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Pia Sundhage auf Abschiedstournee

Frauenfußball-EM - Gruppe B, 3. Spieltag: Schweden - Italien

Pia Sundhage bestreitet als schwedische Nationaltrainerin mit der Frauenfußball-EM ihr letztes Turnier. Nach dem Gruppenspiel gegen Italien (20:45 Uhr/zdfsport.de im Livestream) soll der Weg für die Generation Schelin/Seger bei dieser EM noch einmal weit gehen.

Pia Sundhage (Schweden)
Pia Sundhage (Schweden) Quelle: imago

Der Reiz ergibt sich aus der Lage: Die schwedische Frauen-Nationalmannschaft hat sich in einem Komplex einer niederländischen Hotelkette bei Arnheim ihr Quartier gesucht. Aus der Hauptstadt der Provinz Gelderland sind es keine 40 Kilometer bis nach Doentinchem. Dort wiederum im Stadion De Vijverberg, Heimat von De Graafschap, wird nicht nur am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF-Livestream) das letzte Gruppenspiel Schwedens gegen Italien ausgetragen, sondern auch das Viertelfinale des Gewinners der Gruppe B, in der Deutschland spielt.

Schweden ist noch ohne Gegentor

Und darauf blicken die Skandinavierinnen, wenn sie parallel zur Partie Russland – Deutschland gegen die schon abgeschlagenen Italienerinnen spielen. „Wir haben ihr Spiel gegen Deutschland gesehen. Es war schön anzuschauen: Italien hat eine gute Mannschaft. Wir müssen versuchen, dieses Spiel zu diktieren“, sagt Lisa Dahlkvist. Angesprochen auf den möglichen Gruppensieg heißt es bei der 30-jährigen Mittelfeldspielerin, Tochter des früheren schwedischen Nationalspielers Sven „Dala“ Dahlkvist: „Die Gruppe zu gewinnen, gibt uns Selbstvertrauen. Auf wen wir dann im Viertelfinale treffen, ist uns gleich, aber wir wollen unsere weiße Weste behalten.“

Noch ist das schwedische Team ohne Gegentor. Der Nullnummer gegen Deutschland folgte das 2:0 gegen Russland. Nicht immer spektakulär, aber sorgsam effektiv: So ging das schon im olympischen Fußballturnier, als eine in der K.o.-Runde ganz auf Defensive gepolte schwedische Mannschaft nacheinander die Medaillenträume von Brasilien und den USA platzen ließ. Danach aber schnappte sich Deutschland bekanntlich in Rio de Janeiro die Goldmedaille, die Trainerin Pia Sundhage schon zweimal als Nationaltrainerin der US-Girls gewann.

Ein Titel mit Schweden fehlt noch

Peter Gerhardsson
Übernimmt nach der EM: Peter Gerhardsson Quelle: imago/Bildbyran

Ausgerechnet mit ihrem Heimatland Schweden ist die charismatische Persönlichkeit noch ohne Titel. Die EM in den Niederlanden ist ihre letzte Chance, denn die Ära Sundhage wird nach dem Turnier beendet sein. Peter Gerhardsson, ein ehemaliger Fußballprofi, der zuletzt BK Häcken in der höchsten Männer-Spielklasse („Allsvenskan“) betreute, übernimmt. Zukunftsmusik.

Die Gegenwart ist geprägt vom Ehrgeiz einer Generation, die bald Geschichte sein wird: Das Duo Lotta Schelin (33 Jahre) und Carolin Seger (32) – zusammen mehr als 350 Einsätze für Schweden – kann ja nicht ewig die Geschicke lenken. Und schneller werden beide auch nicht mehr. Gegen die deutsche Mannschaft kam das gesamte Team kaum einmal zum Abschluss, was ohnehin das Problem ist.

Defensiv stark, offensiv schwach

Auch beim Algarve-Cup, als nach einem 0:0 gegen China und einem 0:1 gegen die Niederlande nur Platz sieben heraussprang, bekleckerte sich die Offensive nicht mit Ruhm. Aber will Sundhage das überhaupt noch? Ihr 4-4-2-System scheint umso mehr auf Torabwehr angelegt, desto namhafter der Gegner wird. Vor der tadellosen Torfrau Hedwig Lindahl verzahnen sich dann zwei eng stehende Viererketten.

Und wenn es wirklich stimmt, dass eine gute Abwehr die Titel bringt, dann könnte in Erfüllung gehen, was zum offiziellen EM-Song von Tre Kronors geworden ist: „Hjärten av Guld“, Herzen aus Gold, heißt der Song zur Goldmission in den Niederlanden. Ganz in Diktion der Vorsängerin Sundhage, die gerne zu einem Musikinstrument greift (oder selbst singt), wenn es der Anlass gebietet. Der aktuelle Ohrwurm handelt von dem mehrfachen Kampf, seine Träume und Ziele zu verwirklichen.

Ein letztes großes Ziel

„Wir wollen die Nummer eins werden“, hat die schwedische Nationaltrainerin in einem Radiointerview vor dem Turnier gesagt. Warum sollte sich die 57-Jährige auch andere Ziele setzen? Als 1984 die erste Frauen-EM ausgetragen wurde, war Pia Sundhage ja die entscheidende Spielerin. Damals wurde das Endspiel noch in Hin- und Rückspiel ausgetragen, und am 21. Mai 1984 in Göteborg gelang ihr im ersten Spiel das 1:0. Die zweite Partie in Luton endete 1:0 für England. Elfmeterschießen. Den letzten Versuch verwandelte natürlich die heutige schwedische Nationaltrainerin. Seitdem hat Schweden keinen Titel mehr gewonnen.

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