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Neue Leichtigkeit in Leipzig

Europa League: RB Leipzig - Olympique Marseille

Bei RB Leipzig sind nicht nur Fortune und gute Ergebnisse zurück, sondern auch positive Nachrichten um Trainer Ralph Hasenhüttl. Derart beflügelt geht der Klub selbstbewusst in die Europa-League-Viertelfinals gegen Olympique Marseille.

Ralph Hasenhüttl
Hat derzeit gut lachen: Ralph Hasenhüttl Quelle: Soeren Stache, dpa

Es gibt im Fußball Siege, die mehr wert sind als nur drei Punkte. Meilenstein-Matches, die eine solche Energie erzeugen, dass sie Formkurven und Saisonverläufe beeinflussen können. So ist das offenbar gerade auch bei RB Leipzig zu sein, das durch den 2:1-Erfolg gegen den FC Bayern München vor der Länderspielpause solchen Auftrieb erhielt, dass am Leipziger Cottaweg Erfolg und Fortune nicht nur auf dem Platz, sondern auch bei den strategischen Planungen zurück zu sein scheinen.

Nach dem ebenso verdienten wie letztlich glücklichen 3:2-Erfolg in Hannover an Ostern sind die Leipziger nun erstmals seit dem 20. Spieltag zurück auf einem Champions-League-Qualifikationsplatz. Derart gestärkt geht das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl auch in das Europa-League-Viertelfinale gegen Olympique Marseille an diesem Donnerstag (21:05 Uhr).

Gut aufgelegt und selbstbewusst sagte Sportdirektor Ralf Rangnick nach dem Erfolg in Hannover: "Wir trauen uns zu, auch gegen Marseille noch einmal eine Runde weiter zu kommen. Die Chance sehe ich absolut." Eine neu entflammte Leidenschaft des RB-Managers für die nach dem Aus in der Champions League zunächst eher unattraktiv scheinende Europa League. Doch da RB neben dem FC Bayern die einzig verbliebene deutsche Mannschaft in den internationalen Wettbewerben ist und nun in der Runde der letzten Acht der erste große Titelgewinn der Klubgeschichte nicht mehr unmöglich scheint, hat sich der Stellenwert der Europa League klubintern verändert.

Hasenhüttls Bekenntnis erleichtert alle

Dass nach der wochenlagen Flaute im Winter nun wieder Hochstimmung bei RB herrscht, hat auch mit der Personalie Ralph Hasenhüttl zu tun. Durch den Erfolg gegen die Bayern hatte der Österreicher genug Muße, sich in der Länderspielpause Gedanken über seine Vertragssituation Gedanken zu machen. Als die Spekulationen über einen Abgang des Fußballlehrers nach München oder Dortmund gerade überhand nahmen, verkündete Hasenhüttl, dass er "sehr gute Gespräche" mit der Klubführung geführt habe. "Ich fühle mich wohl in Leipzig und denke nicht, die Limits mit dem Verein und der Mannschaft erreicht zu haben", hatte der 50-Jährige gesagt. Ein für den gesamten Klub - nach innen und nach außen - enorm wichtiges Signal für eine vorzeitige Verlängerung des 2019 auslaufenden Vertrags des Trainers. In den schweren Wochen zuvor hatte Hasenhüttl noch mit der öffentlichen Wahrnehmung der Leistungen seines Teams gehadert und das auch auf die Erwartungshaltung innerhalb des Vereins bezogen.

Auch diesbezüglich äußerte sich Rangnick nun klarer: "Sein guter Job ist leicht an der Vizemeisterschaft abzulesen, am Viertelfinale der Europa League und am derzeitigen Tabellenplatz. Die Spieler haben sich auch weiterentwickelt.“ Regelrechte Lobeshymnen auf den Coach stimmte der ebenfalls wieder deutlich besser als zuletzt gelaunte Emil Forsberg an. Angesprochen auf Hasenhüttls Tendenz pro Leipzig sagte der Schwede: "Im ganzen Verein finden das alle positiv. Er ist ein guter Manager, hat ein gutes Gespür, spricht viel mit den Spielern. Er weiß, was zu tun ist und ist ein cleverer Coach. Er macht RB Leipzig besser." Dass die Trainerdiskussion vorerst beendet ist, gibt der Mannschaft auch im Saison-Endspurt auch die nötige Ruhe, "sodass er und wir uns auf Fußball konzentrieren können", wie Forsberg sagte.

"Gier beizubehalten, ist die Kunst"

Offensiv, das war gegen Bayern und auch Hannover - zumindest über eine Stunde hinweg - zu erkennen, tritt RB wieder variabler auf und kreiert wieder mehr Chancen. Nur so sorglos wie in der letzten halben Stunde in Hannover dürfen Willi Orban & Co. gegen die international erfahrenen Franzosen nicht agieren. Trotz 2:0- und 3:1-Führung geriet das junge Team noch so unter Druck, dass die 96er sogar noch den vermeintlichen Ausgleich erzielten, der durch eine fragwürdige Entscheidung des Videoschiedsrichters wieder aberkannt wurde.

"Wir haben die Coolness verloren, konnten die Bälle nicht mehr halten und so den Gegner aufgebaut", sagte Kapitän Orban selbstkritisch. "Gerade in diesen Phasen müssen wir das Spiel einfach zumachen. Die Gier beizubehalten, das ist die Kunst." Daran wollen sie bei RBL durch die jüngsten Erfolgserlebnisse beflügelt schon am Donnerstag gegen den französischen Ligadritten weiter feilen.

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