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Ein Sieg fürs Selbstvertrauen

Sport - Ein Sieg fürs Selbstvertrauen

Sechs Tage vor dem Start der EM gelingt der DFB-Elf von Bundestrainer Joachim Löw gegen Ungarn durch ein Eigentor von Adam Lang und dem Treffer von Thomas Müller die Generalprobe in Gelsenkirchen.

Beitragslänge:
3 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.06.2017, 11:00

Die Defizite seines Teams sind Joachim Löw beim 2:0 über harmlose Ungarn nicht entgangen. Sein Ziel hat der Bundestrainer trotzdem erreicht. Der letzte Test vor dem EM-Start endete mit einem Sieg. Kann man mehr verlangen?

Es gab Testspielergebnisse des deutschen Teams vor großen Turnieren, die regelrecht Panik auslösten. Das 1:4 gegen Italien vor der WM 2006 beispielsweise. Danach wurde wild über die Ablösung des damaligen Bundestrainers Jürgen Klinsmann debattiert. Vor der EM 2016 in Frankreich herrscht zwar keine Jubelstimmung, nach dem etwas müden 2:0 über Ungarn besteht zu Panik kein Grund. Im Gegenteil.


In der Gelsenkirchener Arena machte die deutsche Auswahl ihren letzten Auftritt vor dem EM-Start am 12. Juni gegen die Ukraine zum echten Test, an dessen Ende eines stehen sollte: Ein Sieg, „der Selbstvertrauen schafft“ wie es Bundestrainer Joachim Löw ausdrückte. Es war das erste „zu Null Spiel“ der DFB-Auswahl seit über einem Jahr. „Es war ein Test. Wir haben einiges ausprobiert und wissen, wir müssen am einen oder anderen Thema noch arbeiten“, sagte Löw.


Kurzerholung vor EM-Start

Am Umschaltspiel, am druckvollen Spiel über die Flügel, am Zweikampfverhalten und der Abstimmung in Abwehr und Mittelfeld. All das haben der Bundestrainer und sein Trainerstab gesehen. Um den letzten Feinschliff zu bewerkstelligen, bleibt nun eine Woche. Zuerst einmal schickte Löw seinen Kader zur Kurzerholung nach Hause, bevor der DFB-Tross am Dienstag sein Hauptquartier in Evian-les-Bains am Genfer See bezieht. Weltmeistertrainer Löw selbst wird die Zeit eher nutzen, um sich letzte Gedanken zu machen.


Über die Defizite mindestens genauso wie über positive Aspekte des letzten Tests nach einem intensiven Trainingslager in Ascona. Bastian Schweinsteiger spielte nach über drei Monaten Verletzungspause das erste Mal wieder. Knappe 22 Minuten nur, die dennoch die Erkenntnis lieferten, der Kapitän ist auf einem guten Weg, trotz des eher symbolischen Wertes seiner Einwechslung. „Für 30 bis 45 reicht es, für 90 oder 120 Minuten eher nicht“, sagte der Mittelfeldmann von Manchester United.


Kroos positioniert sich als „Chef“

Toni Kroos zeigte eindrucksvoll, dass er zum Lenker und Denker des deutschen Spiels werden kann. Als Ersatz für Schweinsteiger oder an dessen Seite, wenn der in seinen Rhythmus kommt. Rechts hinten ist Benedikt Höwedes eine verlässliche Größe, auch wenn der Schalker gewohnte Schwächen im Offensivspiel zeigte. Joshua Kimmich (Bayern München) könnte eine offensivere Alternative sein. Der Kölner Jonas Hector scheint auf der linken Seite gesetzt.


Im Mittelfeld dominierte Kroos an der Seite von Sami Khedira, der weniger glänzte und leicht angeschlagen vorzeitig vom Feld musste. Eine reine Vorsichtsmaßnahme wie Löw betonte. Vor allem im Angriff probierte Löw seine Optionen aus. In Hälfte eins mit Mario Götze als Spitze, dessen Einsatz den Ungarn Adam Lang (39.) zu einem Eigentor zwang. In Hälfte zwei ersetzte Mesut Özil Götze hinter den Spitzen und die Sturm-Variante Mario Gomez führte nach dessen Kopfballvorlag zum 2:0 (63.) durch Thomas Müller.


Minimalziel vernünftiger Test

Trotzdem registrierte Löw das leichte Durcheinander, das sich die deutsche Offensiv-Abteilung leistete. Auch die oft gescheiterten Versuche, Überzahlspiel zu schaffen, um hinter die ungarische Abwehr zu kommen. Julian Draxler sammelte auf Links eher weniger Pluspunkte gegenüber seinen Konkurrenten Lukas Podolski und Andre Schürrle. Der eingewechselte Leroy Sane deutete sein Potenzial an.


„Ich denke, das war ein vernünftiges Testspiel. Das war ja nicht immer so. Wir müssen nur aus dem guten Spiel nach vorne noch mehr klare Chancen ziehen“, zog Champions League-Sieger Toni Kroos eine vorsichtig positive Bilanz. Torwart Manuel Neuer empfahl, was wohl ohnehin auf der „to-do-Liste“ von Joachim Löw steht: „Wir müssen die Zeit in Evian noch nutzen“.

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