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Köln verliert wieder - Hertha rettet Punkt in Wolfsburg

Fußball-Bundesliga: 11. Spieltag

Köln bleibt in der Fußball-Bundesliga weiterhin ohne Sieg. Der FC verliert zu Hause mit 0:3 gegen Hoffenheim. Zum Abschluss des 11. Spieltags teilten sich Wolfsburg und Hertha die Punkte. Am Samstag verschärfte der FC Bayern mit einem 3:1 die Mini-Krise des BVB, der jetzt hinter Leipzig nur noch Tabellendritter ist. RB gewann das Verfolgerduell gegen Hannover mit 2:1. Schalke ist durch ein 1:0 in Freiburg auf Platz vier vorgerückt. Der HSV gewann erstmals seit dem 25. August und setzte sich mit 3:1 gegen Stuttgart durch. Mainz und Gladbach trennten sich ebenso remis wie Augsburg und Levekusen.

Yuya Osako, Konstantin Rausch und Pawel Olkowski sind nach Spielende enttäuscht
Yuya Osako, Konstantin Rausch und Pawel Olkowski sind nach Spielende enttäuscht Quelle: imago

VfL Wolfsburg - Hertha BSC 3:3 (2:1)

Der Wolfsburger Mario Gomez verschießt den Elfmeter gegen Torwart Rune Jarstein
Mario Gomez verschießt den Elfmeter gegen Torwart Rune Jarstein Quelle: imago

Bundesliga-Remiskönig Martin Schmidt regiert weiter. Auch gegen Hertha BSC kam der Trainer des VfL Wolfsburg mit den Niedersachsen nicht über ein 3:3 (2:1) hinaus. Mit dem siebten Unentschieden in Serie stellten die Norddeutschen einen neuen Vereinsrekord auf. In einer turbulenten Partie, in die der Videoassistent mehrfach eingriff, erzielten Yunus Malli per Kopfball in der 41., Mannschaftskapitän Mario Gomez in der 44. Minute und Divock Origi nach exakt einer Stunde die Tore für die Platzherren.

Mit seinem ersten Treffer seit 900 Minuten hatte Vedad Ibisevic die Gäste schon nach 22 Sekunden in Führung gebracht, es war das bislang schnellste Saisontor. In der zweiten Halbzeit gelang Karim Rekik per Kopfball nach Freistoß (53.) der zwischenzeitliche 2:2-Ausgleich, ehe am Ende Davie Selke (83.) den Gästen einen Punkt rettete. Bei zwei weiteren umstrittenen Situationen jubelten die 25.214 Zuschauer zu früh. In der 5. und 27. Minute lag der Ball bereits jeweils im Berliner Tor, doch Schiedsrichter Robert Kampka aus Mainz nahm die vermeintlichen Treffer nach Hinweisen aus Köln beide Male wegen Abseitsstellungen wieder zurück. Aber auch die Wolfsburger selbst ließen ihr Publikum aufstöhnen. Torjäger Gomez schoss in der 20. Minute den Ball bei einem Foulelfmeter an die Latte, sein Trainer Schmidt fiel vor der Auswechselbank vor Verzweiflung auf die Knie.

1. FC Köln - TSG Hoffenheim 0:3 (0:1)

Die umjubelten Europa-League-Gewinner des 1. FC Köln bleiben in der Fußball-Bundesliga nur ein Punktelieferant und rauschen ungebremst dem sechsten Abstieg der Vereinsgeschichte entgegen. Drei Tage nach dem ersten Sieg im Europacup seit 25 Jahren (5:2 gegen BATE Borissow) kassierten die Kölner in der Liga wieder eine ernüchternde 0:3 (0:1)-Heimniederlage gegen 1899 Hoffenheim. Mit kümmerlichen zwei Punkten bleibt der FC auch nach dem elften Spieltag abgeschlagen Tabellenletzter. Auch die erst vier Saisontore zu diesem Zeitpunkt wurden in der Bundesliga-Historie noch nie unterboten. Die abgezockten Hoffenheimer beendeten durch die Treffer von Eigengewächs Dennis Geiger (10.) und zweimal Sandro Wagner (56., Foulelfmeter/80.) dagegen nach vier Spielen ohne Sieg die längste Negativserie in der Amtszeit von Trainer Julian Nagelsmann und zeigten sich gut erholt vom späten Punktverlust in der Europa League bei Basaksehir Istanbul (1:1). Als Fünfter hat die TSG nur drei Zähler Rückstand auf den Tabellenzweiten RB Leipzig.

