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DEB-Team hat Nervosität abgelegt

Bundestrainer Marco Sturm bei Absprachen

Sport - DEB-Team hat Nervosität abgelegt

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft verpasst beider WM eine Überraschung. Gegen Titelverteidiger Kanada spielte man lange gut mit, am Ende verlor das DEB-Team 2:5.

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Bei der Eishockey-WM in Russland zeigte die deutsche Mannschaft unter dem neuen Bundestrainer Marco Sturm bislang Licht und Schatten. Nach nervösem Start ins Turnier steigerte sie sich – und schnupperte sogar an einer Sensation. Eine Zwischenbilanz.

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft war mit großen Erwartungen ins Turnier gestartet: Vier NHL-Cracks und das WM-Debüt von Marco Sturm als Coach sorgten bei den Fans für große Vorfreude. Doch das DEB-Team startete nervös, verlor völlig unnötig zwei Punkte gegen Frankreich (2:3 nach Penaltyschießen) und wirkte auch gegen Titelkandidat Finnland (1:5) zeitweise fahrig. Doch seit dem überraschend deutlichen 5:1-Sieg gegen Ex-Weltmeister Slowakei läuft es für die deutsche Mannschaft.

Stärken

Kämpferisch war der Mannschaft von Anfang an wenig vorzuwerfen. Bis auf ein allzu ehrfürchtiges Auftreten im 1. Drittel gegen Finnland war das DEB-Team stets präsent. Seit dem Slowakei-Spiel ist auch das Selbstvertrauen da. Körperspiel und taktische Disziplin sind seither ebenfalls verbessert. Das Ergebnis: Siege gegen die Slowakei und Weißrussland, außerdem ein bärenstarker Auftritt im Kräftemessen mit den haushoch favorisierten Kanadiern, zu deren Gunsten das Spiel erst im letzten Drittel kippte (2:5). Stark zudem das deutsche Überzahlspiel, von dem entgegen der Gewohnheit Einiges an Torgefahr ausgeht.

Schwächen

Unnötige Strafzeiten und ein verbesserungswürdiges Unterzahlspiel gehören derzeit noch zu den größten Baustellen im Spiel der deutschen Mannschaft. Überhaupt fehlt es in der Abwehrarbeit noch zu oft an der Zuordnung – so fiel etwa das entscheidende 3:2 der Kanadier, weil man den brandgefährlichen Taylor Hall vor dem Tor völlig frei zum Abschluss kommen ließ.

Wer hat überzeugt?

Auch wenn die Fangquote von 85,3 Prozent eigentlich ein schwacher Wert ist – Torwart Timo Pielmeier wusste bislang durchaus zu überzeugen. Bei vielen Gegentoren hatte er entweder keine Sicht oder der Puck wurde unhaltbar abgefälscht. Einzig gegen Kanada unterlief ihm ein Patzer. NHL-Routinier Christian Ehrhoff ist der Regisseur in der Verteidigung und mit Abstand der Spieler mit der meisten Eiszeit bisher. Die gefährlichste Angriffsreihe bildet das Kölner Gespann Hager-Gogulla gemeinsam mit dem feinen Techniker Felix Schütz (Rögle BK/Schweden). Die Entdeckung des Turniers: Stürmer Dominik Kahun vom Deutschen Meister EHC Red Bull München. Der 20-jährige Wirbelwind sorgt für das Überraschungsmoment im Angriff und steht mittlerweile auch in Schlüsselsituationen auf dem Eis.

Wer hat enttäuscht?

Die Enttäuschung dieser WM ist aus deutscher Sicht Jung-Star Leon Draisaitl (Edmonton Oilers), der bislang die hohen Erwartungen nicht erfüllen konnte. Unter anderem fällt auf, dass er kaum einmal den Puck aufs gegnerische Tor bringt. Vielleicht bringt sein Treffer gegen Weißrussland nun Auftrieb. Auch der zweite NHL-Angreifer, Tobias Rieder (Arizona Coyotes), der zudem nun verletzt ist, und Kapitän Marcel Goc sind noch nicht wie erhofft in Erscheinung getreten.

Die deutsche Mannschaft hat sich im Laufe des Turniers das Selbstvertrauen erarbeitet, das ihr am Anfang gefehlt hat. Zudem dürfte der nachgereiste NHL-Goalie Thomas Greiss eine Verstärkung sein. Um ins Viertelfinale einzuziehen, braucht die deutsche Mannschaft aus den letzten beiden Vorrundenspielen wohl zumindest noch drei Punkte.

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