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Deutsche Handballer im EM-Finale

Sport - Deutsche Handballer im EM-Finale

Das DHB-Team besiegt im EM-Halbfinale Norwegen in einem engen Spiel.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.01.2017, 22:59

Deutschlands neue Handball-Helden greifen bei der EM in Polen nach Gold. Nach dem 34:33-Krimi nach Verlängerung gegen Norwegen steht das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson im Finale und ist nur noch einen Sieg vom ersten Titel seit dem WM-Triumph 2007 entfernt. Der Norwegische Verband hat den nach dem Spiel eingelegten Protest am morgen zurückgezogen.

Im Endspiel bekommt es die Mannschaft am Sonntag (17:30 Uhr/ARD) mit Spanien zu tun, das  im zweiten Halbfinale gegen Kroatien mit 33:29 (18:14) gewann. Zum Turnierstart hatte Deutschland gegen die Iberer mit 29:32 verloren. Matchwinner für die DHB-Auswahl war am Freitagabend vor rund 7500 Zuschauern in Krakau neben dem zehnfachen Torschützen Tobias Reichmann Nachrücker Kai Häfner, der kurz vor Schluss das Siegtor erzielte. Damit ist schon jetzt die direkte Qualifikation für die WM 2017 in Frankreich perfekt, beim Titelgewinn wäre auch das Olympia-Ticket für Rio gelöst.

Norwegen legt Protest ein

"Das war ein Krimi. Das war Wahnsinn. Da war alles dabei. Wir sind an unsere Grenze gegangen", sagte Sigurdsson im ZDF. Auch der entscheidende Mann Häfner war überglücklich. "Ich habe schon vorher gesagt, wenn die Mannschaft mich braucht, werde ich alles geben und dann schauen, was rauskommt", sagte der erst während der EM wegen Verletzungen ins Team gerückte Rückraumspieler, dem der Bundestrainer eine "große Leistung" bescheinigte. "Wir haben ein tolles Team", befand Torwart Andreas Wolff.

Nach Ansicht der norwegischen Offiziellen soll Deutschland in den letzten Sekunden allerdings einen zusätzlichen Spieler in einem gelben Leibchen auf das Feld geschickt haben, obwohl Torhüter Andreas Wolff seinen Kasten nicht verlassen hatte. Deshalb legten die Skandinavier am Abend Protest ein. "Wir sehen der Verhandlung gelassen entgegen und freuen uns auf das Finale", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Bis 9 Uhr am Samstagmorgen muss Norwegen den Protest schriftlich begründen, bis 12 Uhr wird eine Entscheidung verkündet.

Reichmann wieder stark von der Linie

Die neuformierte deutsche Mannschaft, die mit einem Altersschnitt von 24,6 Jahren eher wie eine verstärkte Junioren-Auswahl wirkte, blieb auch in ihrem ersten großen Halbfinale ihrer Linie treu. Vor allem der coole Siebenmeter-Schütze Reichmann und der erneut starke Keeper Wolff hielten die Norweger in Schach. Dank einer Zwei-Mann-Überzahl konnte sich der WM-Siebte zur Mitte der ersten Hälfte bis auf 9:5 absetzen. Grundlage dafür war eine exzellente Deckung, in der Abwehrriese Finn Lemke und die Zwei-Meter-Männer neben ihm Schwerstarbeit verrichteten.

Die Norweger bewiesen aber, dass sie nicht umsonst erstmals in der Geschichte ihres Verbandes im Halbfinale standen. Nervenstark hielten sie Anschluss. Allerdings verpasste es die DHB-Sieben auch durch einige leichtfertig vergebene Chancen, den klaren Vorsprung zu wahren. 14:13 hieß es zur Pause. "Es fühlt sich so an, dass wir höher führen müssten. Wir müssen noch etwas cleverer sein", sagte der verletzte Kapitän Steffen Weinhold im ZDF.

Selbst das Leben schwer gemacht

In Hälfte zwei machte sich die DHB-Auswahl jedoch das Leben weiter durch leichte Ballverluste schwer. So konnten die Norweger sogar in Unterzahl mit 17:16 in Führung gehen. In dieser Phase wirkte die Sigurdsson-Schützlinge plötzlich gehemmt in ihren Aktionen und taten sich schwer im Angriff. Beim Stand von 17:19 drohte der deutschen Mannschaft die Partie kurz zu entgleiten.

Aber auch die Norweger konnten lange nicht an ihre bemerkenswerten Leistungen der vergangenen Tage anknüpfen und verpassten es, sich entscheidend abzusetzen. Sogar eine 27:25-Führung genügte nicht, Rune Dahmke rettete die deutsche Mannschaft mit einem Treffer acht Sekunden vor Schluss in die Verlängerung. Und dort zeigte das DHB-Team dann erneut seine Willensstärke, erkämpfte sich die Führung und gab diesen Vorteil nicht mehr her. Häfner machte mit seinem Treffer in allerletzter Minute alles klar.

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