Sie sind hier:

Dortmund lässt Herthas Finaltraum platzen

Sport - Dortmund lässt Herthas Finaltraum platzen

Dortmund hat mit einem 3:0 Hertha aus dem DFB-Pokal geschossen. ZDF-Reporter Nils Kaben hat das Spiel mit Fabian Lustenberger, Mats Hummels, Pal Dardai und Thomas Tuchel analysiert.

Beitragslänge:
3 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.04.2017, 08:00

Borussia Dortmund hat den Berliner Traum vom Endspiel im eigenen Wohnzimmer zerstört. Mit einer souveränen Vorstellung ließ der BVB einer harmlosen Hertha beim 3:0 (1:0) im DFB-Pokal-Halbfinale keine Chance und zog zum dritten Mal nacheinander ins Endspiel ein.

Mit den Toren von Gonzalo Castro (20. Minute), Marco Reus (75.) und Henrich Mchitarjan (83.) erhielt sich Dortmund nach dem Drama von Liverpool die Chance auf einen Titelgewinn in dieser Saison. Das Team von Trainer Thomas Tuchel trifft am 21. Mai in Berlin im Duell der beiden derzeit besten deutschen Clubs auf Bayern München.

"Die Enttäuschung ist riesig. Nach dem 0:2 war es vorbei, davor hatten wir noch 15 gute Minuten mit ein paar Chancen", sagte Hertha-Manager Michael Preetz nach dem Spiel.Dortmunds Castro meinte: "Wir hatten uns Hertha ein wenig aggressiver vorgestellt." Und Reus fügte hinzu: "Die Vorfreude auf das Finale ist riesig. Das wird wieder ein interessantes Spiel."

Spannung erst nach der Pause

Erst nach der Pause sahen 76.233 Fans - darunter rund 10.000 BVB-Anhänger - ein packendes Semifinale. Zu dominant war die Borussia in Halbzeit eins, verpasste dort allerdings eine Vorentscheidung. So konnten die Hertha-Profis lange Zeit zumindest auf eine Verlängerung und den ersten Finaleinzug seit 37 Jahren hoffen. Vor allem Hertha-Torwart Rune Jarstein hielt die Sehnsucht nach der Überraschung am Leben. Salomon Kalou vergab gleich zweimal die große Ausgleichschance. Nationalspieler Reus machte dann im Gegenzug den hochverdienten Erfolg der Gäste perfekt. Mchitarjan (83.) beseitigte dann die allerletzten Zweifel und buchte die achte Teilnahme des BVB am DFB-Pokal-Endspiel.

Im ersten Halbfinale der Hertha-Profis seit 1981 war wenigstens die Stimmung finalwürdig. "Wir haben lange, lange auf so einen Tag gewartet. Die ganze Stadt ist verrückt geworden", sagte Trainer Pal Dardai vor seinem 50. Pflichtspiel auf der Berliner Bank. Angestachelt von der Europa-League-Pleite in Liverpool gab der dreimalige Pokalsieger aus Dortmund den Ton an. Der BVB versuchte die Defensiv-Organisation der Gastgeber immer wieder mit schnellem Passspiel auszuhebeln. Vor allem der US-Amerikaner John Anthony Brooks und sein Innenverteidiger-Kollege Niklas Stark hatten Schwerstarbeit zu verrichten.

Verpasste Chancen zur Vorentscheidung

Nach einem Heber des Ex-Herthaners Adrian Ramos, der als Angriffsspitze den verletzten Borussen-Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang ersetzte, klärte Hertha-Torwart Rune Jarstein vor Marco Reus (17.). Drei Minuten danach leitete der bärenstarke Henrich Mchitarjan mit einem Pass auf Shinji Kagawa das Führungstor ein. Nach einer Flanke des Japaners blockte Mitchell Weiser den Schuss von Reus zunächst noch ab. Den abgeprallten Ball knallte Castro dann aus 16 Metern in den oberen rechten Torwinkel.

Nationalspieler Reus hätte schon kurz danach die Führung ausbauen können. Doch der 26-Jährige schoss nach einer Flanke von Marcel Schmelzer freistehend über das Berliner Tor. Darüber ärgerte sich BVB-Coach Thomas Tuchel noch Minuten danach. Ohne den verletzten Spielmacher Vladimir Darida brachte der Überraschungs-Vierte der Fußball-Bundesliga kaum einen Gegenzug in die Nähe des Gäste-Strafraums.

Letztlich BVB zu dominant

Bundestrainer Joachim Löw und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff sahen ein einseitiges Pokalspiel, in dem die Hertha dem Ball nur hinterher lief. Marcel Schmelzer (41.), Mats Hummels (42.) und wieder Reus (43.) vergaben weitere Chancen. Doch mit der letzten Aktion vor der Pause hätte Jens Hegeler die Stimmung bei den Hertha-Fans wieder anheizen können. Der Darida-Ersatz schoss freistehend aus sieben Metern viel zu lasch, so dass Roman Bürki keine Mühe hatte.

"Dortmund ist sehr souverän, das ist schon beeindruckend", sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff in der Halbzeit. Einziges Manko: Der BVB hatte nur ein einziges Tor erzielt. Doch das holte der Favorit in der zweiten Halbzeit eindrucksvoll nach. Ilkay Gündogan hätte mit einem Pfostenschuss sogar noch ein viertes Dortmunder Tor erzielen können (88.).

BVB hatte unruhige Nacht hinter sich

Anhänger von Hertha BSC haben Borussia Dortmund vor dem Halbfinale im DFB-Pokal um die Nachtruhe gebracht. Aussagen des BVB zufolge zündeten Berliner Fans vor dem Dortmunder Hotel in der Nacht Böller und veranstalteten Autokorsos mit Hupkonzerten. "Wir sind zweimal aus dem Schlaf geschreckt", sagte BVB-Trainer Thomas Tuchel in der ARD. Nach dem souveränen 3:0-Erfolg der Dortmunder im Olympiastadion war der Ärger der Gäste aber verflogen. "Wir haben die richtige Antwort gegeben", sagte Gonzalo Castro. Dortmund trifft im Pokalfinale am 21. Mai in Berlin auf Bayern München.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet