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Mit starkem Abwehrblock gegen Südafrika

DFB-Frauen vor letztem WM-Gruppenspiel

Die DFB-Frauen sind vor dem letzten WM-Gruppenspiel gegen Südafrika (Mo., 18 Uhr) noch ohne Gegentor. Das Trio mit Torhüterin Almuth Schult und die Innenverteidigung mit Sara Doorsoun und Marina Hegering spielt eine Schlüsselrolle für den weiteren Turnierverlauf.

DFB-Frauen beim Training

Das Miteinander scheint bei den deutschen Fußballerinnen dieser Tage prächtig. Vielleicht auch, weil sie den Aufenthalt in Montpellier in unmittelbarer Nähe am Mittelmeer genutzt haben, um ein wenig abzuschalten. Beim Bummeln in den verwinkelten, wunderschönen Gassen der Altstadt. Oder beim Ausflug in den Badeort La Grande-Motte, wo Bilder entstanden, die in jedes Urlaubsalbum passen. Wenn es sich die deutschen Fußballerinnen leisten können, mal Körper und Seele zu entlasten, dann vor dem dritten Gruppenspiel gegen Südafrika (Montag 18 Uhr). Ein Remis reicht zum Gruppensieg.

Schult macht Druck

Dass das deutsche Nationalteam dennoch nicht nachlässt, dafür sorgt eine wie Torhüterin Almuth Schult, die am Samstagnachmittag auf den Strandausflug verzichtete, um freiwillig mit Torwarttrainer Michael Fuchs auf dem Trainingsplatz an den Abläufen zu feilen. Die deutsche Nummer eins hat noch reichlich Luft nach oben ausgemacht; „Wir sind selbst noch nicht zufrieden. Wir machen uns den Druck selbst, um den Frauenfußball besser zu repräsentieren. Weil wir wissen, dass wir mehr Potenzial haben und es besser können.“

Gegen China und Spanien reichten bei zwei 1:0-Siegen noch der Minimalisten-Modus, der aber kaum dauerhaft in dieser Form erfolgreich sein dürfte. Immerhin: Der „starke Wille und gute Physis“ (Schult) sind ein Faustpfand. Und dann ist da ja noch die Tatsache, ohne Gegentor durch die ersten 180 WM-Minuten plus Nachspielzeit gekommen zu sein. Ein Verdienst des Ruhepols Schult, auch der Innenverteidigung mit Sara Doorsoun und Marina Hegering.

„Dieses Dreieck findet sich und wird immer stabiler“, lobte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zuletzt. Sie mag in fast allen Mannschafteilen ständige Veränderungen, teilweise auch während des Spiels vornehmen, aber dieser Dreierblock soll bitte schnell zusammenwachsen. Und deshalb wollte die Trainerin auch, dass Doorsoun sich nach ihren anfänglichen Fehlern in der Auftaktpartie aus der misslichen Situation befreit.

Langwierige Verletzung

„Ich war wirklich sehr aufgeregt vor diesem Spiel. Es war viel Freude dabei, aber so kannte ich das dieser Form nicht von mir. Ich habe mich vielleicht selbst zu sehr unter Druck gesetzt, obwohl es den von außen nicht gab“, sagte die 27-Jährige selbstkritisch. Die vergangene Saison zum VfL Wolfsburg gewechselte Abwehrspielerin spürt, dass eine WM noch einmal eine andere Bedeutung hat.

Vielleicht ganz gut, dass neben ihr die bereits 29 Jahre alte Hegering agiert, die etwas ganz anderes durchgemacht hat. Bei der U20-WM in Deutschland wurde die Allrounderin als das deutsche Toptalent identifiziert, gewann mit dem FCR Duisburg erste Vereinstitel, um dann aber nach einer Fersenverletzung mit langwieriger Wundheilungsstörung mehrere Jahre auszufallen. Diese schwere Zeit relativiert vieles. Und wegen dieser persönlichen Erfahrung wollte Voss-Tecklenburg die Defensivspezialistin von der SGS Essen unbedingt dabei haben.

Hegering mit speziellem Spitznamen

Die beiden Verteidigerinnen helfen sich, wo sie können. „Marina geht in die Kopfballduelle, ich die Laufduelle, wenn mal einer durchrutscht“, beschrieb Doorsoun die Arbeitsteilung. Die gebürtige Kölnerin – der Vater ist Iraner, die Mutter Türkin – ist eine der schnellsten deutschen Spielerinnen; ihr Spitzname „Speedy Gonzales“ kommt nicht von ungefähr. Dass sie gegen Spanien auf der rechten Seite der Innenverteidigung spielte, gab ihr Sicherheit.

Die in Bocholt geborene Hegering wurde von Doorsoun tatsächlich „Maschina“ getauft, als sie 2017 von Bayer Leverkusen nach Essen wechselte. „Jede neue Spielerin bekommt dort einen Spitznamen, und Marina ist ja sehr athletisch – dann bot sich das an.“ Der Umgang der beiden auf einer Pressekonferenz vergangenen Freitag verriet: auch zwischenmenschlich passt es bei der Nummer fünf und 23. Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ist zuletzt immer nur weit gekommen, wenn dieses Triumvirat auch wirklich funktionierte.

Bei den beiden letzten deutschen Titelgewinnen – der EM 2013 und dem Olympiasieg 2016 – stand noch das eingespielte Abwehrgespann mit Saskia Bartusiak und Annike Krahn auf dem Rasen. Bei der EM in Schweden bildeten beide mit Torhüterin Nadine Angerer ein fast unüberwindbares Hindernis, beim Gold-Triumph in Rio de Janeiro drei Jahre später stand bereits Schult zwischen den Pfosten, um sich mit Batusiak und Krahn zum titeltauglichen Trio zu verbünden.

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