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Ein Schritt zurück - und dann?

3. Bundesliga-Spieltag: Borussia Mönchengladbach - Schalke

Der Saisoneinstieg ging bei Vizemeister Schalke böse daneben, in Gladbach droht nun die dritte Niederlage im dritten Ligaspiel. Grund genug für den tüftelfreudigen Cheftrainer Domenico Tedesco, seine taktischen Ambitionen fürs Erste etwas zu drosseln.

Gladbachs Trainer Hecking und Schalkes Trainer Tedesco
Gladbachs Trainer Dieter Hecking (li.) mit Schalkes Coach Domenico Tedesco
Quelle: imago

Dieter Hecking ist nicht nur einer der erfahrensten, sondern auch einer der respektvollsten Trainer in der Bundesliga. Die Heimpartie seiner Gladbacher gegen den miserabel gestarteten Nachbarn aus Gelsenkirchen bietet dem 54-Jährigen da den passenden Anlass, mal wieder den Gentleman aus der Coaching Zone zu geben.

Und also sagt Hecking: „Schalke ist vom Kader noch ein Stück weit besser aufgestellt als wir.“ Dementsprechend müsse sein Team den Gegner erwarten – und dabei beherzigen: „Unsere Aufgabe wird es sein, Schalke vor Probleme zu stellen.“

Bemerkenswert einfallslos

Den bisherigen Widersachern des punktlosen Vizemeisters ist das erstaunlich gut gelungen. Zum Auftakt nutzte Wolfsburg die Wackelkontakte im Spielaufbau der Königsblauen zu erfolgreichen Kontern. In Runde zwei setzte die Hertha aus der Hauptstadt ihre bemerkenswert einfallslosen Gastgeber auf sehr schlichte Weise matt – indem sie Sebastian Rudy, Schalkes prominenten Neuzugang aus München, mit messerscharfer Manndeckung traktierte.

„Das war eine uralte Methode, wir vor 20 oder 30 Jahren“, feixte Berlins Übungsleiter Pal Dardai. Während S04-Kollege Domenico Tedesco nach dem Fehlstart in die Saison für die Partie in Mönchengladbach rasch ankündigte: „Was wir können, werden wir stärken, und was wir nicht können, werden wir in Zukunft lassen.“

Tedescos Botschaft

Mit einem wenig aufregenden, sehr pragmatischen Zermürbungsstil arbeitete sich seine Mannschaft in der Vorsaison souverän zurück in die Champions League. Doch Tüftler Tedesco dämmerte schon, dass die Konkurrenz sich gegen das recht simple Schalker Erfolgsrezept den Sommer über wappnen würde. Also lautete die zentrale Botschaft des 33-Jährigen an sein Team: „Wir müssen grundsätzlich flexibler werden.“

Tedescos Entwicklungspolitik zielt – bei Bedarf – auf die Erweiterung des einstigen Heiligtums Dreierkette auf eine Viererabwehr ab, oder auf den Dreh hin zu mehr Ballbesitz. Gegen Berlin schlug dieser Versuch allerdings grandios fehl: Der vermehrte Ballbesitz war für die wenig kreativen Schalker – die, inklusive dem 2:0 im Pokal in Schweinfurt, in dieser Saison noch keinen Treffer aus dem Spiel heraus zustande brachten – mehr Last als Lust.

Neuankömmlinge in Findungsphase

Sebastian Rudy
Sebastian Rudy
Quelle: imago

Bei den Gladbachern, die mit vier Punkten gut aus den Startlöchern kamen, dürfte Tedescos oberstes Gebot daher die Rückbesinnung auf die eherne Stabilität des letzten Jahres sein. Leitgedanke: Erst mal einen Schritt zurück, um dann – hoffentlich – demnächst zwei Schritte nach vorne machen zu können.

Für den im Nationalteam aktuell in die Warteschleife beförderten Sebastian Rudy, einen erklärten Freund des Ballbesitzfußballs, ist das keine gute Nachricht. Doch die neue Kollegenschar des gebürtigen Schwarzwälders muss sich erst einmal finden. Weil neben Rudy, der den zu den Bayern abgewanderten Leon Goretzka als Stratege im Mittelfeld beerben soll, auch andere Neuankömmlinge wie Mark Uth, Salif Sané oder Suat Serdar noch nicht Fuß gefasst haben bei S04.

Rudys Lektion

Die Basis auf dem Berger Feld muss gerade neu gelegt werden – und eines hat der Dirigent in spe der Königsblauen dabei in den zwei Wochen seit dem Einstiegskater gegen Berlin gelernt. „Falls ich noch mal in Manndeckung genommen werde“, betont der 28-jährige Rudy, „weiß ich jetzt, wie ich es lösen muss.“

  • Den ausführlichen Spielbericht mit Interviews gibt's am Samstag ab 23:30 Uhr im aktuellen sportstudio

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