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FIFA-Präsident Infantino im Amt bestätigt

FIFA-Präsident Gianni Infantino ist wie erwartet im Amt bestätigt worden. Der 49-Jährige wurde beim Kongress des Weltverbands in Paris per Akklamation gewählt. Für den Schweizer stimmt auch der DFB.

Gianni Infantino am 5. Juni 2019 in Paris bevor er als FIFA-Präsident wiedergewählt wurde
Gianni Infantino
Quelle: ap photo/Alessandra Tarantino

Infantinos Amtszeit läuft bis 2023. Im Februar 2016 hatte er die Nachfolge von Joseph S. Blatter angetreten, der 2015 von der FIFA-Ethikkommission gesperrt worden war. Vor seinem Aufstieg an die FIFA-Spitze hatte Infantino von 2009 bis 2016 als Generalsekretär der UEFA gearbeitet.

"Ein glücklicher Tag"

Nach seiner Wahl genoss er den Applaus in der großen Messehalle auf dem Pariser Expo-Gelände und freute sich auf die Gratulanten, zu denen auch die Interims-Spitze des DFB gehörte. "Heute ist ein glücklicher Tag, heute ist ein Feiertag", sagte Infantino: "In den vergangenen drei Jahren und vier Monaten ist aus dieser vergifteten, fast kriminellen Organisation das geworden, was sie sein soll. Eine Organisation, die sich um Fußball kümmert und den Fußball entwickelt." Inzwischen spreche "niemand mehr über eine Krise, über Skandale oder Korruption".

Der DFB hatte schon am Dienstag verkündet, sich der großen Mehrheit anschließen zu wollen und für Infantino zu stimmen. Das hat vor allem politische Gründe. "Wir sind hier nicht angetreten, um den DFB noch weiter ins Abseits zu stellen, als er ohnehin schon ist", hatte Reinhard Rauball, wie Rainer Koch derzeit Übergangs-Präsident des Verbandes, gesagt.

Ohne DFB-Beteiligung

Wegen des Rücktritts des früheren DFB-Chefs Reinhard Grindel nach dessen "Uhren-Affäre" sitzt noch mindestens neun Monate lang kein deutscher Funktionär im FIFA-Council und UEFA-Exekutivkomitee. Die wichtigen Entscheidungen werden ohne den DFB getroffen, was Rauball als "unschön" bezeichnete.

Einen Automatismus, wonach beim UEFA-Kongress in Amsterdam im März 2020 in jedem Fall wieder ein DFB-Vertreter (oder eine Vertreterin) in die beiden Gremien rückt, gibt es nicht. Hätte der DFB versucht, in Paris die Revolution gegen Infantino anzuzetteln, wäre das den Chancen auf die Rückkehr in die FIFA wenig dienlich gewesen.

"Wir wollen, dass die deutsche Stimme gehört wird. Das geht nur, wenn man miteinander und nicht übereinander spricht", hatte Koch, gesagt. Zusammen mit Rauball und Generalsekretär Friedrich Curtius saß er während Infantinos Wahl zentral in der Sitzungshalle und hatte beste Sicht auf den erneuten Triumphzug des Schweizers.

Infantino gesteht Fehler ein

Dieser gestand am Mittwoch offen "Fehler" ein, ohne allerdings konkret zu werden. "Aber das Wichtigste ist doch, dass man aus Fehlern lernt und versucht, es das nächste Mal besser zu machen", sagte Infantino.

Der gelernte Rechtsanwalt, dessen Führungsstil allerdings Fragen aufwirft, hat den Weltverband finanziell stabilisiert, was ihm die Unterstützung der vielen kleinen unter den 211 FIFA-Nationen sichert.

Reich wie nie

Der Verband FIFA ist schließlich so reich wie nie zuvor. Die FIFA hat im zurückliegenden Finanzzyklus von 2015 bis 2018 eine Rekordeinnahme in Höhe von 5,7 Milliarden Euro erzielt. Das Vermögen der FIFA beläuft sich auf 3,9 Milliarden Euro. Die Reserven stehen bei 2,44 Milliarden.

In der nächsten Finanzperiode (2019 bis 2022) sollen 1,55 Milliarden Euro an die Verbände gehen. "Wir brauchen uns nicht zu schämen für unsere Einnahmen", sagte Infantino: "Wir wollen sogar noch mehr Einnehmen, um mehr zu investieren. Das ist unsere Mission."

Mega-WM erst 2026

Sportlich hatte Infantino für die Aufstockung des WM-Turniers von 32 auf 48 Mannschaften gesorgt. Die erste "Mega-WM" steigt 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. Infantinos Traum, schon 2022 in Katar mit mehr Teilnehmern zu spielen, scheiterte zuletzt an der politischen Krise am Persischen Golf.

Das Spiel verändert hat der 49-Jährige zudem mit der Einführung des Videobeweises, der international allerdings fehlerfreier funktioniert als in der Bundesliga.

Quelle: SID

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