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Marco Sturms "neuer Weg"

Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm

Sport - Marco Sturms "neuer Weg"

Das deutsche Team hat sein Auftaktspiel bei der Eishockey-WM in Russland gegen Frankreich knapp mit 2:3 n.P. verloren - die erste WM-Niederlage gegen die Franzosen seit 2009.

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Die Eishockey-WM in Russland ist die Feuertaufe des Bundestrainers Marco Sturm. Der NHL-erfahrene Trainernovize will aus der deutschen Mannschaft wieder eine Einheit machen. Dabei kann er auf die Unterstützung einiger Stars aus Übersee bauen. Die SPORTreportage zeigt in der Sendung heute (ab 17.10 Uhr) einen Bericht über das Spiel gegen Finnland.

Marco Sturm ist eine deutsche Eishockey-Legende. Als einziger Spieler aus Deutschland spielte er mehr als 1000 Mal in der NHL, der besten Spielklasse der Welt. "Diese Erfahrung kann mir keiner mehr nehmen", sagt er voller Stolz.

Gut besetzt wie nie

Zwar reichte es nie zum Gewinn des Stanley Cups, der Meistertrophäe, doch Sturm genießt im Eishockey-Geschäft größten Respekt. Für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft, die er seit dieser Saison coacht, hat sich das schon bezahlt gemacht: Das DEB-Team ist so gut besetzt wie seit Jahren nicht. Die Spieler kommen wieder gerne zur Nationalmannschaft - das war in den vergangenen Jahren keine Selbstverständlichkeit.

Dazu gibt es einen bezeichnenden Satz von DEB-Präsident Reindl: "Wenn Marco Sturm den Hörer hebt, wird am anderen Ende auch abgenommen." Sturms Vorgänger Pat Cortina, der selbst nie auf Profiniveau Eishockey gespielt hatte, wurde trotz durchaus vorhandener Erfolge als Trainer nicht von allen Nationalspielern respektiert.

Einer mit Ausstrahlung

Vor Beginn der WM im vergangenen Jahr hagelte es mehr als 20 Absagen, Deutschland fuhr mit einer besseren B-Auswahl zum Turnier. Daher war es eines der vorrangigen Ziele bei der Suche eines neuen Bundestrainers im vergangenen Sommer, eine Persönlichkeit mit Strahlkraft zu finden, wie Franz Reindl es ausdrückte. Das ist gelungen.

Marco Sturm will aber keinen Hype um seine Person: "Klar sind die Augen auch auf mich gerichtet, aber im Mittelpunkt steht die Mannschaft", sagt er.

Und: "Wer nur ein bisschen zögert, für Deutschland zu spielen, ist bei mir an der falschen Adresse." Eine klare Ansage an den Kreis der (potenziellen) Nationalspieler.

Auch in taktischer Hinsicht fordert er absolute Disziplin: Er wolle keine Akteure, die ihren eigenen Weg gingen, so Sturm: "Das geht schnell nach hinten los. Oft reicht schon ein Spieler, der nicht mitzieht. Stattdessen brauchen wir eine komplette Einheit.“

NHL-Stars wecken Hoffnungen

Genau da sah der Bundestrainer bei der Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren eines der Defizite. Daher spricht Sturm von einem "neuen Weg": Es ist ihm wichtig, dass seine Spieler einfach spielen, hart arbeiten und in der Lage sind, eine andere Rolle einzunehmen als sie das im Klub gewöhnt sind.

So musste beispielsweise Patrick Hager, bester Punktesammler der Kölner Haie in den DEL-Playoffs, zuletzt mehr defensive Aufgaben übernehmen. Eine Maßnahme, die auch für die offensive Qualität des Kaders steht: Die NHL-Akteure Tobias Rieder (Arizona) und Leon Draisaitl (Edmonton) sind die unumstrittenen Stars im Team. Für die Stabilität in der Abwehr sollen die Verteidiger Christian Ehrhoff (Chicago) und Korbinian Holzer (Anaheim) sorgen.

Doch nicht nur von den Akteuren aus Übersee, sondern auch von der ganzen Mannschaft erwartet Marco Sturm eine Menge. Der Ehrgeiz des ehemals so erfolgreichen Spielers ist ungebrochen: "Ich werde so lange rumbohren, bis alle mein System perfekt umsetzen."

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