung? Da wollten viele nicht daran glauben, dass dieses Konzept Erfolg haben könnte. Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München, hatte sie sogar als Fehlbesetzung bezeichnet.

Eine Fehleinschätzung, wie sich herausstellen sollte. Denn Katarina Witt ist ein echter Profi im Umgang mit der Öffentlichkeit: Sie bezirzt Publikum und Jury wie einst auf dem Eis.

Anerkannt und standesgemäß


Sie wird, nicht unwichtig, von den IOC-lern und der olympischen Familie offenbar als standesgemäßes Mitglied wahrgenommen. Und ihre Kritiker im eigenen Land hat sie schon längst überzeugt.


"Sie engagiert sich mit einem fast preußischem Pflichtbewusstsein, sie steigt sogar mir auf die Zehen, was ich noch alles zu tun habe", lobt Münchens Oberbürgermeister Christian Ude die ehemalige Eisprinzessin. Das Prinzip Witt ist ein deutsches Erfolgsrezept im Ringen um die Winterspiele 2018. Die zweimalige Olympiasiegerin im Eiskunstlauf stellt sich voll und ganz mit der ihr eigenen Leichtigkeit in den Dienst der Sache.

Auf den Spuren Beckenbauers

So wie Franz Beckenbauer die Fußball-WM 2006 mit leichter Hand und einem Pfeifen auf den Lippen geholt hat - so sollte es im besten Falle auch bei Olympia 2018 laufen. Die "Süddeutsche Zeitung" taufte Witt sogar "Die Beckenbauerin". "Wenn mich jemand mit Franz Beckenbauer vergleicht, sehe ich das als tolles Kompliment", sagt sie.

Doch ihr ehrenamtliches Engagement ist ein Vollzeit-Job: "Ich habe alle anderen beruflichen Verpflichtungen absagen müssen und kümmere mich nur um die Bewerbung." Denn wenn München am 6. Juli 2011 in Durban den Zuschlag erhalten soll, muss noch eine Menge Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Starkes Konzept


Deutschland braucht die Mehrheit der 100 meist männlichen Stimmberechtigten im Kampf mit dem Außenseiter Annecy und dem zweimal gescheiterten Favoriten Pyeongchang. "Wir werden eine Menge Menschen beim IOC besuchen müssen. Es liegt noch sehr viel Überzeugungsarbeit vor uns", sagt Katarina Witt.
Das "Festival der Freundschaft", das Motto der Bewerbung Münchens, stellt "den Sport in den Mittelpunkt Olympischer und Paralympischer Winterspiele zu stellen", so Witt. Neben einem an den "Bedürfnissen der Athleten und des Sports ausgerichteten Konzept" (Witt) wirbt München 2018 auch weiterhin mit seinem Konzept von nachhaltigen Spielen - trotz des Parteitags-Votums der Grünen gegen Winterspiele im ökologisch sensiblen Alpenraum.


"Unser Konzept ist stark, gerade wenn es um Athleten- und Umweltfreundlichkeit geht. Dies müssen wir auch weiterhin authentisch und sympathisch kommunizieren", sagt Bernhard Schwank, Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft. "München 2018"- Chef Schwank unterstützt Kati Witt bei den Präsentationen. Und auch er hält große Stücke auf Witt: "Katarina Witt ist für uns von besonderer Bedeutung. Sie gibt charmant und überzeugend dieser Bewerbung ein hervorragendes Gesicht."

Bauern-Protest trübt Stimmung

Bei allem verhaltenen Optimismus wissen die Münchner aber auch, dass der kleine Vorsprung, den sie derzeit zu haben scheinen, bis zur Entscheidung schnell wieder verspielt werden kann. "Die Rückmeldungen, die wir bekommen, zeigen aber, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Aber wir haben auch kritische Anmerkungen bekommen, die wir in unsere Arbeit einfließen lassen werden", sagt Schwank.

Damit meint er wohl auch die Bauern aus Garmisch-Partenkirchen, die ihre Grundstücke nicht für etwaige Olympia-Sportstätten hergeben möchten. 59 Grundstücksbesitzer hatten in einem Brief an das Internationale Olympische Komitee (IOC) ihre Weigerung bekräftigt, ihren Grund und Boden für die Dauer Olympischer Spiele zur Verfügung zu stellen. Zudem hatten sie der bayerischen Staatsregierung sogar ein Ultimatum gestellt - mit der Forderung, die Bewerbung um Olympia 2018 zurückzuziehen.

Wie es im Streit mit den Bauern weitergeht, welche Chancen die Bewerbung hat und wie es bis zur Entscheidung weitergeht verraten die beiden Olympia-Botschafter am Samstag ab 23 Uhr im "aktuellen sportstudio".

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