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Scharapowa zwei Jahre gesperrt

Sport - Scharapowa zwei Jahre gesperrt

Bei Nachkontrollen von Dopingproben der Spiele 2008 waren 31 auffällig gewesen. Knapp die Hälfte stammen von russischen Athleten. Darunter wohl auch Anna Tschitscherowa, Olympiasiegerin im Hochsprung.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.05.2017, 19:46

Keine Gnade für Maria Scharapowa: Die russische Weltklasse-Tennisspielerin Maria Scharapowa ist vom Tennis-Weltverband ITF nach ihrem positiven Dopingbefund mit einer zweijährigen Sperre bestraft worden. Sie war im Januar positiv auf Meldonium getestet worden.

Scharapowa will das Urteil nicht akzeptieren und kündigte den Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS an. "Ich kann die unfaire Zwei-Jahres-Sperre nicht akzeptieren", schrieb die fünfmalige Grand-Slam-Turniersiegerin auf ihrer Facebook-Seite.
Ihr Traum von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro und die Hoffnung auf Olympia-Gold ist jedoch erst einmal dahin. Die Sperre ist nach Angaben der ITF rückwirkend vom 26. Januar 2016 an gültig.

Seit 1. Januar auf der Liste

Die frühere Weltranglisten-Erste war in den vergangenen Monaten suspendiert. Anfang März hatte die 29-Jährige auf einer Pressekonferenz öffentlich gemacht, dass sie im Januar bei den Australian Open in Melbourne positiv auf die verbotene Substanz Meldonium getestet worden war. Die WADA hatte das Mittel zum 1. Januar 2016 auf die Dopingliste gesetzt. Es handelt sich bei Meldonium um ein Herzmedikament, das auch die Regeneration verbessern soll.

Russlands Sportminister Witali Mutko sprach nun von einem bedauerlichen Urteil. Allerdings habe Scharapowa die Einnahme von Meldonium selbst eingeräumt. "Daher wurden mildernde Umstände berücksichtigt", sagte Mutko der Agentur Tass zufolge. Laut ITF- und WADA-Reglement wäre auch eine vierjährige Sperre möglich gewesen, was der Verband ebenfalls anführte.

Kampf um kürzere Sperre

Russlands Tennisverband sagte der Spielerin seine Unterstützung beim Kampf um eine kürzere Sperre zu. "Da sie die Meldonium-Einnahme nach dem 1. Januar eingeräumt hat, ist eine vollständige Aufhebung der Disqualifizierung unmöglich. Aber eine Verringerung scheint denkbar - zumal, wenn man ihr tadelloses Verhalten und das der Ärzte berücksichtigt", sagte Verbandspräsident Schamil Tarpischtschew.

Scharapowa hatte sich zuletzt Hoffnung auf einen Freispruch machen dürfen, da bei 14 anderen Athleten aus Russland und Georgien die Sperre wieder aufgehoben worden waren. Grund: Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte im April ihre Regularien in Bezug auf Meldonium gelockert und akzeptiert in Proben vor dem 1. März 2016 eine Konzentration von bis zu einem Mikrogramm pro Milliliter. Die WADA war zu der  Erkenntnis gekommen, dass Meldonium nach der Absetzung länger nachweisbar ist als zuvor angenommen. So hätte bespielweise ein Athlet, der das Medikament im Dezember 2015 abgesetzt hat, im Januar noch über dem alten Grenzwert liegen können.

Schreiben nicht beachtet

Bei Scharapowa liegt der Fall aber anders. Die Russin hatte die Schreiben der WADA und der ITF Ende vergangenen Jahres nicht beachtet, wonach Meldonium auf die Dopingliste gesetzt wurde. Scharapowa hatte am 7. März ihren Fehler eingeräumt und angekündigt: "Ich will meine Karriere nicht so beenden. Ich hoffe, dass ich eine weitere Chance bekomme." Die 29-Jährige gilt als die reichste Sportlerin der Welt und ist eine von nur zehn Tennis-Spielerinnen, die jedes Grand-Slam-Turnier einmal gewonnen hat.

Bisher hatte es 173 positiven Proben auf das in der Wirkung umstrittene Herzmedikament gegeben. Vor allem Athleten aus Russland und anderen osteuropäischen Ländern sind betroffen. Darunter auch die viermalige Schwimm-Weltmeisterin und Olympia-Dritte von 2012 Julija Jefimowa aus Russland.

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