Volleyballer stehen im EM-Finale

Dank einer furiosen Aufholjagd hat die Mannschaft von Bundestrainer Andrea Giani mit dem 3:2 (24:26, 15:25, 25:18, 27:25, 15:13)-Sieg im Halbfinal-Krimi gegen den Favoriten Serbien in Krakau ihre erste EM-Medaille sicher.

Volleyball Deutschland - Serbien
Volleyball Deutschland - Serbien Quelle: dpa

Im Finale am Sonntag (20.30 Uhr) entscheidet sich entweder gegen Rekordtitelträger Russland oder Belgien, welches Edelmetall die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) nach Hause bringt. In der Tauron-Arena agierten die Deutschen zu Beginn ein wenig verhalten, die Serben wirkten aggressiver. Diagonalangreifer Georg Grozer scheiterte mit seinen Angriffen oft am überragenden serbischen Block.

Team verunsichert

Dank einer besonnenen und konzentrierten Mannschaftsleistung blieb das Team dran, doch es reichte nicht zum Satzgewinn. Im zweiten Durchgang mussten Grozer und Co. den zweimaligen Europameister davonziehen lassen, das neu formierte deutsche Team wirkte verunsichert. "Wir müssen daran glauben und mutig sein. Wenn wir einen guten Aufschlag hinlegen, dann sind die nicht besser als wir", forderte Kampa vor der zehnminütigen Pause.

Die Mannschaft folgte seinem Rat, Kampa selbst legte sogar gleich zwei Asse hin und sorgte für eine Sieben-Punkte-Führung, die das Team dank einer deutlichen Leistungssteigerung sicher nach Hause brachte und auf 1:2 herankam. Am Ende war es eine Frage der Nerven, Deutschland lieferte den Serben nun endlich eine Partie auf Augenhöhe. Der Gegner wackelte, das DVV-Team schaffte den Ausgleich und konnte im Tiebreak trotz einer Verletzung von Grozer bestehen. Die deutsche Mannschaft setzte damit ihre Erfolgsgeschichte in Polen fort.

Lob für Giani

Nach drei Siegen in der Vorrunde und der damit verbundenen direkten Qualifikation für das Viertelfinale hatte die Giani-Auswahl das erste Teilziel bereits erfüllt. "Wir können sehr, sehr zufrieden sein. Wir liegen sicherlich oberhalb unserer Erwartungen," hatte DVV-Vizepräsident Heinz Wübbeda bereits vor der K.o.-Runde bilanziert. Der Verband hatte Giani als Trainer verpflichtet, um den Generationenwechsel in der Mannschaft voranzutreiben und Deutschland in der Weltspitze zu etablieren.

Nach den Enttäuschungen in der WM-Qualifikation und der Weltliga erntet der Coach, der schon die slowenische Nationalmannschaft 2015 überraschend zu EM-Silber geführt hatte, nun die ersten Früchte. Dass die Mannschaft gegen Serbien, in Europa drittbestes Team hinter den früh gescheiterten Franzosen und Russland, bestehen konnte, wird sie weiter beflügeln.

Schließlich könnte im Endspiel noch der ganz große Wurf gelingen. Bisher hatte noch nie eine deutsche Männer-Mannschaft bei Kontinentalmeisterschaften Edelmetall gewonnen. Die besten Ergebnisse waren zwei vierte Plätze aus den Jahren 1991 und 1993.

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