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Erik Lessers Kampf um die WM-Norm

Sport - Erik Lessers Kampf um die WM-Norm

Ab Mittwoch treffen sich die besten Biathleten zum zweiten Mal binnen weniger Tage in der Chiemgau-Arena. Dort wollen die Frauen an ihre zuletzt starken Ergebnisse anknüpfen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 09.01.2017, 00:00

Nach Weltcup Nummer vier ringt Erik Lesser weiterhin um die WM-Norm. Das Einzel über 20 Kilometer, mit dem die zweite Runde in Ruhpolding am Mittwoch beginnt, zählt dabei zu den besonderen Vorlieben des Verfolgungsweltmeisters. Doch es gibt auch Bedenken.

Mit seiner ausgeprägten Bierruhe ist Mark Kirchner in den sechs Jahren als Männer-Bundestrainer ganz gut gefahren. Ohne Wenn und Aber setzt der dreimalige Olympiasieger deshalb auf diese persönliche Leitkultur, die aktuell vor allem im Fall Erik Lesser gefragt ist. Deutschlands erfolgreichstem Biathleten bei den letzten drei Großereignissen fehlt noch immer die WM-Norm – und sein Chef gibt einmal mehr den zuverlässigen Seelen-Masseur.

Beispiel Peiffer

"Er bekommt von mir alle Unterstützung“, betont Kirchner und verweist auf die Vorsaison, als es einem anderen seiner Oberhofer Kandidaten ebenso erging wie Lesser im Moment: Die WM-Qualifikation für Kontiolahti legte Arnd Peiffer damals erst auf der fünften Weltcupstation in Ruhpolding vor. „Bei ihm haben wir es auch geschafft. Und als die Norm da war, lief es bei ihm“, erinnert sich der Männer-Coach.

Einmal unter die Top Acht oder zwei Mal unter die besten 15 müssen die deutschen Skijäger für die Eintrittskarte nach Oslo kommen. Die Hälfte dieser Anforderung hat Lesser als Zwölfter beim Jagdrennen in Pokljuka bislang erfüllt, der Rest sollte für den Verfolgungsweltmeister von 2015 und Olympia-Zweiten von Sotschi im Einzel eigentlich kein Hexenwerk sein.

 

Kein Kommentar

Seine Erfolge bei den zurückliegenden Top-Events verdankte der 27-Jährige dabei nicht zuletzt einer gewissen Lässigkeit. „Vielleicht hatte ich so eine Lockerheit – während andere das womöglich zu verkrampft gesehen haben“, mutmaßte er vor Saisonbeginn gegenüber zdfsport.de. Vor dem ersten Weltcup-Aufguss in Ruhpolding sagte er dann: „Ich bin entspannt und will endlich ein ordentliches Rennen abliefern.“

Der Plan ging daneben, nach Sprint (41.) und Verfolgung (34.) sah man jeweils einen entnervten Erik Lesser durch den Aufwärmbereich stapfen. Kommentare zur eigenen Leistung ersparte sich der Thüringer lieber. Für den Massenstart der besten 30 Skijäger nicht qualifiziert, verabschiedete er sich dann für zwei Tage aus dem Chiemgau Richtung Heimat, um dort einen langfristig vereinbarten Termin wahrzunehmen.

Vorbehalte bei Ruhpolding

Nun ist er wieder zurück, will im Einzel die geforderte Pflichtleistung komplettieren. Allerdings: Eine nachweihnachtliche Erkältung warf ihn im Training zurück, zudem weiß der Bundestrainer: „Erik ist nicht gerade ein Ruhpolding-Spezialist, das sagt er auch selber.“

Lesser sei einer, der sich und seine Leistungen sehr gut einschätzen könne, erwähnt Kirchner noch. Eine Top-15-Platzierung im Klassiker über 20 Kilometer, dessen urtümlichen Charakter der gebürtige Suhler eigentlich besonders schätzt, ist für den Highlight-Spezialisten des DSV daher gerade unter den aktuellen Voraussetzungen keine Selbstverständlichkeit.

Alle Jahre wieder

Anders als Staffelweltmeister Daniel Böhm, dem ebenfalls noch die halbe WM-Norm fehlt und der nun in Ruhpolding und in der nächsten Woche in Antholz pausieren muss, darf Lesser auch dank erworbener Meriten sein Glück weiter versuchen. „Es hilft ja nichts, er muss sich in Ruhpolding stellen, alle Jahre wieder“, sagt Männer-Chef Mark Kirchner – und baut schon mal vor: „Es gibt ja auch nach Ruhpolding noch einige Rennen. In Antholz und im Februar in Übersee.“

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