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Vettels Mission: Wenigstens Aufschub erzwingen

Formel 1 | Großer Preis der USA

Den Titel in der Formel-1-WM kann Sebastian Vettel bei 67 Punkten Rückstand eigentlich sicher abschreiben. Beim Großen Preis der USA (Rennen am 21. Oktober um 20.10 MESZ) geht es vor allem darum, eine vorzeitige Entscheidung zugunsten von Lewis Hamilton aufzuschieben.

Sebastian Vettel beim Großen Preis von Japan
Sebastian Vettel holt sich Rat
Quelle: reuters

"Wir haben zwar die Hand am Titel, aber den Titel noch nicht in der Hand", sagt Mercedes-Sportchef Toto Wolff vor dem Großen Preis in Austin, bei dem sich Lewis Hamilton schon vier Rennen vor Saisonende seinen fünften Weltmeister-Titel sichern und damit mit der Legende Juan-Manuel Fangio gleichziehen könnte.

Platz zwei ist Pflicht

Tatsache ist: Wenn Sebastian Vettel die Entscheidung zumindest eine Woche bis Mexiko hinausschieben will, dann muss beim Ferrari-Team endlich wieder einmal mehr zusammenlaufen als zuletzt. Denn gewinnt Hamilton in Austin - wie zuletzt vier Mal hintereinander seit 2015 - dann muss Vettel Zweiter werden, um einen Aufschub zu erreichen.

Zumindest den zweiten Silberpfeil von Valtteri Bottas müsste er also hinter sich lassen. Zuletzt in Sotschi und in Suzuka feierte Mercedes allerdings Doppelsiege. Auch, weil bei Ferrari eigentlich schon seit Monza überhaupt nichts mehr zusammen lief, teils der Speed fehlte, vor allem im Qualifying, aber auch Nervosität, Pleiten, Pech und Pannen immer mehr Einzug hielten - und Vettel dann versuchen musste, wie zuletzt in Japan, mit der Brechstange das gutzumachen, was vorher verschenkt wurde.

"In Suzuka gar nicht so schlecht"

Seine Hoffnung für Austin: "Zumindest im Rennen waren wir zuletzt in Suzuka gar nicht so schlecht aufgestellt, wenn ich gleich an Verstappen vorbei gekommen wäre, hätte ich zumindest Bottas noch gekriegt." Womit er ja auch den sehr aggressiven Angriff auf den Holländer erklärte: "Abwarten, um dann sicher Dritter zu werden, bringt mir doch nichts."

Um in der WM überhaupt noch den Hauch einer Chance zu haben, hätte er die Mercedes unter Druck setzen müssen. Das muss er jetzt auch, um wenigstens einen zu packen - und dabei noch versuchen, das Chaos im Ferrari-Team in den Griff zu bekommen, das vor allem von der Spitze ausgeht: Von Teamchef Maurizio Arrivabene, dessen Vertrag Ende dieser Saison ausläuft, der wohl nicht zu Unrecht fürchtet, angesichts der erneuten Misserfolge dann auch wirklich gehen zu müssen - und der so nicht in der Lage ist, wirklich konstruktiv zu führen, sondern eher von oben nach unten zunehmend Panik und Unsicherheit zu verbreiten.

Wenigstens ein Ausrufezeichen

So ist es Vettel, der noch einmal alles dran setzt, wenigstens ein kleines Ausrufezeichen zu setzen. "Wir werden weiterhin alles geben, der Spirit ist ungebrochen," sagt er, wissend, dass das vor Saison ausgegebenen Ziel Titelgewinn natürlich realistisch gesehen nicht mehr erreichbar scheint.

"Aber wir haben nichts mehr zu verlieren", sagt er auch - was nach erneut vollem Angriff klingt. Das Ziel ist klar: Wenigstens wieder einmal ein Wochenende, in dem man das Potenzial des Autos auf die Strecke bringt. Ob das dann reicht, den Höhenflug des Lewis Hamilton zu unterbrechen, wird sich zeigen müssen.

Wenigstens der zweiten Platz, den Vettel auch 2017 in Austin hinter Hamilton belegte, sollte aber mit vielleicht auch mal ein bisschen Glück möglich sein.

Wohl kein Ferrari-Wetter

Die äußeren Bedingungen scheinen es allerdings Vettel und Ferrari dabei nicht gerade leicht machen zu wollen. Die Wettervorhersage für Austin ist nicht besonders gut: Nur mäßige Temperaturen und immer wieder Regenschauer sind angesagt. Schon grundsätzlich keine Ferrari-Bedingungen - und außerdem noch bestens geeignet, wieder für Chaos zu sorgen.

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