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Frankfurt will Negativtrend stoppen

Fußball-Bundesliga, 25. Spieltag

Eintracht Frankfurt ist inzwischen das schlechteste Bundesliga-Team im Kalenderjahr 2017. Das Heimspiel gegen den Hamburger SV wird am Samstagabend (18:30 Uhr/ab 23 Uhr im ZDF-Sportstudio) mehr als nur ein Stimmungstest. Es ist auch ein Wegweiser für die Zukunft.

Trainer Niko Kovac (Eintracht Frankfurt) spielt mit im Geheimtraining
Trainer Niko Kovac (Eintracht Frankfurt) spielt mit im Geheimtraining Quelle: imago

Vielleicht ganz gut, dass die Zeiten als Aktiver noch nicht so lange zurückliegen. Wenn es notwendig erscheint, dann mischt Niko Kovac im Trainingsbetrieb schon einmal selbst mit. Zumindest tut der 45 Jahre alte Chefcoach so. In der Vorbereitung auf das Heimspiel gegen den Hamburger SV postierte sich der ehemalige kroatische Nationalspieler und einstige Bundesligaprofi selbst mitten in die Abwehrkette.

Furchtbare Bilanz in 2017

Und achtete mit ausgebreiteten Armen akribisch darauf, dass seine Innenverteidiger Jesus Vallejo und David Abraham nicht zu viel Platz lassen, sondern dichter beieinander stehen. Kovac vertrat dabei den fehlenden Makoto Hasebe, den umsichtigen Organisator, der in der Hinrunde so perfekt harmonierenden Dreierkette, die in der Rückrunde durch Verletzungen und Sperren ständig gesprengt wurde.

Dass der Trainer hier persönlich bei Basics wie den richtigen Abständen der Abwehrspieler ansetzte, war in der Trainingswoche auf eine wegweisende Begegnung durchaus bezeichnend. Der HSV-Auftritt im Frankfurter Stadtwald wird ja mehr als nur ein Stimmungstest. Denn mittlerweile ist die Eintracht mit erst sechs Zählern das schlechteste Bundesliga-Team im Kalenderjahr 2017.

Meier soll wieder mitmischen

Und nur vier magere Tore in den acht Spielen seit der Winterpause sind ein Armutszeugnis. Überdies verwerten die Hessen nur jede siebte Torchance. Zuletzt beim 0:3 bei den Bayern – überdies die fünfte Niederlage in Folge – überboten sich Branimir Hrgota, Ante Rebic und Co. im Auslassen der Hochkaräter. All die Leichtigkeit des ersten Halbjahres scheint auf einmal wie verflogen. Die Eintracht steckt in ihrer ersten veritablen Schaffenskrise der laufenden Spielzeit.

Vielleicht ganz gut, dass Alexander Meier wieder gesund ist, aber der Publikumsliebling, in Frankfurt längst in den Status eines „Fußballgottes“ gehievt, hat für seine Verhältnisse auch erst bescheidene fünf Saisontore auf dem Konto. Zum einen gehörte der Torgarant vor allem auswärts oft nicht mehr zur Startformation, zum anderen „bekomme ich nicht mehr so viele Chancen“, sagt Meier.

Bodenständigkeit bleibt erste Tugend

Zeit, dass sich was dreht. Denn eigentlich böte sich angesichts der Schwächen von besser ausstaffierten Konkurrenten aus Mönchengladbach, Gelsenkirchen, Leverkusen oder Wolfsburg eine fast historische Chance, als Sechster direkt in die Europa League einzuziehen. So wie vor vier Jahren unter Armin Veh.

Doch weder Kovac und erst recht nicht Sportvorstand Fredi Bobic wollen irgendetwas von Europapokalambitionen wissen. „Wir sind noch ein Jahr hintendran. Wir haben einen starken Umbruch hinter uns. Ich sehe keine Notwendigkeit, die Mannschaft in eine Ecke zu drängen, der sie nicht gewachsen ist“, erklärte der Eintracht-Trainer kürzlich auf Nachfrage von zdfsport.de. Und auch der Einzug ins DFB-Pokalhalbfinale, wo die Frankfurter Ende April bei Borussia Mönchengladbach antreten, verändert die Blickrichtung nicht. Auch nicht auf wirtschaftlicher Ebene.

Bescheidenes Budget

„Es ist nicht so, dass man dann im Geld schwimmt“, erläuterte Bobic in einem Gespräch am Donnerstag. „Die Rahmenbedingungen haben sich nicht mal im Ansatz verändert. Es wird kein einfacher Sommer.“ Will heißen: Vermutlich wird sich Bobic wieder nach guten Leihspielern wie Vallejo oder Schnäppchen wie Omar Mascarell umsehen, um Wettbewerbsnachteile, wie den hohen Belastungen für die Arena, zu stemmen. Und Kovac soll dann das Optimale aus diesem Kader herauskitzeln.

Der Fußballlehrer ist die nächsten Wochen mehr gefordert, als das viele wahrhaben wollen: Trudelt die Rückrunde einfach nur aus und landet die Eintracht schlussendlich auf Platz zehn, elf oder zwölf, wäre das gemessen an den Erwartungen (und dem Saisonetat) vor Saisonstart zwar absolut im Rahmen, aber die Aufbruchsstimmung der ersten Halbserie dahin.

Immerhin: Der Frühling kommt

Und es wäre ein Signal, dass die Entwicklung jäh gestoppt wurde. Das aber passt nicht mit dem zusammen, was sich der Klub auf die Fahnen geschrieben hat. „Die Eintracht an allen Ecken und Enden neu und wettbewerbsfähig aufstellen“, wie es Vorstand Axel Hellmann gerade beim Eintracht-Frühlingsempfang formulierte.

Was macht neben der sehnlichst erwarteten Rückkehr von Inspirator Marco Fabian für das HSV-Spiel noch Hoffnung, den Negativtrend zu stoppen? Kovac hat da seine ganz eigene Sicht auf die Dinge. „Jede Serie reißt. Außerdem wird es Frühling, die Sonne scheint. Da geht die Seele auf. Lebensfreude kommt zurück. Wir werden unser Gesicht zeigen, das uns in der Hinrunde stark gemacht hat.“ Da gelang übrigens ein hochverdienter 3:0-Erfolg beim Hamburger SV.

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