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Dortmunder Fan-Randale sorgen für Bestürzung

Sonntag: Ausschreitungen auch vor Frankfurt - Darmstadt

Nach den massiven Attacken von BVB-Fans sieht RB Leipzig die Dortmunder Vereinsführung in der Verantwortung. Die Ausschreitungen vor dem Topspiel am Samstagabend sorgten auch in Dortmund für Bestürzung.

Dortmunder Fankurve
Kein gutes Bild: Dortmunder Fankurve im Spiel gegen RB Leipzig Quelle: ap

„Wir erwarten von Herrn Watzke und Herrn Rauball, dass diese von mehreren Tätern verübten Vorfälle - die diese Saison erstmals unsere Fans betrafen - lückenlos im Interesse der gesamten Bundesliga aufgeklärt werden“, hieß es in einer Mitteilung von RB Leipzig. Beide Klubs reagierten nach den Vorfällen mit deutlichen Stellungnahmen. „Die Übergriffe von Dortmunder Fans gegen gegnerische Zuschauer, gegen die Polizei, aber auch Beleidigungen und Straftaten gegen Kinder und Frauen sind nicht tragbar und beschämend für ganz Fußball-Deutschland“, hieß es in der RB-Mitteilung.

Umfangreiche Ermittlungen

Nach den Ausschreitungen ohne Rücksicht auf Frauen und Kinder laufen bei der Dortmunder Polizei umfangreichen Ermittlungen. «Wir ermitteln jetzt», sagte eine Sprecherin am Montagmorgen. Details wollte sie nicht nennen.

Mit ähnlich deutlichen Worten distanzierte sich die BVB-Führung nach dem 1:0-Sieg von den Ausschreitungen Dortmunder Hooligans: „Borussia Dortmund bedauert zutiefst, dass es zu Ausschreitungen auf dem Anreiseweg der Fans aus Leipzig gekommen ist. Der BVB verurteilt diese Gewalt auf das Schärfste!"

Es sei eine „eine extreme Aggressivität und Gewaltbereitschaft der Dortmunder Anhängerschaft gegenüber den Gästen festgestellt“ worden, so die Polizei. Auch „kleine Kinder, Frauen oder Familien“ seien ins Visier der Randalierer geraten. Vier Polizisten wurden verletzt. Es seien insgesamt 28 Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz, Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung, Beleidigung, Widerstand sowie räuberischen Diebstahls gefertigt worden. Nach Angaben von RB sollen die verletzten Leipzig-Anhänger die Heimreise angetreten haben. Insgesamt waren 8500 Leipziger Fans zum ersten Auswärtsspiel des Jahres für RB mitgereist.

Wie ein rotes Tuch

Dortmunder Fans hatten zudem vor dem Anpfiff des Top-Verfolgerduells ihren Unmut zum Geschäftsmodell von RB Leipzig mit einer Vielzahl von Spruchbändern zum Ausdruck gebracht. Für viele Traditionalisten unter Fußball-Anhängern ist das Bullen-Konzept ein Rotes Tuch. Der Verein wird vom österreichischen Getränkehersteller Red Bull gesponsert.

Von Funktionsträgern beider Vereine waren in der Vergangenheit kritische Töne über die Gegenseite geäußert worden. „Ich habe mir mal das Programm-Heft angeschaut. Ich glaube, wir haben 35 Seiten mit Anzeigen und Werbung blättern müssen“, sagte RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff dem Sender Sky mit Blick auf den Besuch beim BVB. „Viel mehr Kommerz als hier kann ich gar nicht finden, und das ist für mich fast Benchmark, was ich hier beim BVB sehe.“ Er hatte die Partie wie Sportdirektor Ralf Rangnick im Gäste-Fan-Block verfolgt.

DFB will ermitteln

Körperliche Attacken auf RB-Fans wie in Dortmund vor der Partie auf dem Weg ins Stadion gab es in der in dieser Saison nicht. Bislang kam es nur zu Vorfällen in Köln, als der Mannschaftsbus blockiert wurde und Leverkusen, als ein Farbbeutel auf diesen geworfen worden war.

Ungemach droht der Borussia auch von Seiten des Deutschen Fußball-Bundes. Der DFB-Kontrollausschuss wird in der nächsten Woche Ermittlungen aufnehmen. Dabei dürfte es jedoch vor allem um die vielen Schmäh-Spruchbänder gehen, die vor der Partie auf der Südtribüne des Stadions zu sehen waren. Grundsätzlich kann die DFB-Sportgerichtsbarkeit nur Vorkommnissen nachgehen und zur Verurteilung bringen, die innerhalb des Stadions stattfanden.

Randale von Fußball-Rowdies vorm Hessenderby

Trotz erhöhter Sicherheitsvorkehrungen ist es vor dem Hessenderby zwischen den Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt und Darmstadt 98 am Sonntag (17.30 Uhr) zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen rund 100 Rowdies gekommen. Wie die Polizei mitteilte, trafen die Randalierer an der Bockenheimer Warte aufeinander. "Warum es genau dort geschah, wissen wir nicht. Nach ersten Erkenntnissen erlitten vier Darmstädter Fans Verletzungen, zwei Personen wurden festgenommen", sagte eine Sprecherin.

Die Situation war schnell wieder unter Kontrolle, rund um das Stadion war die Lage ebenfalls ruhig. Die Polizei hatte das Aufgebot an Beamten für das Risikospiel im Vergleich zu üblichen Spieltagen "deutlich erhöht". Wie viele Beamte genau im Einsatz waren, wurde allerdings nicht verraten. In der Innenstadt waren unter anderem am Hauptbahnhof einige Polizisten der Bundespolizei vor Ort.


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