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Hamilton - auf dem Weg zum Größten aller Zeiten?

Zum sechsten Mal Weltmeister, nur noch einen Titel von der historischen Marke von Michael Schumacher mit sieben WM-Titeln entfernt: Ist Lewis Hamilton auf dem Weg zum Größten aller Zeiten?

Lewis Hamilton am 26.10.2019 in Mexico
Lewis Hamilton.
Quelle: Imago

Seine Souveränität ist überzeugend: Lewis Hamilton beweist sich in jedem Jahr mehr als der dominierende Fahrer der Formel 1 - als derjenige, der auf dem Weg ist, die Geschichtsbücher des Motorsports neu zu schreiben.

Gegner-Lob

Das ringt auch seinen Rivalen uneingeschränkten Respekt ab: "Es ist unglaublich, was Lewis zusammen mit Mercedes auch in diesem Jahr wieder geleistet hat", sagt Sebastian Vettel.

Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas hebt die Konstanz seines teaminternen Gegners hervor: "Lewis bringt immer seine Leistung. Über die komplette Saison, aber jetzt eben auch schon über Jahre hinweg."

Das fällt auch dem letzten britischen Weltmeister vor Hamilton, Jenson Button, auf: "Ich erlebe einen ruhigeren Hamilton als zu seinen McLaren-Tagen, als wir dort Stallgefährten waren" - zuletzt 2012. "Ich habe den Eindruck, er glaubt mehr an seine eigenen Fähigkeiten als damals", führt Button weiter aus: "Schnell war Lewis immer. Aber es gab gewisse Unsicherheiten, und die wiederum führten zu inkonstanten Leistungen. In solchen Momenten konnte er sich ein wenig in der schieren Menge an Daten verlieren, die uns Piloten zur Verfügung steht. Das sehe ich heute bei ihm nicht mehr."

Parallelen zu Schumachers Ferrari-Zeit

Die Frage nach dem oder den Besten aller Zeiten wird nie objektiv zu beantworten sein - zu viele unterschiedliche Voraussetzungen spielen in solchen Vergleichen eine Rolle.

Vergleicht man aber etwa die Hamilton-Jahre bei Mercedes und die Schumacher-Jahre bei Ferrari, zeigen sich schon Parallelen, die auch die Basis für eine solche Dominanz sind: Neben dem eigenen Talent und der eigenen Stärke sind das ein gut geführtes, starkes Team im Hintergrund, ein immer konkurrenzfähiges, oft sogar überlegenes Auto und die unumstrittene Nummer-1-Position im Team.

Felipe Massa, gegen den Hamilton im Jahr 2008 in Brasilien in einem dramatischen Finale seinen ersten WM-Titel holte, sagt: "Lewis ist ein unfassbar begabter Fahrer. Mit seiner aktuellen Form beweist er, dass er bald der wichtigste Name in der Formel-1-Geschichte werden kann." Massa weiter: "Ich finde, er ist in allen Dingen sehr talentiert. Im Qualifying schafft er es, das Beste aus dem Auto herauszukitzeln, und auch im Rennen gelingt ihm das immer wieder. Er ist ein unglaublich kompletter Fahrer, wie es auch Ayrton Senna, Michael Schumacher oder Juan Manuel Fangio und Jackie Stewart waren."

Polarisierendes Engagement neben der Strecke

Und wie viele der ganz Großen vor ihm polarisiert auch Hamilton - in seinem Fall vor allem neben der Strecke. Die einen finden seine Showman-Attitüden eher albern, andere lieben sie.

Formel 1: Lewis Hamilton
Formel 1: Lewis Hamilton
Quelle: Picture Alliance

Sein in letzter Zeit immer engagierteres, wenn auch manchmal eher emotionales, in den Fakten nicht ganz korrektes Eintreten für Umwelt- und Klimaschutz halten manche für einen Formel-1-Piloten völlig abwegig. Andere finden es toll, dass Hamilton seine Popularität nutzt, um auf das Thema aufmerksam zu machen und darauf hinweist, dass jeder im Kleinen seine Beiträge leisten könne und müsse.

Und dabei auch selbst mit gutem Beispiel voran geht, nicht nur mit seinem Faible für vegane Ernährung. So hat er seinen Privatjet und einige Autos verkauft, ist auf E- und Hybrid-Modelle umgestiegen, hat Plastik aus seiner Umgebung verbannt, setzt mit seiner Modelinie auf Nachhaltigkeit.

"Ich weiß, dass es keine schnelle Lösung gibt. Ich habe aber das Gefühl, dass ich mit meinen Handlungen andere dafür begeistern kann, sich ebenfalls zu ändern", betont Hamilton - und kann es so dann auch für sich selbst durchaus rechtfertigen, weiter in der Formel 1 zu bleiben, die alles andere als klimafreundlich ist.

Jagd nach den Schumacher-Rekorden

Wie lange noch, dass weiß er freilich selbst nicht so genau. Er ist jetzt 34, die Chance, 2020 noch einmal den Titel mit Mercedes zu holen und damit mit Michael Schumacher gleichzuziehen, ist nicht gering. Dessen Rekord von 91 Siegen wird er bis dahin wohl auch gebrochen haben. Was danach kommt, ist wohl noch völlig offen.

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