Enttäuschende Begleiterscheinung auf Kölner Seite: Wieder einmal beleidigten Fans in mehreren Gesängen und mit einem geschmacklosen Plakat Dietmar Hopp. Dabei hatte Geschäftsführer Alexander Wehrle die FC-Anhänger nach den Vorfällen im Vorjahr und den jüngsten Beleidigungen durch Mönchengladbach-Fans dazu aufgerufen, Hoffenheims Mäzen fair zu behandeln. Er forderte zur leidenschaftlichen Unterstützung des Teams auf, «ohne sich mit Spruchbändern und Parolen am Gegner - namentlich: Dietmar Hopp - abzuarbeiten.»

Borussia Dortmund - Bayern München 1:3 (0:2)

Dank Rekord-Torschütze Arjen Robben hat der FC Bayern München seine Siegesserie unter Trainer Jupp Heynckes auch im Bundesliga-Gipfel fortgesetzt und sich im Kampf um die Meisterschaft erst einmal abgesetzt. Durch das verdiente 3:1 (2:0) bei Borussia Dortmund feierten die Münchner im siebten Pflichtspiel unter dem 72 Jahre alten Coach den siebten Sieg und bauten die in der Vorwoche eroberte Tabellenführung auf vier Punkte vor RB Leipzig aus.

Der Niederländer Robben war mit dem 1:0 (17. Minute) Wegbereiter und ist mit nun 93 Bundesliga-Toren vor Giovane Elber bester ausländischer Torschütze des Rekordmeisters. Der rechtzeitig fit gewordene Robert Lewandowski (37.) und David Alaba (67.) legten für die trotz einiger BVB-Chancen überraschend dominanten Bayern nach. Mit seinem elften Treffer übernahm der Ex-Dortmunder Lewandowski auch die alleinige Führung in der Torschützenliste vor dem seit fünf Pflichstpielen glücklosen Borussen Pierre-Emerick Aubameyang. Das schöne Tor zum 3:1 von Marc Bartra (88.) war nur für die Statistik. Der BVB, der vor vier Wochen als Tabellenführer noch fünf Zähler Vorsprung auf den Dauerrivalen hatte, liegt jetzt sechs Punkte zurück. Da zudem das Vorrunden-Aus in der Champions League fast schon besiegelt ist, befindet sich der BVB in einer echten Krise.

RB Leipzig - Hannover 96 2:1 (0:0)

Nach dem erlösenden Sieg herzte Trainer Ralph Hasenhüttl jeden Spieler einzeln. Das hart erkämpfte erste Erfolgserlebnis am Ende eines Elf-Tage-Extrembelastungstests lässt RB Leipzig zufrieden und stolz in die Länderspielpause gehen. «Es ist optimal, nach den drei verlorenen Spielen mal wieder gewonnen zu haben», sagte Kapitän Diego Demme nach dem 2:1 (0:0)-Sieg im Duell mit dem starken Aufsteiger Hannover 96. «Es ist ein sehr, sehr wichtiger und sehr schwer erarbeiteter Sieg», meinte sein Coach.

Torschütze Yussuf Poulsen
Torschütze Yussuf Poulsen Quelle: epa

Danken hatten beide vor allem einem: Timo Werner. Der 21 Jahre alte deutsche Nationalstürmer legte Yussuf Poulsen zum Ausgleich in der 70. Minute auf, den Siegtreffer vor 40.461 Zuschauern in der Red Bull Arena erzielte Werner eine Viertelstunde später selbst. «Er nähert sich langsam wieder seiner Topform», sagte Hasenhüttl. «Dass das für uns enorm wichtig ist, steht außer Frage.» Dank Werner und dank einer Leistungssteigerung nach den Einwechslungen seiner Mittelfeldstars Naby Keita und Emil Forsberg mischt RB in der Tabelle mit 22 Punkten weiter ganz vorne mit. Hannover bleibt trotz des zwischenzeitlichen Führungstreffers von Jonathas (56.) bei 18 Zählern.

