Wechsel-Wahnsinn auf den Trainerbänken

Transferregeln für Fußballlehrer sind nötig

Zirkus, Tollhaus, Irrenanstalt - die Bundesliga bringt sich selbst um ihren guten Ruf. Viele Fußballexperten schütteln nur noch den Kopf über die Fire and Hire-Mentalität auf den Trainerbänken der Liga. Abhilfte tut Not.

Jetzt also auch Robin Dutt. Er wechselt von Freiburg nach Leverkusen. Zwar erst nach der laufenden Spielzeit, doch Gedanken über seinen neuen Arbeitgeber hat er sich auf alle Fälle schon jetzt gemacht, wahrscheinlich auch schon längst mit Leverkusen den neuen Vertrag ausgehandelt und vielleicht sogar schon unterschrieben. Obgleich er in Freiburg noch ein Arbeitspapier bis 2012 besitzt. Wechsel-Wahnsinn wohin man auch schaut in der Bundesliga.

Tollhaus Bundesliga


Ralf Rangnick wurde erst in Hoffenheim entlassen, sagt dann, er wolle nicht vor der neuen Saison wieder arbeiten und jetzt ist er der neue Cheftrainer auf Schalke. Und Felix Magath? Ein noch verrückterer Fall: Mittwoch in Gelsenkirchen gefeuert, am Donnerstag in Wolfsburg als neuer Trainer und Heilsbringer gefeiert.


Fire and Hire - die Bundesliga spielt völlig verrückt. Verträge und Vernunft zählen nicht mehr, die Vorstände und Trainer machen, was sie wollen. Franz Beckenbauer nennt die Liga "einen Zirkus". Louis van Gaal, der Bayern-Trainer, sagt: "Es ist verrückt". Beide haben Recht, die Bundesliga gibt zurzeit ein erbärmliches Bild ab.

Gute Trainerleistung nur Randnotiz

Wer leidet am meisten darunter? Die deutsche Trainerzunft. Denn mittlerweile spricht keiner mehr über die vielen jungen, guten, modernen, kreativen Trainer im Profifußball, die zu ihren Vereinen stehen und bescheiden und zurückhaltend tolle Arbeit leisten. Jürgen Klopp in Dortmund, Mirko Slomka in Hannover, Holger Stanislawski bei St. Pauli oder auch Thomas Tuchel in Mainz.

Transferordnung für Trainer

Der erhielt in den letzten Tagen den Trainerpreis des deutschen Fußballs vom DFB. Hat darüber jemand geschrieben? Kaum einer, es blieb nur eine Randnotiz neben den wilden Wechselspielen von Magath und Co.
Der deutsche Fußball muss sich schnellstmöglich überlegen, ob er diesen Wechsel - Wahnsinn auf den Trainerbänken weiterhin toleriert. Louis van Gaal hat angeregt, es müsse auch für Trainer ein Transferfenster geben.

Warum nicht! Spieler dürfen auch nicht am Mittwoch noch für Schalke und am Donnerstag für Wolfsburg spielen. Laut Statuten darf ein Spieler erst ein halbes Jahr vor Ablauf seines Vertrages von einem anderen Verein angesprochen werden. Das ist auch gut so. Also: Transferstatuten auch für Trainer. Und zwar schnell.

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