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Ernährungsberater statt Pizzaservice

Im Profifußball kommt viel Eiweiß auf den Teller.

Sport - Ernährungsberater statt Pizzaservice

Quer durch den professionellen Sport ernähren sich Sportler mittlerweile ganz speziell abgestimmt auf ihre Disziplin. Das gilt längst auch für Mannschaftssportler.

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Viele Kohlenhydrate, wenig Fette, genügend Proteine: So kann der Speiseplan eines Dauerläufers aussehen. Im Profifußball trainiert und isst man anders, vermehrt wird auf Ernährungsberater gesetzt. Bei den Profis von Borussia Dortmund und Darmstadt 98 kommen zum Beispiel viele Proteine auf den Teller.

Sportler brauchen Energie - so der Grundsatz. Wie die Energie bereitgestellt werden soll, kommt auf die Sportart an. Bei Ausdauersportarten, zum Beispiel Laufen, Schwimmen oder Radfahren, wird viel Glykogen verbraucht. Deshalb nehmen viele Ausdauersportler oft große Mengen an Kohlenhydraten zu sich, das die Glykogen-Speicher schnell füllt.

Im Fußball läuft das anders: Statt vornehmlich auf Ausdauer kommt es im Fußball vor allem auf Sprints an. Beim Aufbau der entsprechenden Muskelpartien sind viele Proteine notwendig. Aus diesem Grund setzen nicht nur Bodybuilder mittlerweile auf Proteinshakes. Als Nebeneffekt bleibt der Hunger aus. Unter Wissenschaftlern wird der Ansatz aber skeptisch gesehen.

Ernährungsumstellung im Profifußball

Die in die erste Fußball-Bundesliga aufgestiegene Mannschaft von Darmstadt 98 wird seit drei Jahren von Ernährungsberater Dr. Klaus Pöttgen betreut. Kuchen und Bananen in der Kabine gebe es jetzt nicht mehr. Neben viel Eiweiß in den Mahlzeiten sei auch die Ruhephase wichtig. Bisher zeigt der Ansatz Erfolg, die Spieler sind fit.

Im Sommer hat auch Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel den Speiseplan seiner Spieler umgestellt und sämtliche fettigen und kohlenhydrathaltigen Speisen am Tag gestrichen, auch der Pizzaservice darf nicht mehr an den BVB liefern. Statt Weizen- gibt es Vollkornnudeln, Olivenöl wird durch Raps- und Leinsamenöl ersetzt. Einige Spieler haben nicht nur Muskeln aufgebaut, sie haben auch Gewicht verloren.

Individuelle Speisepläne im Spitzensport

Die Ernährung im Spitzensport wird immer besser erforscht. So gebe es keinen generellen Ernährungsplan für Athleten, sagt Prof. Louise Burke beim Kongress in der Berliner Charité. Der Speiseplan wird nicht mehr nur auf die Sportart, sondern auf den Sportler angepasst. Marco Sailer und Marco Koch haben ihre Ernährung umgestellt und auf sich abgestimmt. Beide fühlen sich so deutlich fitter. Leistungsschwimmer Koch verzichtet seit zwei Jahren auf Milchprodukte, Eier und Weizen.

Darmstadt 98-Stürmer Marco Sailer verzichtet ganz auf tierische Produkte. Verganer nehmen weniger Vitamin B12, Zink und Eisen zu sich. Das muss kompensiert werden. Zum Abendessen kocht er zum Beispiel Linsen mit einer Tomaten-Gurken-Soßen. Beide haben ihren Weg gefunden: Marco Sailer ist in die erste Fußball-Bundesliga aufgestiegen, Marco Koch wurde bei der Schwimm-WM 2014 und 2015 Erster. "Nur wenn man sich gesund ernährt, kann man auch seine Topleistung bringen", sagt Sailer.

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