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Zeitenwende in der Formel 1

Was kommt nach Bernie Ecclestone?

Was ändert sich nach dem unfreiwilligen Abgang von Bernie Ecclestone, wer sind die neuen Machthaber, was wollen und können sie erreichen?

Bernie Ecclestone
Bernie Ecclestone Quelle: dpa

Bernie Ecclestone ist weg, auch wenn die neuen Machthaber der Formel 1, Liberty Media, versuchen, dem Abschuss noch einen versöhnlichen Anstrich zu geben. So darf der 86-Jährige den Titel des „Ehrenpräsidenten“ behalten. Außerdem will Ecclestone auch weiter in seinem Londoner Büro bleiben und dort, „wenn auch etwas ruhiger“, weiter arbeiten. Und der, der seinen Posten übernimmt, Chase Carey, der kann offiziell gar nicht freundlich genug betonen, wie wertvoll und hochgeschätzt Ecclestones Rat doch immer sein werde.

Doch die Macht hat jetzt ein Dreigestirn. Carey, ein 62-jähriger US-Amerikaner, früher Vizepräsident der Filmstudios 21st Century Fox und seit der Übernahme durch Liberty Media schon Präsident der Formel 1, ist nun also auch Geschäftsführer. Dazu kommen für das praktische Tagesgeschäft Ross Brawn, zu den großen Erfolgszeiten von Michael Schumacher das Ferrari-Superhirn, als „Geschäftsführer Motorsport“ und der frühere ESPN-Marketingchef Sean Bratches als „Geschäftsführer kommerzielle Angelegenheiten“, also für den Bereich, der bisher speziell Ecclestones Aufgabenbereich war: Geldverteilung, TV-Rechte, Antrittsgelder...

Ross Brawn – der große Retter?

Gerade auf Brawn mit all seiner Erfahrung und seinem technischen und sportlichen Wissen setzen viele Formel-1-Fans große Hoffnungen. Er soll jetzt all das besser machen, woran die Formel 1 seit längerem krankt. Aber ganz so einfach ist das alles nicht. Ganz abgesehen davon, dass Brawn bei aller Kompetenz immer auch ein großer „Politiker“ war und gerne einmal zum eigenen Vorteil trickste. Nur ein Beispiel für die Probleme: Brawn ist durchaus klar, dass die heutigen, von den Herstellern unbedingt gewollten Hybrid-Motoren, auf denen ja die Mercedes-Dominanz der letzten Jahre beruht, alles andere als das Optimum für attraktiven Rennsport darstellen. Aber das Motorenreglement ist nun einmal bis 2020 festgeschrieben.

Auf kommerzieller Seite haben die neuen Machthaber ja von Anfang an mehr Show und bessere Bedingungen für die Fans versprochen. So hoffen jetzt besonders die kleinen Teams, dass die neuen Machthaber ein Interesse an mehr Ausgeglichenheit im Feld haben. Aber das kann nur klappen, wenn die Formel 1 insgesamt wieder attraktiver wird. Also setzen die „Kleinen“ auf eine gerechtere Geldverteilung - um wieder mehr Chancen zu haben, konkurrenzfähig zu werden. Allerdings: Die aktuelle Geldverteilung ist im Concorde-Abkommen festgelegt – und das läuft auch bis 2020.

Niedrigere Eintrittspreise, Hilfe für die europäischen Klassiker?

Was tatsächlich klappen könnte: Niedrigere Eintrittspreise für die Fans und der Erhalt einiger aus finanziellen Gründen gefährdeter klassischen europäischen Rennen. Denn die neuen Eigentümer wollen die Einnahmen in Zukunft stärker durch Bewegtbildrechte und clevere Nutzung von digitalen Vermarktungsmöglichkeiten generieren. Als absoluter Marketing-Profi gilt Sean Bratches ja auf jeden Fall. Erreicht er seine Ziele, könnte das die einzelnen Veranstalter von den bisher zu zahlenden Antrittsgeldern entlasten, so auch die Ticketpreise senken und dabei helfen, die Formel 1 wieder stärker auf dem klassischen europäischen Markt zu verankern.

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