Die Trainerstimmen zum Spiel

SC Freiburg - Schalke 04 0:1 (0:0)

Nach seinem Siegtor gegen seinen früheren Klub SC Freiburg freute sich Schalke-Profi Daniel Caligiuri nur verhalten. «Es ist auch ein bisschen Mitleid für die Freiburger dabei», erklärte der Mittelfeldspieler nach dem 1:0 (0:0), «weil sie es in der ersten Halbzeit gut gemacht haben. Ich habe nur kurz gejubelt, aber dann Respekt gezeigt, weil hier alles begonnen hat.» Mit seinem abgefälschten Treffer in der 62. Minute schoss Caligiuri den FC Schalke 04 auf Platz vier der Fußball-Bundesliga. «Es läuft im Moment sehr gut für uns», sagte der 29-Jährige. Die Gelsenkirchener festigten ihre Position in der Spitzengruppe und bleiben auf Kurs Champions League. Freiburg dagegen rutschte auf den Relegationsplatz, obwohl sie in einem munteren Spiel couragiert aufgetreten waren.

Dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit fügten die Königsblauen den Badenern vor 24.000 Zuschauern die erste Heim-Niederlage der Bundesliga-Saison zu. «Ich glaube, dass wir glücklich sein können, hier gewonnen zu haben», erklärte Coach Domenico Tedesco. «Heute haben wir gewonnen, sind aber nicht komplett zufrieden mit unserem Spiel. Wir nehmen Hausaufgaben mit.»

Bor. Mönchengladbach - FSV Mainz 05 1:1 (0:1)

Borussia Mönchengladbach hat den Sprung in die Spitzengruppe verpasst. Der fünfmalige deutsche Meister musste sich gegen den FSV Mainz 05 mit einem 1:1 (0:1) begnügen. Jannik Vestergaard (67.) verhinderte immerhin die dritte Heimniederlage der Gladbacher in dieser Saison. Abdou Diallo (19.) hatte Mainz mit seinem Treffer zuvor vom ersten Auswärtssieg seit dem 25. Februar träumen lassen.

Die Gäste begannen trotz ihrer Auswärtsschwäche vor 52.659 Zuschauern im Borussia-Park mutig. Trainer Sandro Schwarz bot drei Spitzen auf, und seine Mannschaft versteckte sich nicht. Jean-Philippe Gbamin (3.), Suat Serdar (8.) und Pablo De Blasis (12.) prüften Yann Sommer aus der Distanz. Beim Gegentor sah der Schweizer Torhüter dann ganz schlecht aus. Beim Kopfball von Diallo sprang Sommer nicht hoch genug. Trainer Dieter Hecking reagierte auf die enttäuschende Vorstellung seiner Mannschaft und brachte zur zweiten Halbzeit Weltmeister Christoph Kramer. Das Spiel der Gastgeber wurde nun etwas druckvoller, es mangelte aber weiterhin an Präzision. Der letzte Pass kam häufig nicht an. Der Ausgleich fiel nach einer Ecke, Vestergaard köpfte wuchtig ein.

FC Augsburg - Bayer Leverkusen 1:1 (0:0)

Der FC Augsburg kann gegen Bayer Leverkusen einfach nicht gewinnen. Die bayerischen Schwaben blieben auch im 13. Pflichtspiel-Duell ohne Sieg, retteten aber durch den ersten Bundesligatreffer von Kevin Danso (49.) immerhin ein 1:1 (0:0). Beide Mannschaften gehen mit 16 Punkten nach elf Spieltagen in die Länderspielpause. Die seit sechs Spielen ungeschlagenen Leverkusener waren durch den sechsten Saisontreffer von Kevin Volland in Führung gegangen (47.).

