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Auch Olympiasiegerin Tschitscherowa unter Verdacht

Sport - Auch Olympiasiegerin Tschitscherowa unter Verdacht

Bei Nachkontrollen von Dopingproben der Spiele 2008 waren 31 auffällig gewesen. Knapp die Hälfte stammen von russischen Athleten. Darunter wohl auch Anna Tschitscherowa, Olympiasiegerin im Hochsprung.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.05.2017, 19:46

14 überführte Sportler bei Olympia in Peking, höchstwahrscheinlich zehn erschwindelte Medaillen: Zweieinhalb Monate vor den Sommerspielen in Rio de Janeiro nimmt der Doping-Skandal im russischen Sport kein Ende. Hinter dem Start der Großmacht bei den Spielen in Rio stehen immer größere Fragezeichen.


Wie das nationale olympische Komitee Russlands (ROC) bekannt gab, stammen 14 der insgesamt 31 bei Nachtests der Spiele in Peking überführten Sportler aus Russland. Darunter sollen sich nach russischen Medieninformationen zehn Medaillengewinner befinden, vor allem aus der Leichtathletik.

Trainer bestätigt Vorwurf

Unter den genannten prominenten Namen befindet sich auch Hochsprung-Star Anna Tschitscherowa, Olympiasiegerin von London und Dritte von Peking. "Anna hat vor drei Tagen die Nachricht erhalten, dass eine Probe von Peking positiv war", wurde ihr Trainer Jewgeni Sagorulko am Dienstag von der Nachrichtenagentur TASS zitiert: "Im Moment ist dies noch nicht offiziell bestätigt worden, aber wir sind uns der Tatsache bewusst und müssen damit umgehen."

Tschitscherowa bestätigte den Erhalt der Nachricht, stellte jedoch klar: "Vor der Analyse der B-Probe kann niemand sagen, dass ich gedopt habe."

Auch Gewichtheber und Ruderer

Ebenfalls genannt wurden die 4x100-Meter-Staffelolympiasiegerin Julia Tschermoschanskaja und die spätere Speerwurf-Weltmeisterin Marija Abakumowa, die in Peking Silber vor Christina Obergföll gewann. Auch zwei Medaillengewinner im Gewichtheben und Ruderer Alexander Kornilow sollen zu den überführten Athleten zählen. Offiziell bestätigt wurden die Namen nicht.

Für Russland sind die Ergebnisse der Nachtests ein weiterer Rückschlag im Kampf um die Teilnahme an den Spielen in Rio (5. bis 21. August). Nach dem Ausschluss des russischen Leichtathletik-Verbandes RUSAF aus dem Weltverband IAAF wegen massiver Doping-Vergehen und der Anschuldigungen bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi mit angeblich mindestens 15 gedopten russischen Medaillengewinnern mehren sich derzeit die Stimmen, die ein Aus des gesamten russischen Teams für in Rio fordern.

WADA untersucht

IOC-Präsident Thomas Bach hatte in der vergangenen Woche ein komplettes Startverbot Russlands in Rio nicht kategorisch ausgeschlossen. Derzeit untersucht die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA die vom damaligen Leiter des Anti-Doping-Labors in Sotschi, Gregori Rodtschenkow, erhobenen Vorwürfe eines staatlichen Doping-Systems.

Chef-Ermittler ist Richard McLaren, der schon Teil der unabhängigen WADA-Kommission war, die organisiertes Doping in der russischen Leichtathletik aufdeckte. Ergebnisse soll es im Juli geben.

Verband droht seinen Athleten

Der russische leichtathletik-Verband RUSAF hat am Dienstag angekündigt, all seinen Sportlern mit Dopingvergangenheit die Teilnahme an Rio 2016 zu verwehren. "Jeder potenzielle Olympiastarter, dem in den vergangenen Jahren die Einnahme von Doping nachgewiesen wurde, kann nicht Teil der russischen Olympiamannschaft sein", heißt es in einem Statement.

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