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Hamilton gewinnt Heimspiel in Silverstone

Formel 1 | Großer Preis von Großbritannien

Lewis Hamilton hat das Formel-1-Rennen in Silverstone gewonnen und seine WM-Führung ausgebaut. Hamilton verwies vor seinem Heimpublikum den zweiten Silberpfeil-Piloten Valtteri Bottas auf den zweiten Platz. Einen Tag zum Vergessen erlebte derweil Sebastian Vettel.

Lewis Hamilton auf der Rennstrecke
Lewis Hamilton
Quelle: reuters

Für Mercedes-Pilot Hamilton war es der sechste Sieg in Silverstone nach 2008, 2014, 2015, 2016, 2017, er ist damit alleiniger Rekordsieger des britischen Grand Prix. Zudem war es sein siebter Saisonsieg und der 80. seiner Karriere. "Danke, Jungs, vielen Dank für alles", rief Hamilton den Boxenfunk, ehe er seine von stürmischem Beifall begleitete Ehrenrunde fuhr. Im WM-Klassement führt der Brite mit 223 Punkten vor Bottas (184) und Max Verstappen (136).

"Was zur Hölle?" - Vettel crasht in Verstappen

Max Verstappen und Sebastian Vettel beim Zusammenstoß in Silverstone am 14.07.2019
Wenig weltmeisterlich: Sebastian Vettel kracht in das Auto von Max Verstappen.
Quelle: reuters

Sebastian Vettel erlebte beim zehnten Saisonlauf das nächste Debakel, als er mit seinem Ferrari in der 38. Runde in den Red Bull von Verstappen krachte. Der Deutsche demolierte seinen Wagen, erhielt für das Manöver eine Zehn-Sekunden-Strafe und schleppte sich am Ende des Feldes ins Ziel. "Was zur Hölle?", funkte Verstappen verärgert an die Box. Vettel meinte: "Was hat er da gemacht?" Später nahm Vettel den Unfall "auf meine Kappe. Ich war auch schon bei Max und hab mich entschuldigt." Vettels Teamkollege Charles Leclerc wurde derweil Dritter, der damit auch die interne Wachablösung bei der Scuderia gegen Vettel forciert haben dürfte.

Dabei ging es für Vettel nach einer verkorksten Qualifikation tags zuvor eigentlich ganz ordentlich los. Ihm gelang am Start, was Hamilton dort noch nicht schaffte. Er machte einen Platz gut und schob sich an Pierre Gasly im Red Bull vorbei, nachdem der Sohn des Anfang der Saison verstorbenen Charlie Whiting das Rennen auch unter den Augen von James-Bond-Darsteller Daniel Craig freigegeben hatte. Er und alle anderen bekamen ein Rennen mit der Lizenz zum Mitfiebern geboten. Denn Hamilton machte von der erste Kurve an Druck auf seinen finnischen Stallrivalen Bottas, der sich die Pole mit sechs Tausendstelsekunden Vorsprung gesichert hatte.

Hamilton gegen Bottas - Nervenspiel bei 300 Sachen

Ich war auch schon bei Max und hab mich entschuldigt.
Sebastian Vettel

"Das ist ein unheimlich wichtiger Grand Prix für ihn", betonte Mercedes-Teamchef Toto Wolff unmittelbar vor dem Start des Hamilton-Heimrennens. Der mittlerweile 34-Jährige wurde im rund 80 Kilometer entfernten Stevenage geboren. In der vierten Runde versuchte es Hamilton, zog auch an Bottas vorbei, die Fans jubelten, der Finne aber schlug zurück und eroberte mit einem weiteren Attackmanöver die Führung zurück. "Es ist mein Plan, der Partycrasher zu sein", hatte Bottas gesagt, ehe er von der Pole gestartet war. Der Abstand zwischen den Silberpfeilen blieb klein, der kleinste Fehler von Bottas und Hamilton würde vorbeiziehen. Ein Nervenspiel bei 300 Sachen.

Dahinter fuhr Leclerc auf seinen eigentlich schnelleren, weil weicheren Reifen mit einem deutlichen Rückstand von über vier Sekunden, es folgten Verstappen, Vettel und Gasly. Bis sich der Franzose beim Hessen für das Startmanöver revanchierte, dann aber zum Reifenwechsel an die Box kam. Eine Runde später folgten Leclerc und Verstappen, an dessen Red Bull vor dem Start wegen einer kaputten Endplatte noch hektisch geschraubt worden war. Heraus kamen die beiden aus der Box in umgekehrter Reihenfolge, Verstappen, Sieger nach einem spektakulären Manöver gegen Leclerc zwei Wochen vorher auf dem Spielberger Red Bull Ring, vor dem Monegassen. Das Duell der beiden 21-Jährigen ging knallhart weiter, wieder lieferten die potenziellen Champions der Zukunft die größte Show.

Vettel am Tiefpunkt einer bitteren Saison

Vettel fuhr nur mit. Glück für ihn: Nach einem Dreher ins Kiesbett von Antonio Giovinazzi im Alfa Romeo muss nach 20 Runden das Safety Car auf die Strecke. Hamilton kam schnell rein zum Reifenwechsel, Bottas hatte das vorher erledigt, Nachteil für den Finnen. Auch Vettel ließ neue Gummis aufziehen, ebenso ein weiteres Mal Verstappen. Bedeutete: die drei sollten das Rennen ohne weiteren Stopp beenden können. Auch Leclerc wurde von Ferrari noch mal an die Box beordert, und kam als Sechster zurück. "Wie zur Hölle haben wir den Platz verloren", fragte der Monegasse. Vettel lag nun plötzlich auf Rang-Zwei-Kurs - mit Verstappen im Großformat in seinen Rückspiegeln und einem Leclerc mit Wut im Bauch. Als Verstappen dann an Vettel vorbeizog, wollte der gebürtige Heppenheimer kontern. Es endete mit einem wenig weltmeisterlichen Auffahrunfall und dem Tiefpunkt einer bereits bitteren Saison.

Quelle: dpa, sid

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