FIFA WM 2018

Der Fingerzeig

Sie sind hier:

Der Fingerzeig

DFB-Team vor Test gegen Österreich

Der Test gegen Österreich (heute, ab 17:25 Uhr im ZDF) soll für die deutsche Nationalmannschaft nicht nur wichtige Erkenntnisse für die WM liefern, sondern Bundestrainer Joachim Löw auch bei der Nominierung des endgültigen Kaders helfen.

Joachim Löw bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Österreich
Joachim Löw
Quelle: dpa

Die Macher des Panini-Albums haben es sich recht einfach gemacht: Und von allen 32 WM-Teilnehmern von jeder Mannschaft nur 18 Konterfeis abgedruckt. So richtig stimmig sind die Klebebildchen deswegen mit dem endgültigen Aufgebot nicht zwangsläufig, wie das Beispiel Deutschland zeigt. Hinter Nummer 442 verbirgt sich nämlich Emre Can, der zwar noch im Champions-League-Finale des FC Liverpool gegen Real Madrid (1:3) eingewechselt wurde, von Bundestrainer Joachim Löw trotzdem keine Berücksichtigung fand. Kein Zweifel für den italienischen Hersteller bestand übrigens darin, welcher Torwart die Mission Titelverteidigung angeht: Manuel Neuer. Klebebild Nummer 434.

Österreich als letzter Fingerzeig

Sachdienliche Hinweise auf seinen endgültigen WM-Kader, der am kommenden Montag (4. Juni) beim Weltverband FIFA hinterlegt werden muss, soll für die deutsche Nationalmannschaft das Länderspiel in Klagenfurt gegen Österreich (heute, 18 Uhr/Anpfiff ) bringen. Für Bundestrainer Joachim Löw sind es die letzten Fingerzeige. Das Aufgebot von 27 auf 23 Spieler zu verringern – und damit vier Träume platzen zu lassen – falle ihm nicht leicht, erklärte Löw in der DFB-Pressekonferenz am Freitag in Südtirol.

„Wenn es am Sonntag in die finale Entscheidung geht, ist das für alle nicht schön“, so der 58-Jährige weiter. Aus seiner Sicht ist naturgemäß noch nicht endgültig entschieden, welche vier Kicker letztlich den negativen Bescheid erhalten. Am Sonntag würde der Trainerstab alles zusammenfassen, „dann diskutieren wir über einige Spieler, nicht über den gesamten Kader.“

Zum Gespräch ins Trainerzimmer

Mats Hummels, Jerome Boateng oder Joshua Kimmich, sagte Löw, müssten nicht zittern, dass er sie am Montagmorgen zum Gespräch bittet. Das betroffene Quartett, erklärte Löw weiter, werde er irgendwann zwischen neun und halb elf am Montagmorgen in sein Trainerzimmer holen, um die schlechte Botschaft zu überbringen. Und er weiß: „Für die Spieler, die alles reingelegt haben, bricht eine kleine Welt zusammen.“

Ziemlich peinlich daher für den Deutschen Fußball-Bund (DFB), dass auf der Internetseite des Verbandes ein Poster auftauchte, auf dem im Zuge der „Aktion Mensch“ ein großes Bild mit 23 Köpfen in Gebärdensprache abgebildet war – Kevin Trapp, Jonathan Tah, Sebastian Rudy und Nils Petersen fehlten darauf. Sollte nur durch einen verfrühten Knopfdruck in der Zentrale das Geheimnis damit schon gelüftet sein?

Großes Ärgernis

Vor allem Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff ärgerte der Fauxpas. Und beim DFB hieß es alsbald: „Das Poster der „Aktion Mensch“ mit den Konterfeis 23 deutscher Nationalspieler wurde nicht vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) gestaltet. Die Bereitschaft des DFB, auf der Internetseite über diese Initiative der „Aktion Mensch“ zu berichten, entsprang der Absicht, Aufmerksamkeit für den Inklusionsgedanken zu generieren.“ Und hatte gewiss nicht die Intention, Löw vorher die Entscheidung abzunehmen.

Dass unter den Torhütern jedoch der bei Paris St. Germain nur im Pokalwettbewerb eingesetzte Trapp unter den Gestrichenen sein wird, sofern Neuer wirklich fit ist, steht außer Frage. Auch bei Tah deutet sich eine Ausbootung an, sofern Jerome Boateng verletzungsbedingt keinen Rückschlag erleidet. Und der von Löw wegen seiner Vielseitigkeit geschätzte Rudy hat insofern an Wert verloren, weil er beim FC Bayern in der Rückrunde in den entscheidenden Partien kaum noch zum Einsatz kam.

Wie viele Stürmer braucht ein WM-Kader?

Bliebe noch die Frage zu klären, wie sich die Sachlage im Sturm darstellt. Der schnelle Timo Werner, der vermutlich auch gegen Österreich beginnen soll, muss sich keine Sorgen machen: Aufgrund seiner Spielweise besitzt der Angreifer von RB Leipzig ein Alleinstellungsmerkmal. Gleichzeitig rechnet auch Mario Gomez als Stoßstürmer mit genügend internationaler Erfahrung fest mit seiner Nominierung. Was aber ist mit Überraschungsgast Nils Petersen?

Ihn nur zum Trainingslager nach Südtirol, nicht aber zur Mission Titelverteidigung nach Russland mitzunehmen, macht eigentlich wenig Sinn, zumal Löw gerade am Freitag wieder betont hat: „Er hat sich jeden Tag entwickelt. Der Eindruck ist immer besser geworden.“ Der Torjäger wird gegen Österreich auf jeden Fall sein Debüt geben. Zudem gilt der 29-Jährige als exzellenter Joker. Und wenn die EM 2016 mit dem verlorenen Halbfinale gegen Frankreich eines lehrte, dann dies: Nur einen gelernten Angreifer im Kader zu führen, könnte zu wenig sein.

Verletzungen können alles verändern

Womöglich – auch wenn das natürlich niemand hofft – verändert auch noch eine Verletzung im finalen Härtetest die gesamte Statik. Was vor vier Jahren passierte, als Marco Reus beim Testspiel in Mainz gegen Armenien (6:1) sich einen Teilriss des Syndesmosebands zuzog. In solch einem Falle erlaubt die FIFA übrigens die Nachnominierung auch nach Meldeschluss.

Alles zum Spiel im Ticker

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.