Neuer Partner - altes Ziel

Sport - Neuer Partner - altes Ziel

Vor der Eiskunstlauf-WM im US-amerikanischen Boston hat das Duo Aljona Savchenko und Bruno Massot eine Medaille als Ziel ausgegeben. Als Fernziel wartet ohnehin Olympia.

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1 min
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Video verfügbar bis 30.03.2017, 06:03

Paarläuferin Aljona Savchenko startet mit ihrem neuen Partner Bruno Massot in dieser Woche bei der Eiskunstlauf-WM in Boston. Mit Massot will sie 2018 Olympiasiegerin werden – ein Ziel, das Savchenko zuvor in elf Jahren mit Robin Szolkowy nicht erreichte. Ihr Projekt geht sie fröhlicher als früher an.

Aljona Savchenko war schon fünfmal Welt- und viermal Europameisterin, sie ist eine der besten Paarläuferinnen der Welt. Vor ihrem Start bei der Weltmeisterschaft in Boston, die für sie am Freitag mit dem Kurzprogramm beginnt, fühlt die 32-Jährige trotzdem eine besondere Spannung. Denn ihr Partner heißt nicht mehr Robin Szolkowy, seit 20 Monaten läuft sie Bruno Massot für Deutschland. Es ist ihre erste WM mit 27-Jährigen, die sie mit unverändertem Ehrgeiz angeht. „Wir wollen eine Medaille, das ist kein Witz“, sagt Savchenko. Es wäre eine Sensation, wenn es klappen sollte.

Die Konkurrenz in Boston ist groß

Bei der EM in Bratislava im Januar, dem ersten großen Start des neuen Paares, das in Oberstdorf trainiert, reichte es zwar zu Silber hinter den russischen Olympiasiegern Tatjana Wolossoschar und Maxim Trankow. An der amerikanischen Ostküste ist die Konkurrenz aber viel größer: Neben Wolossoschar/Trankow sind die Titelverteidiger Meagan Duhamel und Eric Radford aus Kanada in Boston am Start, die russischen Grand-Prix-Sieger Ksenia Stolbowa und Fedor Klimow und die starken Chinesen Sui Wenjing und Han Cong. Unmöglich ist eine WM-Medaille aber nicht. „Bruno hat sich zuletzt gut entwickelt“, meint Trainer Alexander König. „Dafür tut er eine Menge, er fühlt mehr und mehr die Kunst im Eiskunstlauf.“


Mit Massot, der 1989 in Caen/Frankreich das Licht der Welt erblickte, scheint Savchenko einen ebenbürtigen Partner gefunden zu haben. Der athletische Franzose, der der bis 2014 mit der gebürtigen Russin Darja Popowa lief, ist wie sie ein Wettkampftyp, der alles für den Erfolg tut. So siedelte er aus Caen nach Oberstdorf um, um mit ihr trainieren zu können. Obwohl der französische Verband sich lange quer stellte und ihn sperrte, entschied er sich, mit ihr für Deutschland zu starten. Erst im November erhielt die Startfreigabe, die Deutsche Eislauf-Union musste zudem eine Ablösesumme von 30.000 Euro an Frankreichs Verband bezahlen.

Noch nicht am Ende des Weges

Die deutsche Staatsangehörigkeit hat Massot beantragt, denn die braucht er, um bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang zu starten. Denn dort will er mit Savchenko hin. Dort wollen sie Gold gewinnen. „Ich bin noch nicht am Ende meines Weges, noch nicht am Limit angekommen. Ich will die Chance auf Olympia-Gold nutzen“, sagt Savchenko. 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi gewann sie mit Robin Szolkowy jeweils nur Bronze.


Szolkowy schien damit zufrieden, anders als die ungleich ehrgeizigere Savchenko, die mit 19 Jahren der Karriere wegen aus der Ukraine nach Deutschland kam. Er konnte nicht verstehen, warum Savchenko nach Sotschi die Wettkampfkarriere mit einem neuen Partner fortsetzen wollte – anstatt mit Szolkowy bei lukrativen Revuen zu starten. Es gab Streit. Es sei kein schönes Ende gewesen, sagte Szolkowy einmal, der inzwischen das russische Paar Jewgenina Tarasowa und Wladimir Morosow trainiert.

Radikaler Schlussstrich

Savchenko zog einen radikalen Schlussstrich und trennte sich nicht nur von Szolkowy, sondern auf von Coach Ingo Steuer, der das Paar seit 2003 betreut hatte. Sie zog von Chemnitz ins Allgäu zu Alexander König. Die Veränderungen scheinen ihr gut bekommen zu sein. Die früher oft verbissene Weltklasse-Läuferin wirkt bei ihrem neuen Projekt jedenfalls deutlich gelöster und fröhlicher als einst unter Steuers strenger, humorloser Regide.

Auch privat scheint Savchenko ihr Glück gefunden zu haben. Im Sommer will sie ihren britischen Verlobten Liam Cross in Oberstdorf heiraten – und in näherer Zukunft Kinder haben. „Am liebsten zwei Mädchen“, wie sie sagt. Aber natürlich erst in zwei Jahren – nach ihrem Karriereende, möglichst als Olympiasiegerin.

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