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Deutsches Eishockey hofft auf dauerhaften Boom

Nach Olympia und vor den DEL-Playoffs

Nach der sensationellen Silbermedaille des deutschen Eishockey-Teams bei Olympia wollen Liga und Verband die Begeisterung für einen dauerhaften Aufschwung nutzen. Die Voraussetzungen sind günstig, alleine auf den Olympiaeffekt setzen sollte man aber nicht.

Fan der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft bei Olympia
Die deutsche Fahne wehte auch im olympischen Finale. Quelle: dpa

Das Timing könnte aus Sicht der Verantwortlichen nicht besser sein. Mit dem fast noch vergoldeten Silber von Pyeongchang hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft Werbung für die heute beginnenden DEL-Playoffs betrieben. "Unsere DEL-Spieler haben gezeigt, dass sie echte Typen sind", sagt Ligachef Gernot Tripcke: "Wir kommen jetzt für einen Moment aus dem Schatten des Fußballs. Etwas Besseres kann uns gar nicht passieren."

Unter kleineren Sportarten die Nummer eins

Eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstitut IRIS gibt Tripcke Recht: Demnach will ein Viertel der Deutschen, die sich vorher kaum oder gar nicht für Eishockey interessierten, künftig häufiger Spiele der Nationalmannschaft oder der DEL anschauen. Gut besucht sind die Hallen in der DEL schon jetzt. Rund 6000 Zuschauer kamen im Durchschnitt zu den Spielen der abgelaufenen Hauptrunde. Und in den anstehenden Playoffs sind die Stadien erfahrungsgemäß noch besser gefüllt.

"Fußball ist ein anderer Planet", erklärt Franz Reindl. "Unter den kleineren Sportarten sind wir aber die Nummer eins." Geht es nach dem DEB-Präsident und Bundestrainer Marco Sturm, darf sich die Liga jedoch nicht allein auf einen Olympia-Effekt verlassen. "Für die DEL ist es ein guter Moment, ein Zeichen zu setzen", mahnt Sturm. "Wir brauchen eine jüngere Liga, in der unsere deutschen Nachwuchsspieler mehr Einsatzzeiten bekommen."

U18 und U20 nur zweitklassig

Aktuell sind die U18- und U20-Auswahlen des DEB international nur zweitklassig – mit Blick auf ihr Leistungsniveau auch "zu Recht", wie Sturm betont. Bis die verbesserte Förderung richtig greife, brauche es Zeit, so Reindl: "Von der U15 bis zur U17 sind wir konkurrenzfähig. Danach kommt ein kleiner Knick."

Grundsätzlich sieht sich der Deutsche Eishockey-Bund für die Zukunft aber gut aufgestellt. In den vergangenen Jahren startete er mit POWERPLAY26 und wirsindeishockey.de zwei Maßnahmen, die vor allem eine bessere und breitere Nachwuchsförderung zum Ziel haben. Dies kann laut Reindl aber nur gelingen, wenn Verband und Vereine eng zusammenarbeiten: "Die tagtägliche Arbeit mit dem Nachwuchs ist das Wichtigste. Da sind die Klubs gefordert, und der DEB unterstützt. Zum Beispiel mit unseren Talentförderern unter der Leitung von Ernst Höfner, unserem Cheftrainer Vereins- und Talentbetreuung."

Wieder mehr Kinder spielen Eishockey

Erste positive Effekte hat Reindl schon ausgemacht: "Nach langen Jahren der Stagnation werden jetzt wieder mehr Kinder in den Vereinen angemeldet, vor allem Mädchen." Den Eishockeysport aus der Nische herauszubekommen und zu einer Breitensportart zu machen, ist das erklärte Ziel. Schließlich ist die Zahl der aktiven Eishockey-Spieler mit rund 26.000 für eine bevölkerungsstarke Nation wie Deutschland noch sehr überschaubar.

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