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Treffen der Torlos-Stürmer

Abendspiel am 18. Spieltag der Bundesliga

Die diesjährigen Champions-League-Teilnehmer Leverkusen und Gladbach eint der Frust über eine mäßige Hinrunde – und die anhaltenden Probleme ihrer Starstürmer. Beim rheinischen Duell am Samstag (18:30 Uhr) wollen Chicharito und Raffael endlich an ihren erfolgreichen Saisonstart anknüpfen.

Chicharito und Raffael Caetano
Leverkusens Chicharito und Gladbachs Raffael Quelle: hpfl

Eine Woche lang konnte Dieter Hecking seinen Starspieler Raffael gerade wieder im Alltag beobachten – und anschließend schwankte Gladbachs neuer Chefcoach zwischen Bewunderung und Mitgefühl. „Er ist spielfreudig, zieht Bälle an sich und will entscheidende Dinge machen mit dem gewissen Risiko, das du als Offensivspieler gehen musst“, schwärmt der 52-Jährige von der fußballerischen Aura des geschmeidigen Brasilianers – dem die Leichtigkeit abseits der Trainingseinheiten jedoch abhanden gekommen ist.

Wendepunkt Barcelona

Dabei übersprang Raffael (31) nach der phänomenalen Vorsaison beim Start in die neue Spielzeit sogar seine üblichen Wiedereingewöhnungsprobleme, glänzte gleich in den Playoff-Spielen zur Champions League gegen Bern wie auch in der Liga. Der Bruch kam mit dem großen Königsklassenabend gegen Barcelona Ende September: Raffaels atemberaubender erster Hälfte folgten ein Muskelfaserriss gleich nach Wiederbeginn, ein Monat Zwangspause – und ein Leistungsloch, aus dem der Filigranfußballer aus Fortaleza seitdem nicht herauskrabbeln konnte.

Sendepause an der A1

Beim jüngsten 0:0 in Darmstadt vergab Raffael (drei Tore, drei Vorlagen) nach zehn Minuten eine Großchance zur Gladbacher Führung. Die feine Gelegenheit, die Nerven der abstiegsbedrohten Borussen etwas zu schonen war dahin. Und vor dem rheinischen Duell in Leverkusen sagt Hecking nun: „Ein Erfolgserlebnis wäre für ihn wichtig, schon eine Torbeteiligung würde sehr guttun.“

Das gilt beim Gegner von der A1 gleichermaßen – für die seit längerem stillgelegte Torfabrik namens Chicharito (28). Wie sein Pendant vom Niederrhein war der treffsichere Mexikaner im Vorjahr der Garant für Bayers Sprung in die europäische Meisterklasse. Auch er knüpfte im Spätsommer an die zuvor gezeigten Leistungen an, schoss in den ersten sechs Ligaspielen fünf Tore. Doch seit dem 2:0 gegen Dortmund am 1. Oktober ist bei der „kleinen Erbse“ Sendepause.

Leichter Aufwärtstrend

Selbst vom Elfmeterpunkt dilettierte Chicharito, gleich zwei Mal. Das machte dem eigenbrötlerischen Glamour-Stürmer zu schaffen. Auch die gesundheitlichen Probleme seiner Freundin belasteten ihn – mutmaßte unter anderem Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler, der zudem meinte: „Ich glaube, dass ihm seine Hinrunde selbst am wenigsten gefallen hat.“

Beim 3:1 gegen Hertha war zuletzt immerhin einen leichter Aufwärtstrend bei dem Mann aus Guadalajara festzustellen – der so ganz anders ist als Gladbachs Raffael: Chicharito gibt gern via Twitter und Instagram Einblicke in sein Privatleben, machte zuletzt durch die angeblich geplatzte Hochzeit mit seiner Verlobten Lucia Villalon Schlagzeilen. Familienvater Raffael (zwei Söhne) hingegen genießt die Kochkünste von Gattin Jamilly und freut sich auf die Geburt seiner Zwillinge im April.

Warten aufs Erfolgserlebnis

Borussias bodenständiger Spielmacher (Vertrag bis 2019) fühlt sich so wohl in seiner Wahlheimat, dass er auch nach dem Ende seiner Karriere in Deutschland bleiben will. Um Paradiesvogel Chicharito (Vertrag bis 2018) ranken sich dagegen immer wieder Wechselgerüchte, zuletzt waren Chelsea und Paris Saint-Germain im Gespräch.

Bis zum Saisonende wird er nun aber auf jeden Fall bei Bayer bleiben – und Übungsleiter Roger Schmidt verriet unter der Woche gar: „Vom ersten Tag im Trainingslager haben wir einen aufgeräumten Chicharito erlebt – mit ganz anderer Körpersprache.“ Fehlt nur noch ein Erfolgserlebnis, genauso wie bei Raffael.

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