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Nächster Showdown der Biathlon-Alphatiere

Weltcup in Ruhpolding - Einzel Männer

Die Rivalität zwischen dem langjährigen Klassenprimus Martin Fourcade und seinen norwegischen Verfolgern kocht einen Monat vor Olympia schon ziemlich hoch. Beim Einzelrennen von Ruhpolding (Mi., 14 Uhr live im ZDF) kommt es zum nächsten Showdown der ehrgeizigen Herren.

Johannes Thingnes Boe und Martin Fourcade (v.l.n.r.)
Johannes Thingnes Boe und Martin Fourcade (v.l.n.r.)
Quelle: dpa

Johannes Thingnes Boe machte auf dem Blatt mit der Überschrift „Preisgeld“ gerade seine persönlichen Angaben, als er nochmal mit der provokanten Geste von Martin Fourcade konfrontiert wurde. Der 29-jährige Franzose hatte seinen Sieg im Oberhofer Jagdrennen gefeiert, indem er dem Verfolger-Trio aus Norwegen nach dem entscheidenden Schuss ins Schwarze nicht einfach davonfuhr, sondern Boe, dessen Bruder Tarjei und seinem Lieblingsrivalen Emil Hegle Svendsen vorher noch ein paar Sekunden lang den stolzgeschwellten Oberkörper präsentierte.

Neuauflage garantiert

Eine Gockel-Einlage, die Johannes Thingnes Boe, sein härtester Widersacher in diesem Winter, gegenüber zdfsport.de pikiert kommentierte: „Man kann seine Freude ja zeigen. Aber ich mag es nicht wirklich, wenn du dich dabei umdrehst und es Gesicht zu Gesicht mit anderen machst. Ich hätte das niemals getan.“

Beim Einzel über 20 Kilometer zum Auftakt des Weltcups in Ruhpolding werden derartige Anflüge von Überheblichkeit kaum zu beobachten sein – weil es beim Klassiker des Biathlons keine Mann-gegen-Mann-Duelle am Schießstand gibt. Mit Szenen wie in Oberhof ist in Zukunft allerdings immer wieder zu rechnen – gerade zwischen Fourcade und dem pünktlich vor Olympia wiedererstarkten Svendsen.

Intensive Rivalität

Ich kann ein großes Arschloch sein, wenn ich verliere.
Emil Hegle Svendsen

Den extrem ehrgeizigen und eitlen Superstar aus Frankreich und den 32-jährigen Skandinavier verbindet seit vielen Jahren eine intensive Rivalität – die sie im passenden Moment auch gerne mal am Schießstand oder hinter dem Zielstrich ausleben.

Bei der WM 2013 in Nove Mesto (Verfolgung) und bei den Winterspielen 2014 in Sotschi (Massenstart) mussten die hauchdünnen Siege von Svendsen sogar jeweils per Zielfoto ermittelt werden. Wobei der Norweger nach seinem olympischen Triumph im Kaukasus klarstellte: „Martin ist zuallererst ein guter und ehrlicher Typ – und bei Niederlagen viel netter als ich. Denn ich kann ein großes Arschloch sein, wenn ich verliere.“

Genüssliches Triezen

Am vergangenen Freitag war der Doppel-Olympiasieger von Vancouver und Sotschi Zweiter im Sprint von Oberhof, hinter Fourcade. Vor allem aber war er nach zwei wegen Krankheit verpassten Weltcups im Dezember erleichtert darüber, sich einen Monat vor dem Saisonhöhepunkt wieder seiner Topform zu nähern. So sehr, dass er den schnellen Monsieur auf dem Stuhl neben sich im Namen der Teamkollegen gleich genüsslich triezte: „Wir sind jetzt ein bisschen näher an ihm dran als im letzten Jahr.“

Im heimischen TV meinte Svendsen zudem keck, Fourcade fürchte sich nun vor den starken Norwegern. Was den Adressaten prompt zu seiner arroganten Einlage beim Verfolgungsrennen animierte. Gefolgt von der späteren Erklärung: „Ich habe Respekt vor den Norwegern, aber keine Angst. Außerdem hege ich ihnen gegenüber nicht solche Gefühle wie sie mir gegenüber.“

Boe-Brüder uneins

Das klang nach verletzter Liebe – auch wenn Tarjei Boe (29) Fourcades Geste als ausgesprochen unterhaltsam und „cool“ bezeichnete. Sein fünf Jahre jüngerer Bruder Johannes Thingnes sieht das ganz anders. Und der dreimalige Weltmeister, dem giftigen Franzosen in dieser Saison vor allem läuferisch überlegen, kann fast genauso gut sticheln wie Svendsen.

„Wenn Emil nicht da gewesen wäre, hätte Fourcade schon über hundert Weltcupsiege“, betont Johannes Thingnes Boe – und vermutet: „Vielleicht ist es das, was ihn ärgert.“

Das Rennen im Liveticker

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