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Mittag: “Da macht man sich schon Gedanken”

Sport - Mittag: “Da macht man sich schon Gedanken”

Besser geht's nicht: Sechs Spiele, sechs Siege. Die DFB-Frauen haben eine lupenreine EM-Qualifikation hingelegt und sich für das Turnier im nächsten Jahr qualifiziert. Nun heißt das Ziel: Olympia-Sieg

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 13.04.2017, 07:31

Die Vorfreude bei den DFB-Frauen auf das olympische Turnier in Brasilien ist groß. Allerdings schwingt wegen des Zika-Virus auch Sorge mit. Heute (15:30 Uhr) erfolgt die Gruppenauslosung in Rio. Dann wissen alle, ob Deutschland nach Manaus muss. Im Amazonas-Dschungel ist die Ansteckungsgefahr am größten.

Anja Mittag fackelt nicht lange. Die Nationalstürmerin braucht auf dem Fußball-Platz nicht viele Chancen, um ein Tor zu schießen. Genauso offensiv ist die 30-Jährige auch, wenn es um das Thema Zika-Virus geht. “Man hört immer hier und da so ein bisschen. Aber so ganz klare Aussagen gibt es jetzt auch noch nicht. Ich hoffe, die bekommen das irgendwie in den Griff”, sagt Mittag.

Silvia Neid setzt auf “unsere Ärzte”

Sie klingt nachdenklich, wenn sie über die Sache spricht. Am 3. August beginnt das Olympia-Turnier, 16 Tage später wird im Maracanã in Rio das Finale ausgetragen. Deutschland liebäugelt mit einer Medaille. Dennoch blickt Mittag derzeit noch nicht Richtung August, sondern schaut nur auf den Donnerstag. Dann werden in Rio die drei Vorrundengruppen des Olympia-Turniers ausgelost. Und dann weiß auch Bundestrainerin Silvia Neid, ob ihr Team eventuell ins nördliche Salvador muss oder gar nach Manaus, in den Amazonas-Dschungel. Dort ist die Ansteckungsgefahr durch Moskitos selbst im Winter weitaus größer als im südlichen Rio, wo alle anderen Wettbewerbe der Sommerspiele ausgetragen werden. Wenn der Austragungsort feststehe, so Neid, “dann sind unsere Ärzte ganz, ganz aktiv und müssen uns natürlich dementsprechend vorbereiten.”

Doch wie kann man sich auf ein Virus vorbereiten, das durch Insekten und durch Geschlechtsverkehr übertragbar ist? Anfang Februar hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO aufgrund des Zika-Virus und dessen möglicher Verbindung mit Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen den “globalen Gesundheitsnotstand” erklärt. Vor einem Monat gab sie bekannt, dass weder beim Impfstoff noch bei der Bekämpfung der krankheitsübertragenden Mücken schnelle Erfolge zu erwarten seien. Mittlerweile hat die US-Gesundheitsbehörde CDC den Nachweis erbracht, dass Zika-Viren tatsächlich dem Ungeborenen schaden und die Schädelfehlbildung Mikrozephalie verursachen.

Noch zu früh für einen Boykott

“Da macht man sich schon Gedanken, natürlich. Aber es ist noch zu früh, um zu sagen, 'da fahren wir jetzt nicht hin oder boykottieren das.' Deswegen warten wir einfach mal ab”, sagt Mittag. So wie sie denken viele im Team. Begriffe wie “hoffen”, “abwarten”, “mal sehen” sind häufig zu hören. Melanie Behringer wiederum blendet das Thema knapp dreieinhalb Monate vor Turnierbeginn noch komplett aus. “Ganz ehrlich, ich mache mir da noch keinen Kopf drum, es ist ja noch Zeit.”

In den USA sehen sie die Thematik weniger gelassen. Als Nationaltorhüterin Hope Solo nach der erfolgreichen Olympia-Qualifikation ihres Teams im Februar betonte, dass sie “nicht nach Rio reisen würde, wenn die Spiele heute wären”, sorgte dies für reichlich Schlagzeilen. Das nationale Olympische Komitee (USOC) hat seinen Athletinnen mittlerweile zwei Experten für Ansteckungskrankheiten zur Verfügung gestellt. Sie sollen erklären, aufklären oder auch einfach nur zuhören.

Info-Blatt vom DOSB

Der Deutsche Olympischen Sportbund (DOSB) ist noch nicht so weit. Nationaltorhüterin Almuth Schult hat bislang lediglich ein Infoblatt bekommen. “Es wurde über die Übertragung informiert, wie man die Symptome einer Krankheit erkennt, wie der Kranheitsverlauf ist und ob das die sportliche Leistungsfähigkeit beeinflusst”, sagt Schult.

Obwohl sie mittlerweile einiges gehört und gelesen hat, habe sie das Gefühl, immer noch recht wenig zu wissen. Bislang, so Schult, sei ihr vor allem eines klar geworden: “Man sollte sich vielleicht nicht vornehmen, nach den Olympischen Spielen sofort schwanger zu werden.”

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