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Teurer Triumph - Weinhold und Dissinger fallen aus

Sport - Teurer Triumph - Weinhold und Dissinger fallen aus

Das Verletzungspech bleibt den deutschen Handballern treu. Bei der EM muss die Mannschaft nun auch ohne Steffen Weinhold und Christian Dissinger auskommen. Trainer Sigurdsson hat bereits reagiert.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.01.2017, 19:13

Nach einem weiteren Krimi bezwingen die Handballer Russland mit 30:29 (17:16)-Toren. Mit 6:2-Punkten ist das Halbfinale bei der EM in Polen greifbar. Aber die Ausfälle von Kapitän Steffen Weinhold und Christian Dissinger wiegen schwer.

Weinhold hatte sich in der letzten Minute einen Muskelbündelriss im Adduktorenbereich des linken Oberschenkels zugezogen und fällt sechs bis acht Wochen aus. Auch sein Kieler Vereinskollege Dissinger wird wegen einer Adduktorenverletzung bei der EM nicht mehr zum Einsatz kommen. Wie lange er ausfällt, ist noch nicht sicher.

Trotz Verletzung: Als der Sieg eingefahren war, raffte sich Weinhold wieder auf und humpelte auf das Spielfeld. Den abschließenden Kreis, den die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) hüpfend bildete, wollte der Kapitän nicht missen. Weinhold hüpfte also tatsächlich mit nach dem hart erkämpften 30:29 (17:16)-Sieg gegen Russland. Aber nur auf dem rechten Bein.


Hüpfen auf dem rechten Bein

„Dass wir diesen Sieg über die Bühne gebracht haben, ist phänomenal“, freute sich Kreisläufer Erik Schmidt (Hannover), der mit fünf Toren glänzte, über diese erneute Willensleistung. „Sogar Dagur hat sich gefreut wie ein Schneekönig“, wunderte sich der starke Torwart Carsten Lichtlein (Gummersbach) über die Emotionen des Bundestrainers Sigurdsson. Nur eine Stimme des Kapitäns war nicht zu bekommen, er wurde sofort behandelt.

Der linke Oberschenkel schmerzte zu sehr nach dieser dramatischen Schlussphase im zweiten Hauptrundenspiel der EM in Polen. Als der Druck unerträglich wurde, war Weinhold voran marschiert, hatte sich mit seinem Körper in die Schlacht geworfen: Zuerst wühlte sich der Halbrechte vom THW Kiel durch die russische Abwehr und erzielte im Fallen das so wichtige Tor zum 30:27, da waren noch 165 Sekunden zu spielen.

Halbfinal-Einzug selbst in der Hand
Und dann, als der Berliner Fabian Wiede im letzten deutschen Angriff den Ball verdaddelte und die Russen im Schnellangriff auf den Ausgleich drängten, rannte er zurück und wurde von Dimitri Zhitnikov umgerannt; in dieser Seitwärtsbewegung riss etwas. Wahrscheinlich sind die Adduktoren kaputt. Dass Zhitnikow dann den letzten Ball des Spiels über das Tor warf, sah Weinhold nur noch im Liegen.

Insofern mischten sich in die Freude nach dem neuerlichen Happy End im Breslauer Handballkrimi auch Sorgen: Zwar haben die deutschen Handballer zwar 6:2-Punkte auf dem Konto und damit vor dem abschließenden Gruppenspiel am Mittwoch gegen Dänemark (6:0) den Einzug in das Halbfinale noch selbst in der Hand.

Nachnominierungen nötig
Aber einen Sieg mit mindestens drei Toren, den sie wohl benötigen, glaubt eigentlich kein Handballexperte. Indes hat Bundestrainer Sigurdsson Kai Häfner (Hannover) und Julius Kühn (Gummersbach) nachnominiert.

Der Bundestrainer wollte aber nicht zu viel jammern – auch die Ausfälle vier wichtiger Profis in Vorfeld der EM, darunter Kapitän Uwe Gensheimer (Löwen) und Abwehrchef Patrick Wiencek (Kiel), hatte der Isländer hingenommen wie schlechtes Wetter. Er machte einfach weiter. Und auch jetzt, wo seine Mannschaft das erste EM-Halbfinale seit 2008 erreichen kann, will er diese Devise befolgen.

Steffen Weinhold
Steffen Weinhold Quelle: imago/Newspix

Pause nutzen
Sigurdsson vertraut auf den Geist seines Teams, in dem jeder Verantwortung übernimmt. „Diese Partie hat gezeigt, dass wir einen breiten Kader haben“, sagte er. Es hänge nicht alles von einem oder zwei Spielern ab.

Die Frage, ob es ein zu teuer erkaufter Sieg war, will der Isländer, wenn überhaupt, erst nach diesem Turnier beantworten. Die Spieler jedenfalls teilten mit, dass sie vorhaben, möglichst lange in Polen zu bleiben, am liebsten bis zum Finale. „Wir haben zwei Tage zur Regeneration, die müssen wir nutzen“, sagte Rechtsaußen Tobias Reichmann. „Und dann wollen und werden wir angreifen.“

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