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Der nächste Entwicklungsschritt

Sport - Der nächste Entwicklungsschritt

Bundestrainer Löw gab vor dem Länderspiel gegen Norwegen ein wesentliches Ziel auf dem Weg für die erfolgreiche WM-Qualifikation aus: Bessere Chancenverwertung und damit eine höhere Effizienz.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.09.2017, 00:01

Joachim Löw steht für die Vision vom schönen Fußball. Die deutsche Nationalmannschaft ist da bereits weit gekommen. In der WM-Qualifikation, die am Sonntag in Norwegen (20.45 Uhr) startet, will der Bundestrainer aber noch „einige Dinge verbessern“.

Es hat an der Deutschen Schule Oslo (DSO) einen richtigen Wettbewerb gegeben, um einmal leibhaftig eine Pressekonferenz der deutschen Nationalmannschaft zu besuchen. So oft kommt ein Weltmeister schließlich nicht in die sehenswerte Kapitale zwischen Fjord und Fjell. Die jungen Anwärter mussten vorher in Schriftform originell begründen, warum gerade sie Zutritt zum Ullevaal-Stadion erhalten sollen. Und so hatten Toni Kroos und Joachim Löw vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Norwegen (Sonntag 20.45 Uhr) sich eben auch einiger ungewöhnlicher Fragen zu stellen.

Während Taktgeber Kroos verriet, dass er trotz seiner Mecklenburger Herkunft nicht segeln könne, erteilte Bundestrainer Löw gegenüber einem jungen Mädchen Auskunft, wie er seinen Job finde. Erst grinste der 56-Jährige und sagte dann: „Schön und schwer. Wenn man verliert, sind die Tage nicht einfach.“ Das war mal ein offenes Eingeständnis zum Abschluss der Fragestunde.


Defizite in der Effizienz

Löw hat das gerade wieder bei der EM in Frankreich erfahren, wo ungeachtet aller souveränen Auftritte eine einzige Niederlage zu Grundsatzdiskussionen führte. Der 56-Jährige hegt im nächsten Qualifikationszyklus  „die Erwartung, dass wir uns in entscheidenden Dingen verbessern.“ Der strenge Tonfall in der Stimme und der entschlossene Blick ließen keinen Interpretationsspielraum: Löw meint es ernst damit.

Er verfüge zwar über eine Mannschaft, „die fußballerisch zu den allerbesten der Welt zählt, aber was das Spiel ausmacht, ist auch die Effizienz. Und da hatten wir Defizite.“ Auch für einen Weltmeister gibt es wieder genug zu tun. Und darum geht es jetzt: den nächsten Entwicklungsschritt bis zur WM 2018 in Russland.

Es soll zackiger zugehen

Schließlich hat sich im EM-Halbfinale der Sieger Frankreich jener Tugend bediente, mit denen Deutschland vor allem in den 80er Jahren spielerische bessere Gegner aufs Kreuz legte: aus wenig viel machen. Die offenkundigen Versäumnisse hat der Fußballlehrer Löw an einem lauwarmen skandinavischen Sommertag deutlich angesprochen: Nur Ballbesitz bringt nichts.

Eine Erkenntnis, die bei allen Protagonisten angekommen ist. „Es sind alle gefordert, damit es vorne wieder zackiger zugeht“, erklärt Kroos. „Die, die das Spiel nach vorne bringen, und die vorne, die Tore zu machen." Für den in den Mannschaftsrat aufgerückten Wahl-Madrilenen steht fest, dass sich „Spielidee und Spielphilosophie nicht ändern, weil die einfach gut ist.“

In der Vision schon weit gekommen

„Wir sind in der Vision schon weit gekommen“, findet auch Löw, nur sollen  Kroos, Özil und Co. noch besser im Ballbesitzspiel die Lücken finden, noch schneller bei Ballgewinn umschalten. Dass gegen den Weltranglisten-50. Norwegen kein Stoßstürmer zur Verfügung steht, wo Mario Gomez gerade vorsichtig beim VfL Wolfsburg wieder erste Gehversuche unternimmt, erleichtert die Aufgabe nicht gerade. Und weit und breit ist kein anderer Angreifer mit deutschem Pass zu entdecken, der mittelfristig diese Lücke schließen kann.

Deshalb möchte Löw in der Offensive unabhängig von einem 3-4-3 oder 4-2-3-1-System alle Handlungsoptionen besitzen, die er mit der Nominierung von Max Meyer und Julian Brandt für die Norwegen-Partie untermauerte. „Sie haben die Qualität, zu spielen. Ich hätte keine Scheu, sie zu bringen“, versicherte Löw, der mutmaßlich jedoch in Oslo ausnahmslos auf seine etablierten EM-Fahrer zurückgreifen dürfte.

WM-Qualifikation ist für Kroos „garantiert“

Der Auftakt in die WM-Qualifikation, in der Tschechien, Nordirland, Aserbaidschan und San Marino die weiteren Gegner sind, wird gleich zum Lachmustest. Norwegen gilt als weiterer defensiv eingestellter Kontrahenten, „den wir in der eigenen Hälfte überspielen müssen“ (Kroos). Der 26-Jährige erweckt allerdings nicht den Eindruck, als sorge er sich davor.

„Diesmal wollen wir direkt vorneweg marschieren. Ich kann garantieren, dass wir uns für Russland qualifizieren – nur in welcher Art und Weise kann ich nicht sagen“, so Kroos. Er bekleidet als Ballverteiler eine Schlüsselposition in einer Mannschaft, die in Russland den Titel verteidigen soll. Auch Teammanager Oliver Bierhoff hat angedeutet, dass der WM-Sieg womöglich zu lange zu einer Gelassenheit geführt hat, bei der der letzte Siegeswille verloren ging.  „Das Spiel in Norwegen ist der erste Test, wo Punkte zählen. Wir wollen die Qualifikation wieder klarer dominieren als zuletzt.“

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