Die Gäste waren in einer vor allem in der zweiten Halbzeit hitzigen Partie zunächst die dominierende Mannschaft. Ballsicher kombinierte die Werkself, bei der Lars Bender den Griechen Panagiotis Retsos als Außenverteidiger ersetzte, bis an den Augsburger Strafraum - dort aber fehlte ihr dann der entscheidende Pass. Leon Bailey (5.) und Jonathan Tah (19.) hatten dennoch sehr gute Chancen, die Führung zu erzielen. Innenverteidiger Sven Bender musste in der 33. Minute nach einem Zusammenprall mit Ja-Cheol Koo ausgewechselt werden, laut Trainer Heiko Herrlich besteht der "Verdacht auf Rippenbruch".

Hamburger SV - VfB Stuttgart 3:1 (1:0)

«Fiete, Fiete», riefen die Fans in der Nordkurve des Volksparkstadions glücklich, als die Mannschaft des Hamburger SV direkt vor ihnen den Siegertanz darbot. Mit 3:1 (1:0) hatten die Norddeutschen den VfB Stuttgart bezwungen und damit nach acht sieglosen Spielen wieder einen drei Punkte eingefahren. Der letzte Erfolg gelang am 25. August in Köln. Seither hatte es nur ein mageres Pünktchen gegen Werder Bremen gegeben. Nun feierten Mannschaft und Fans den 500. Heimsieg der Bundesliga-Geschichte. Aaron Hunt (20. Minute), Ex-VfB-Profi Filip Kostic (65.) und Youngster Jann-Fiete Arp (69.) hatten die Hamburger Tore vor 54.976 Zuschauern erzielt. Für den Gegentreffer sorgte Daniel Ginczek per Elfmeter (55.). Dem starken HSV-Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier war der Ball zuvor an die Hand gesprungen.

Jubelnde Spieler des Hamburger SV am 04.11.2017
Die Hamburger feiern den ersten Sieg seit dem 25. August Quelle: epa

Die Stuttgarter verloren neben den Punkten auch Dzenis Burnic (13.). Der defensive Mittelfeldspieler wurde per Ampelkarte vom Platz gestellt, weil er nach einer Verwarnung Hunt in einem Zweikampf zu Fall gebracht hatte. «Das war nicht mal ein Foul», echauffierte sich VfB-Trainer Hannes Wolf «Da sitzt jemand in Köln und darf nicht eingreifen.» Gemeint war der Videoassistent. «Die Gelb-Rote Karte war in dem Fall nicht richtig», gestand Schiedsrichter Guido Winkmann im TV-Sender Sky. «Ich habe heute einen Fehler gemacht, da muss ich zu stehen, und das muss man auch mal zulassen.»

Eintracht Frankfurt - Werder Bremen 2:1 (1:1)

Sebastien Haller (r) ist vor Theodor Gebre Selassie am Ball
Sebastien Haller (r) ist vor Theodor Gebre Selassie am Ball Quelle: epa

Der Tabellenvorletzte Werder Bremen bleibt in der Fußball-Bundesliga weiter ohne Sieg. Zwar traf der Finne Niklas Moisander (25.) im Freitagspiel bei Eintracht Frankfurt zum ersten Mal für die Bremer seit 508 torlosen Minuten, doch unterlagen die Bremer am Ende beim Trainer-Debüt von Florian Kohfeldt mit 1:2 (1:1). Der Koate Ante Rebic hatte nach 17 Minuten die Gastgeber mit einem Traumtor von der linken Strafraumecke in Führung gebracht. Den Siegtreffer der Gastgeber erzielte der Franzose Sebastien Haller eine Minute vor dem Abpfiff.

Bremens Interimstrainer Kohfeldt ließ das Team am Main offensiver spielen als zuvor sein suspendierter Vorgänger Alexander Nouri. So erspielten sich die Gäste auch einige Chancen, doch Zlatko Junuzovic (40.), Max Kruse (42.) und Maximilian Eggestein (43.) scheiterten gleich dreimal in wenigen Minuten an Frankfurts Torhüter Lukas Hradecky. Nach der Pause war Frankfurt aber das deutlich dominierende Team und wurde kurz vor dem Ende durch den fünften Saisontreffer von Haller mit drei Punkten belohnt.

Der Spieltag im Überblick

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