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HSV - Leipzig: Wollen gegen Müssen

DFB-Pokal | Erstes Halbfinale

Für den Hamburger SV geht es um Geld und Spaß, für RB Leipzig um Prestige und den ersten großen Titel der Vereinsgeschichte. Das DFB-Pokal-Halbfinale am Dienstag (20.45 Uhr/ARD) zwischen dem Zweitligisten und dem Champions-League-Anwärter hat klare Fronten.

Szene aus dem Bundesligaspiel im Januar 2018: Filip Kostic (HSV/2. v.r.) gegen Konrad Laimer (Leipzig/r.). Links der Lepiziger Willi Orban.
Szene aus dem Bundesligaspiel im Januar 2018: Filip Kostic (HSV/2. v.r.) gegen Konrad Laimer (Leipzig/r.). Links der Lepiziger Willi Orban.
Quelle: imago / Claus Bergmann

"Wir können einfach ein geiles Spiel haben und Spaß haben", sagte HSV-Präsident Marcell Jansen bei dfb.de launig. Von Spaß ist in Leipzig nicht die Rede, von Ehrgeiz und Erfolg umso mehr. "Am Ende zählt nur, dass wir mit allem, was wir haben, ins Finale wollen", so Trainer Ralf Rangnick.

Auswärtsstarke Leipziger

Gerade in fremden Arenen haben die Sachsen einen Lauf. In der Bundesliga gewann der Tabellendritte sieben Auswärtspartien in Serie mit insgesamt 18:4 Toren. Nur Bayern München ist in fremden Gefilden erfolgreicher.

Dagegen nimmt sich die Bilanz der Hamburger dürftig aus. Drei Unentschieden und zwei Niederlagen stehen als jüngste Ergebnisse zu Buche. Die Hamburger wackeln derzeit im Kampf um die Rückkehr in die Bundesliga.

Obwohl die Leistungskurve beim HSV abknickt, bleibt Rangnick höflich. Sein Team treffe auf «einen gefühlten Bundesligisten», sagte er und attestierte den Norddeutschen «eine hohe Qualität» und «einen sehr gepflegten Fußball». So ganz mag HSV-Coach Hannes Wolf dem Lob nicht trauen: «Wir spielen gegen eine Supermannschaft. Wir wollen nicht zu viel träumen."

"Andere Art von Fußball"

Nach dem 1:1 gegen Erzgebirge Aue am Samstag sieht der Coach "eine andere Art von Fußball" auf seine Mannschaft zukommen, als diese ihn in der 2. Bundesliga gewohnt ist. Den Rat, er solle sich lieber auf den Aufstiegskampf konzentrieren und den Pokal als Beiwerk genießen, schlägt er aus: "Es wäre grundsätzlich total falsch, wenn wir das herschenken.

Die Hamburger können sich für ihre längere Pokaltradition nichts kaufen. Drei Mal holten sie den Cup. Doch das ist lange her. Im Halbfinale standen sie zuletzt vor zehn Jahren. Damals scheiterten sie an Werder Bremen. Für die Leipziger ist es das erste Halbfinale in der zehnjährigen Vereinsgeschichte.

2,656 Million Euro haben die Halbfinalisten sicher. Ein Finaleinzug brächte mindestens weitere 3,5 Millionen Euro. Der mit rund 85 Millionen Euro verschuldete HSV gerät dabei ins Träumen, eine Finalteilnahme hält jedoch kaum jemand für realistisch.

Rangnick ist dagegen gierig auf einen Titel. Den Einzug in die Champions League hat seine Mannschaft nahezu sicher. Der Einzug ins Pokalendspiel und dort der Triumph wäre in Rangnicks Leipzig-Vita ein weiterer Vermerk mit Sternchen.

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