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Hamilton siegt und zieht an Vettel vorbei

Großer Preis von Frankreich

Lewis Hamilton (Großbritannien) hat mit dem Sieg beim Großen Preis von Frankreich die Führung im WM-Klassement der Formel 1 zurückerobert. Der Mercedes-Pilot profitierte dabei von einem frühen Unfall seines Rivalen Sebastian Vettel im Ferrari, der zu Beginn des Rennens weit zurückfiel.

Lewis Hamilton während des Rennens in Frankreich
Lewis Hamilton während des Rennens in Frankreich Quelle: reuters

Hamilton gewann in Le Castellet vor Red-Bull-Pilot Max Verstappen (Niederlande) und Vettels Teamkollegen Kimi Räikkönen (Finnland). Vor Vettel, der Fünfter wurde, landete Daniel Ricciardo (Australien) im zweiten Red Bull. Hamilton liegt nun an der Spitze des WM-Klassements 14 Punkte vor Vettel. Nach acht von 21 Saisonrennen haben Hamilton und Vettel nun jeweils drei Siege auf dem Konto.

Hamilton profitierte auch von den technischen Verbesserungen, mit denen Mercedes seinen Motor in Frankreich ausgestattet hatte. Die Silbernen verwendeten das eigentlich bereits vor zwei Wochen in Kanada geplante Upgrade. Mehr noch: Nach eigenen Angaben soll die neue Ausbaustufe sogar noch besser funktionieren als das ursprünglich angedachte Upgrade.

Perfekter Start

Auf dem Hochgeschwindigkeitskurs nahe der Cote d'Azur bestätigte der Brite seine überzeugenden Auftritte im Training und in der Qualifikation. Von der Pole Position aus erwischte er einen perfekten Start.

Doch hinter ihm knallte es: Vettel war von Platz drei auf weicheren Reifen als die silberne Konkurrenz gestartet und hoffte so, Hamilton und Bottas schon früh attackieren zu können. Gleich in der ersten Kurve berührten sich aber Vettels Ferrari und Bottas' Mercedes. 

Frontflügel kaputt

Valtteri Bottas nach dem Crash mit Sebastian Vettel
Crash zwischen Valtteri Bottas und Sebastian Vettel (l.) Quelle: ap

Die Folgen: Der Deutsche schleppte sich mit defektem Frontflügel in die Box, der Finne humpelte mit einem kaputten Hinterrad zum Reifentausch. Vettel wurde als Unfallverursacher mit fünf Sekunden bestraft. Noch weiter hinten crashten die beiden Franzosen Pierre Gasly im Toro Rosso und Esteban Ocon im Force India und schieden aus.

Das Safety Car musste früh raus und bremste das Feld ein. "Die erste Kurve hatte nichts mit mir zu tun, richtig?", fragte Hamilton. Sein Kommandostand konnte ihn beruhigen. Beim Re-Start in Runde sechs auf dem modernisierten Cicuit Paul Ricard verteidigte er ohne Mühe seine Führung vor Verstappen und Ricciardo.

Harte Reifenmischung

Vettel startete von Rang 17 aus seine Aufholjagd: Mit der härtesten in Le Castellet verfügbaren Reifenmischung setzte er darauf, möglichst lange durchzufahren. Schon fünf Durchgänge später auf dem 5,842 langen Hochgeschwindigkeitskurs war der Hesse nach einem Überholmanöver gegen seinen Landsmann Hülkenberg als Zehnter in den Punkten. Und auch sein Unfall-Gegner Bottas arbeitete sich immerweiter nach vorn.

Vettel lag zwischenzeitlich sogar auf Rang vier. Doch mit zunehmender Dauer bauten auch seine Reifen ab. Gegen die vor ihm liegenden Konkurrenten hatte er keine Chance mehr und fuhr sicherheitshalber noch einmal zum Reifenwechsel raus. Zu mehr als Platz fünf reichte es nicht mehr.

Solofahrt

An der Spitze setzte Hamilton seine Solofahrt zu einem niemals gefährdeten Sieg fort. Als Williams-Pilot Lance Stroll mit einem Reifenschaden zwei Runden vor dem Ende liegen blieb, entschied sich die Rennleitung für das virtuelle Safety Car. Der Sieg für Hamilton stand endgültig fest. "Großartige Arbeit, Jungs. So glücklich für England. Ein wunderbarer Sonntag", rief Hamilton via Boxenfunk seinem Team zu.

Vettel bietet sich schon am kommenden Sonntag im österreichischen Spielberg und eine Woche später bei Hamiltons Heimrennen in Silverstone die Chance zur Revanche. Doch das könnte schwer werden für den 30-Jährigen. Denn Hamilton und der Mercedes präsentierten sich in Le Castellet nach dem Motor-Update in alter Stärke, nachdem sie noch zwei Wochen zuvor in Montréal beim überlegenen Erfolg von Vettel ohne Chance waren. Damals stand Mercedes der neue Motor noch nicht zur Verfügung.

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