Sie sind hier:

Stolz und Enttäuschung nach Viertelfinal-Aus

Eishockey-WM in Köln und Paris

Bei der knappen Niederlage gegen Titelverteidiger Kanada (1:2) schlug sich die deutsche Mannschaft achtbar. Manch einer im DEB-Team ärgerte sich jedoch, weil gegen die keinesfalls in Top-Form spielenden Kanadier eine Sensation möglich war.

Enttäuschte deutsche Eishockey-Nationalspieler
Gute Leistung, aber doch das WM-Aus. Quelle: dpa

Als sich Angreifer Marcus Kink kurz nach der Schlusssirene den Fragen der Reporter stellte, sprach sein Gesicht Bände. Zu lesen war darin: Nicht der Stolz auf das Erreichte stand in diesem Moment im Vordergrund, sondern die Enttäuschung über das knappe Ausscheiden. "Schade, wie es vorbeigegangen ist“, sagte Kink. "Wenn man das Ergebnis sieht, denkt man: okay. Aber es wäre vielleicht mehr drin gewesen.“

Zu viele Leichtsinnsfehler

Auch NHL-Routinier Dennis Seidenberg war nicht zufrieden: "Wir haben zu viele Leichtsinnsfehler gemacht, sind denen ins offene Messer gelaufen. Wir waren einfach nicht konzentriert genug in unserem Aufbauspiel.“ Tatsächlich lief in der deutschen Mannschaft bei eigenem Puckbesitz wenig zusammen. Selbst wenn sie vom Gegner nicht unter Druck gesetzt wurde, verfehlten viele Pässe ihr Ziel. Und wenn sie den Puck dennoch irgendwie vor das kanadische Tor brachte, spielte sie oft zu kompliziert.

"Wir haben zu viel und zu lange Respekt vor den Kanadiern gehabt“, so Bundestrainer Marco Sturm. Wie schon im Laufe des Turniers sei die spielerische Leistung seiner Mannschaft nicht optimal gewesen. "Aber ich kann den Jungs überhaupt keinen Vorwurf machen, sie haben alles gegeben.“

Torwart Grubauer überragend

Dem überragenden Philipp Grubauer im deutschen Kasten war es zu verdanken, dass das Spiel gegen Kanada überhaupt bis zum Schluss eng blieb. Auch der kanadische Trainer Jon Cooper äußerte sich anerkennend: "Grubauer war außergewöhnlich. Er hat jeden Schuss gesehen, sein Stellungsspiel ist hervorragend. Und was am wichtigsten war: Er hat kaum Nachschüsse zugelassen.“

Das Urteil des Bundestrainers fiel nicht weniger positiv aus. Er sieht den Backup-Goalie der Washington Capitals sogar zu Höherem berufen: "Er hat das Zeug zum Nr.-1-Torwart in der NHL.“ Zu den Gewinnern des Turniers zählt aber nicht nur Grubauer, sondern auch junge Spieler wie die Angreifer Dominik Kahun und Frederik Tiffels (beide 21 Jahre), die sich mit ihrer Schnelligkeit und ihren technischen Fähigkeiten in den Vordergrund gespielt haben. "Die jungen Spieler müssen in Zukunft noch mehr Verantwortung übernehmen“, so der Bundestrainer mit Blick auf Routiniers wie Ehrhoff (34) und die Seidenberg-Brüder Yannic (33) und Dennis (35), die dem DEB-Team möglicherweise nicht mehr viele Jahre zur Verfügung stehen.

DEB erhofft sich von der WM einen Boom

Aus Sicht des Bundestrainers kommen derzeit zu wenige junge Spieler nach, auch weil lange Jahre versäumt wurde, den Nachwuchsbereich in Deutschland professioneller aufzustellen. Mit dem Ausbildungskonzept "Powerplay 2026“ und der Initiative "Wir sind Eishockey“, die Eishockey stärker als Breitensport etablieren soll, hat der DEB aber jüngst die Weichen gestellt. Die erfolgreiche WM soll beiden Programmen einen zusätzlichen Schub geben. Das ist auch der Wunsch von Stanley-Cup-Sieger Dennis Seidenberg, dem vielleicht besten deutschen Spieler bei diesem Turnier: "Hoffentlich haben viele Kinder und junge Eishockeyspieler zugeschaut und wurden inspiriert."

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.