Philip Gogulla, der Mann für gewisse Tore

Sport - Philip Gogulla, der Mann für gewisse Tore

In der DEL ist der EHC München gut ins Halbfinale gestartet. Die Münchner bezwangen die Kölner Haie in heimischer Halle mit 5:1 und gingen damit in der Best-of-Seven-Serie mit 1:0 in Führung.

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1 min
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Video verfügbar bis 31.03.2017, 07:20

Eishockey-Stürmer Philip Gogulla steht mit den Haien im Playoff-Halbfinale - im Viertelfinale haben die Kölner die Eisbären Berlin aus dem Wettbewerb geworfen. Und Gogulla hatte mit seinen Toren großen Anteil an dem Erfolg. Der 28-jährige Nationalspieler spielt die wohl beste Saison seiner Karriere. Die Lässigkeit, für die er oft kritisiert worden ist, hat er weitgehend abgelegt.

Von Hans Zach bekam Haie-Stürmer Philip Gogulla schon einiges zu hören. Der Alt-Bundestrainer gerät immer dann in Rage, wenn er Schludrigkeit im Spiel des begabten Profis zu erkennen meint.

Kritiker Zach

"Mich ärgert es, wenn Spieler so wenig Verantwortung übernehmen", sagte Zach einmal. Und noch Anfang Januar schimpfte er: "Solche Spieler müssen sich nicht wundern, dass sie sich in Nordamerika nicht durchgesetzt haben."

Zach ist mit seinen 67 Jahren zwar nicht mehr als Trainer aktiv, als Fernsehkommentator tut er seine Meinung aber immer noch kund - und sie wird zur Kenntnis genommen in der Eishockey-Szene.

Gogulla nimmt es gelassen: "Wenn er meint, so etwas sagen zu müssen, dann soll er das tun. Mich lässt es kalt." Es braucht Gogulla auch nicht zu kümmern. Er steht mit den Kölner Haien im DEL-Halbfinale. In der Best-of-Seven-Serie gegen den EHC München steht es nach der zweiten Partie 1:1.

Hervorragende Playoff-Quote

Im Viertelfinale gegen die Eisbären und in der Runde davor hatte Gogulla eindrücklich bewiesen, dass er ein Mann für wichtige Tore sein kann. Nach 12 Playoff-Spielen stehen für ihn acht Treffer und sechs Vorlagen zu Buche - so oft hat er in einer Endrunde nie zuvor getroffen.

Schon in der Hauptrunde war er mit 46 Punkten (20 Tore, 26 Assists) bester Haie-Stürmer. "Ich fühle mich in dieser Saison einfach gut", sagt Gogulla: "Ich habe im Sommer hart an mir gearbeitet. Ich bin ein Spieler der produzieren will, daran werde ich gemessen."

Entdecker Zach

Zach, der von 2002 bis 2006 Haie-Trainer war, holte Gogulla 2004 als 17-Jährigen aus der Krefelder Jugend nach Köln. Er war schwer begeistert vom Talent des schnellen und technischen starken Stürmers.

Von Beginn an haderte er allerdings auch mit Gogullas Tendenz zur Lässigkeit, die seine Karriere geprägt hat wie die wichtigen Tore. Unvergessen ist die Heim-WM 2010, bei der Gogulla die DEB-Auswahl zunächst beim 1:0 gegen die Schweiz ins Viertelfinale schoss. Und dann im Halbfinale gegen Russland den spielentscheidenden Fehler vor dem 1:2 beging.

Neuer Trainer, neuer Schwung

Seinen Hang zum Schlendrian hat Gogulla momentan aber unter Kontrolle. Darauf hat sicher auch Cory Clouston Einfluss. Der kanadische Trainer löste am 22. Januar den erfolglosen Schweden Niklas Sundblad in Köln ab und führte die damals schwächelnden Haie über die Pre-Playoffs unter die besten vier Teams der Liga.

Cory Clouston, Trainer der Kölner Haie
Cory Clouston, Trainer der Kölner Haie

Clouston, der fast drei Jahre Coach der Ottawa Senators in der NHL war, ist ein genauer Trainer, der Fehler sofort anspricht - offenbar wirkt es bei Gogulla. In so konstanter Form wie in den letzten Monaten hat man den Stürmer in all den Jahren in Köln jedenfalls nicht gesehen.

Drei Mal Vizemeister

Gogulla hat viel erlebt mit den Haien. Drei Mal (2008, 2013, 2014) stand er mit Köln im Playoff-Finale, drei Mal wurde er Vizemeister. Nur für ein Jahr, von 2009 bis 2010, verließ Gogulla die Haie und versuchte, in der NHL bei den Buffalo Sabres zu landen.

Vom Talent her trauten ihm viele Experten den Durchbruch zu. Es mangelte ihm aber wohl an Durchsetzungsvermögen. Jedenfalls kehrte er nach Köln zurück, da er keine Lust hatte, weiter im Farmteam Portland Pirates in der unterklassigen AHL zu spielen.

"Früher rübergehen"

"Ich hätte vielleicht ein bisschen früher rübergehen müssen. Aber bereue es nicht, dass ich zurückgekommen bin", sagt Gogulla, "denn ich bin glücklich Köln." Und wer weiß, wo er die Haie in dieser Saison noch hinschießt.

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