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Gegenwart gegen Zukunft

Fußball - DFB-Pokalfinale: FC Bayern - Eintracht Frankfurt

Trotz Neuers Kaderrückkehr verdichtet sich das Pokalfinale zwischen dem FC Bayern und Eintracht Frankfurt (heute, 20 Uhr/ARD) auf das Trainerduell zwischen dem künftigen Ruheständler Jupp Heynckes und seinem Nachfolger Niko Kovac. Für den Eintracht-Coach steht dabei mehr auf dem Spiel.

Jupp Heynckes und Niko Kovac
Jupp Heynckes und Niko Kovac
Quelle: imago

Ein bisschen wurde ihnen die Show gestohlen von einem, der gar nicht anwesend war. Um Manuel Neuer ging es viel beim gemeinsamen Auftritt von Jupp Heynckes und Niko Kovac am Freitag in Berlin. Vermutlich war das beiden Trainern sogar ganz recht vor dem Pokalfinale zwischen dem FC Bayern München und Eintracht Frankfurt, bei dem sie im Mittelpunkt stehen. Die Ablenkung durch Neuers erstmalige Kaderrückkehr seit seinem wiederholten Mittelfußbruch im September 2017 nahm der amtierende Münchner Fußballlehrer Heynckes vor seinem Karriereausstand jedenfalls gerne zum Anlass, ein anderes Thema zu setzen.

Kurzcomeback mit Signalwirkung?

„Die Nation kann ganz ruhig sein. Ich denke, dass er nicht nur zur WM fit, sondern auch ein großer Rückhalt sein wird“, sagte Heynckes über den Nationaltorwart. Er traut ihm also einen Stammplatz zu, trotz möglicherweise keinerlei Spielpraxis. Womöglich wird das hoffnungsvolle Signal durch Neuers Kaderrückkehr nun sogar von seinem kurzen Comeback als Einwechselspieler für seinen Vertreter Sven Ulreich unterfüttert. Heynckes ließ das zumindest anklingen, als er sagte: „Ich habe keinen Plan mit Manuel Neuer, ich habe einen Matchplan. Alles andere lassen wir auf uns zukommen.“

Doch natürlich ist das 75. Pokalfinale vor allem überwölbt vom Trainerduell zwischen dem künftigen Ruheständler Heynckes und seinem Nachfolger Kovac. So ziemlich alles, was beide sagten und machten, ließ sich in diesem Sinne deuten, angefangen bei ihrem Gang aufs Podium. Heynckes kam als erster der beiden Trainer, er trug einen grau-roten Trainingsanzug und wies seinem Innenverteidiger Mats Hummels gleich einmal dessen Platz auf dem Podium zu. Kovac schritt mit ein wenig Abstand zu seinem Stuhl. Im weißen Hemd und schwarzen Anzug mit dem Eintracht-Frankfurt-Emblem ließ er seinem erfahrenen Münchner Kollegen höflich den Vortritt. Allein die Reihenfolge und die Kleiderwahl der beiden Trainer kamen schon wie ein Ausdruck der Rollenverteilung daher.

Ruhestand endgültig?!

Für Heynckes, 73, soll es das diesmal wirklich letzte Spiel seiner Karriere sein, ehe er wieder in seinen seit Oktober 2017 unterbrochenen Ruhestand zurückkehrt. Für Kovac, 46, ist es das letzte Spiel mit der Eintracht, ehe er seine Karriere danach beim FC Bayern in eine neue Dimension führen will. So traten sie dann auch auf. Hier der Elder Statesman Heynckes, der sich zuweilen locker und scherzend gab. Dort der junge Kollege Kovac, der die Fragen konzentriert und sachlich beantwortete. Gemeinsam haben beide Trainer derzeit nur, dass eine Premiere für sie in Aussicht steht. Heynckes könnte erstmals das Double gewinnen, Kovac seinen ersten Titel als Trainer.

„Das ist natürlich eine wunderbare Konstellation für die Medien, da kann man viel hineininterpretieren. Ich sehe das ganz locker und relaxt“, sagte Heynckes. Dass er seinen Abschied von der großen Fußballbühne entspannt angehen möchte, brachte Heynckes mehrfach launig zum Ausdruck. Wie bei der Frage zu Thomas Müller, der von seinem Magen-Darm-Infekt genesen sei und von Anfang an spielen könne, nun aber nicht als Kapitän auf dem Podium saß. „Sie wissen ja, dass er gerne redet. Deswegen habe ich ihn gleich zum Hotel geschickt, damit wir hier zügiger vorankommen“, witzelte Heynckes. Für ihn sei ohnehin der Triple-Gewinn 2013 mit dem abschließenden Pokalsieg gegen den VfB Stuttgart (3:2) sein Karriereende gewesen. Das Spiel nun sei aber „sicher noch mal ein Highlight in meiner Biografie“. Die aber, das war die Botschaft, nicht mehr beschädigt werden könne, sollte seine Mannschaft ihrer klaren Favoritenrolle auch ohne Jérôme Boateng, Arturo Vidal und Arjen Robben nicht gerecht werden.

Kovac nicht zum Scherzen aufgelegt

Kovac hat dagegen auf Scherze verzichtet, und für ihn sei seine künftige Aufgabe beim FC Bayern bis zum Ende des Finals „völlig unwichtig“. Er sprach dagegen von einem Abschiedsschmerz, als er sagte: „Es ist nicht einfach, weil wir alle Menschen sind. Wenn man zwei Jahre erfolgreich gearbeitet hat, dann bekommt man schon Wehmut. Das ist auch bei mir so.“

Kovac weiß natürlich, dass für ihn mehr auf dem Spiel steht als für Heynckes. Eine deutliche Niederlage könnte seinem Ausstand nach dem unglücklichen Stand-jetzt-Auftritt kurz vor dem amtlichen Wechsel nach München einen weiteren unschönen Anstrich geben und würde seine ohnehin knifflige Herausforderung beim FC Bayern noch zusätzlich ein wenig erschweren. Heynckes‘ souveränes Double wäre dann so etwas wie der Maßstab für Kovac. Eine knappe Niederlage wäre für ihn deshalb schon ein respektabler Erfolg. Das will auch Kovac so verstanden wissen. „Sollten beide Mannschaften ihr Maximum erreichen, wird es für uns sehr, sehr schwer“, sagte er.

Emotionen vorprogrammiert

Heynckes wiederum möchte sich natürlich mit dem zweiten Titel nach der Meisterschaft verabschieden. Und wenn der letzte Vorhang nach diesem Trainerduell fällt, ahnt auch er, „werden natürlich Emotionen hochkommen“. Vermutlich bei beiden.

Das Pokalfinale im Liveticker

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