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FIFA beschließt Reform der Klub-WM

Auch Grundsatzbeschluss für WM 2022 mit 48 Teams gefasst

Gegen den Widerstand aus Europa hat der Fußball-Weltverband FIFA die Klub-WM reformiert. Das neue Turnier mit 24 statt sieben Mannschaften wird im Sommer 2021 zunächst als "Pilotprojekt" ausgetragen. Außerdem fällte das FIFA-Council um DFB-Präsident Reinhard Grindel in Miami eine Grundsatzentscheidung für eine Mega-WM mit 48 Teams in dreieinhalb Jahren.

Fabrice Jouhaud und Gianni Infantino am 15.03.2019 in Miami
Fabrice Jouhaud und Gianni Infantino
Quelle: ap

Nach dreieinhalb Stunden im abgeschotteten Businessbereich des luxuriösen Ritz-Carlton-Hotels konnte Gianni Infantino den Gang zur Pressekonferenz mit einem Siegerlächeln antreten. Gegen den Widerstand aus Europa hat das von dem Schweizer geführte Council des Fußball-Weltverbands FIFA die Reform der Klub-WM beschlossen.

Europa bei Abstimmung klar unterlegen

Die europäische Sicht auf die Reform der Klub-WM war klar negativ - doch das half nichts. Die sieben Delegierten der Europäischen Fußball-Union (UEFA) waren bei der Entscheidung im 31-köpfigen FIFA-Council zahlenmäßig deutlich unterlegen. Selbst die Boykott-Androhung der in Europa einflussreichen Klub-Vereinigung ECA ließ die Council-Mehrheit kalt. "Ich hoffe, dass in den nächsten Wochen auch die Diskussion innerhalb der UEFA Früchte trägt", sagte Infantino: "Die FIFA hat entschieden. Das ist ein Meilenstein in der Geschichte der FIFA."

Das neue Turnier mit 24 statt sieben Mannschaften wird im Sommer 2021 (17. Juni bis 4. Juli) zunächst als "Pilotprojekt" ausgetragen. Der Ausrichter steht noch nicht fest, der Confed Cup wird dafür gestrichen. Die UEFA wird acht Spitzenklub entsenden. Aus Deutschland dürfte Bayern München die besten Chancen auf eine Einladung haben - den Teilnehmern dürften Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe winken. Laut den Council-Dokumenten werden neben den acht Europäern jeweils drei Vereine aus Asien, Afrika sowie der Region Nord- und Mittelamerika/Karibik teilnehmen. Südamerika bekommt sechs Startplätze, die ozeanische Konförderation einen. Außer der UEFA hatten sich alle Kontinentalverbände im Vorfeld für die Reform ausgesprochen.

Mega-WM mit 48 Teams rückt näher

Die Aufstockung der WM 2022 in Katar auf 48 Mannschaften rückt immer näher. Das Council des Fußball-Weltverbands FIFA um DFB-Präsident Reinhard Grindel fällte am Freitag in Miami eine Grundsatzentscheidung für die "Mega"-Endrunde in dreieinhalb Jahren. Wird ein passender Co-Gastgeber in der momentan allerdings krisengeschüttelten Region gefunden, soll der FIFA-Kongress im Juni die Aufstockung absegnen.

Das Council erkannte im US-Bundesstaat Florida zum einen die von der FIFA in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie an. Die Experten waren zu dem Schluss gekommen, dass das 48er-Turnier möglich ist, wenn einige der dann 80 Spiele "ausgelagert" werden. Weiterhin beschloss das von FIFA-Präsident Gianni Infantino angeführte Gremium, dass die FIFA-Administration zusammen mit dem katarischen WM-Organisationskomitee bis Juni eine Beschlussvorlage erstellen soll.

"Es war immer unsere Mission, dafür zu sorgen, dass diese WM der gesamten arabischen Welt und dem Nahen Osten gehört", teilte das OK mit: "Wir werden mit der FIFA zusammenarbeiten, um zu ermitteln, ob ein praktikables Modell existiert oder nicht, und vor allem, ob es im besten Interesse des Fußballs, des Turniers und für Katar als Gastgeberland ist."

Nachbarländer müssen mitmachen

Als Co-Gastgeber kommen geographisch vor allem die Nachbarn (Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate) infrage. Mit diesen Ländern befindet sich Katar seit 2017 aber in einer Art kaltem Krieg. Die drei Länder halten eine wirtschaftliche und politische Blockade gegen das Emirat aufrecht. Neutrale Partner in der Region wären aktuell Kuwait und Oman.

Die WM 2022 wird vom 21. November bis zum 18. Dezember 2022 gespielt, laut der Machbarkeitsstudie müsste sich daran auch nichts ändern. Ursprünglich sollte erst die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko mit 48 statt 32 Mannschaften ausgerichtet werden. Infantino hatte in den vergangenen Monaten aber massiv für die frühere Aufstockung geworben, die zuletzt auch kaum mehr Gegner hatte.

Grindel kann Wünsche nachvollziehen

"Eine WM-Teilnahme ist der Traum vieler Länder auf der Welt und ein großer Schub für den Fußball dort. Deshalb kann ich schon nachvollziehen, dass viele Verbände in der FIFA das 48er-Format wollen", hatte Grindel dem SID im Vorfeld der Council-Sitzung gesagt: "Das dürfen wir nicht nur durch die deutsche Brille sehen."

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