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DEB-Team mit Selbstvertrauen gegen Russland

Sport - DEB-Team mit Selbstvertrauen gegen Russland

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft gewinnt überraschend mit 3:2 gegen die favorisierten Amerikaner und steht vor dem letzten Spieltag schon fast sicher im Viertelfinale der WM in Russland.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.05.2017, 13:02

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat sich nach wackligem Start in die WM nicht nur gefangen, sondern zuletzt groß aufgespielt. Nun wartet im Viertelfinale (Donnerstag, 19.15 Uhr) jedoch der schwerstmögliche Gegner: Gastgeber Russland.

Das Team von Bundestrainer Marco Sturm hätte es nicht härter treffen können. In der K.o.-Runde der Weltmeisterschaft trifft man ausgerechnet auf die russische Mannschaft, die womöglich stärkste Mannschaft des Turniers. Ähnlich wie das deutsche Team fanden die Russen erst in der dritten Partie zu ihrem Spiel. Seitdem lehren sie ihre Gegner das Fürchten: Dänemark wurde mit einer 10:1-Klatsche abgefertigt und selbst die starken Schweden bekamen zuletzt beim 4:1 kein Bein aufs Eis. Neben Vadim Schipaschyow und Jung-Star Artemi Panarin, die gemeinsam die Scorer-Liste des Turniers anführen, machen den russischen Fans unter anderem die NHL-Veteranen Pawel Datysuk und Alexander Owetschkin große Hoffnung auf den 28. WM-Titel.

Hoffen auf ein Wunder

Ein Ausscheiden gegen Russland wäre für die deutsche Mannschaft also kein Beinbruch. Im Gegenteil, das DEB-Team hat sich bei dieser Weltmeisterschaft viel Respekt erarbeitet –auch, aber nicht nur wegen des rauschhaften Last-Minute-Siegs gegen die favorisierten US-Amerikaner. Angreifer Philip Gogulla, bisher einer der Besten in der deutschen Mannschaft, gibt sich selbstbewusst: "Wir haben bewiesen: Wenn der Zusammenhalt da ist und wir auch mal etwas Glück haben, dann können wir die Sensation schaffen." Zwar sind die Russen noch mal eine andere Hausnummer als die aktuelle Auswahlmannschaft der USA – aber die Erfolge bei dieser WM haben das DEB-Team beflügelt. Gogulla: "Jetzt wollen wir mehr!"

Das Ziel des neuen Bundestrainers Marco Sturm vor dieser WM war es, aus der Mannschaft wieder eine funktionierende Einheit zu machen. Das ist ihm gelungen und Angreifer Gogulla ist dafür eines der besten Beispiele: In den ersten beiden Turnierspielen fehlte es an der Abstimmung und an der Sicherheit im deutschen Spiel. Der Trainerstab stellte die Reihen um – und bildete das Gespann Gogulla – Hager – Schütz. Das Trio ist seither der gefährlichste Angriff des DEB-Teams. So kompensierte die Mannschaft bereits mehrere Ausfälle – schon drei Spieler mussten verletzt abreisen. Bitter ist aus deutscher Sicht, dass nun auch noch Felix Schütz das Viertelfinale wegen einer Verletzung verpassen wird.

Alle wollen dabei sein

Umso mehr wird es gegen Russland darauf ankommen, dass endlich auch DEB-Hoffnung Leon Draisaitl (Edmonton Oilers) seine Stärken ausspielt. In der Abwehr dagegen sind zwei NHL-Akteure bereits jetzt die unangefochtenen Chefs: Christian Ehrhoff ist der Regisseur, Korbinian Holzer der Abräumer in der deutschen Defensive. Torwart Thomas Greiss, der nach dem Ausscheiden seiner New York Islanders zum DEB-Team stieß, gibt dem Spiel der deutschen Mannschaft weitere Sicherheit.

In den vergangenen Jahren zögerten manche NHL-Stars noch, als es darum ging, für die Nationalmannschaft zu spielen. Das hat sich grundlegend geändert, und Philip Gogulla hat eine Erklärung dafür: "Ich denke, dass Marco Sturm dabei eine große Rolle spielt. Jeder ist bereit, für Deutschland zu spielen." Neuer Zusammenhalt, neues Selbstvertrauen – die erste WM des Bundestrainers Marco Sturm ist schon jetzt ein Erfolg.

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