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Zwanzigers "Krebsgeschwür" rechtens

Sport - Zwanzigers "Krebsgeschwür" rechtens

Der Fußballverband von Katar klagt gegen den ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger. Auslöser ist die Äußerung Zwanzigers, der Wüstenstaat sei ein "Krebsgeschwür des Weltfußballs".

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.02.2017, 12:00

Punktsieg für Theo Zwanziger: Der frühere DFB-Präsident darf Katar wohl weiter ungestraft als "Krebsgeschwür des Fußballs" bezeichnen. Die umstittene Äußerung sei in diesem Fall noch von der Meinungsfreiheit gedeckt, argumentiert das Düsseldorfer Landgericht.

Das stellte die 6. Kammer des Düsseldorfer Landgerichts unter Vorsitz von Richter Joachim Matz  in der mündlichen Verhandlung in ihrer juristischen Einordnung fest. Der katarische Fußball-Verband QFA hatte gegen den ehemaligen Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auf Unterlassung geklagt.

Meinungsfreiheit vor Ehrschutz

Das Recht auf freie Meinungsäußerung sei in dieser Sache höher einzustufen als der Ehrschutz der Klägerin. Zwanzigers Äußerung in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk vom 2. Juni 2015 sei "unter dem Gesichtspunkt der freien Meinungsäußerung noch gerechtfertigt". Das Urteil wird am 19. April verkündet.


Auslöser ist die Äußerung Zwanzigers, der Wüstenstaat sei ein "Krebsgeschwür des Weltfußballs". Katars Fußballverband hat daher schon vor Monaten beantragt, Zwanziger die wenig imageträchtige Aussage zu verbieten. Sie sei beleidigend. Zwanziger argumentiert, seine Aussage beziehe sich nicht auf den Fußballverband des Landes, sondern auf die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar. Seine Aussage sei von der Meinungsfreiheit gedeckt und eine zulässige Kritik am "System" Katar.

Gauweiler vertritt Katars Fußballverband

Der spektakuläre Zeugenaufmarsch, den Zwanziger in seiner 22-seitigen Erwiderung angeregt hatte, fiel aber aus. Auf die Anwesenheit der suspendierten Fußball-Funktionäre Joseph Blatter und Michel Platini und dem zurückgetretenen DFB-Chef Wolfgang Niersbach hat das Gericht erwartungsgemäß vorerst verzichtet.


Auf der Gegenseite trat Peter Gauweiler an. Der einstige CSU-Staatsminister und Rechtsanwalt vertrat mit seinem Kanzleikollegen Michael Philippi den Fußballverband von Katar. Es geht um ein Interview des Hessischen Rundfunks vom 2. Juni 2015 mit Zwanziger. Da fallen jene Worte, die tausende Kilometer entfernt am Persischen Golf für erhebliche Verstimmung gesorgt haben: «Ich habe immer klar gesagt, dass Katar ein Krebsgeschwür des Weltfußballs ist. Mit dieser Entscheidung hat alles begonnen.» Katars Fußballverband hat Zwanziger deswegen auf Unterlassung verklagt.

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