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Last-Minute-Sieg für Lilien - Bremen gewinnt Nordderby

Der 29. Bundesliga-Spieltag im Überblick

Darmstadt hat mit einem 2:1 in der Nachspielzeit gegen Schalke den vorzeitigen Abstieg aus der Fußball-Bundesliga gerade noch mal verhindert. Auch der HSV steckt wieder mitten im Abstiegskampf. Die Hanseaten verloren im Nordderby in Bremen mit 1:2 und liegen jetzt nur noch einen Punkt von Relegationsrang 16 entfernt. Dagegen können Mainz und Augsburg wieder Hoffnung schöpfen. Beide holten drei Punkte. Dagegen riss die Sieg-Serie von Ingolstadt, das in Wolfsburg 0:3 verlor. Leverkusen rang dem FC Bayern einen Punkt ab.

Die Darmstädter bejubeln das 1:0.
Die Darmstädter bejubeln das 1:0. Quelle: imago

Dank eines Treffers von Jerome Gondorf in letzter Sekunde hat sich Schlusslicht Darmstadt 98 am Ostersonntag eine Schonfrist erkämpft und den unausweichlichen Abstieg aus der Fußball-Bundesliga vertagt. Die Hessen feierten beim 2:1 (1:0) gegen Schalke 04 erst ihren fünften Saisonsieg und sorgten bei den Gästen für Alarmstimmung. 98-Keeper Michael Esser parierte einen Strafstoß von Guido Burgstaller (57.).

Die Knappen indes, die bereits drei Tage zuvor im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League bei Ajax Amsterdam (0:2) enttäuscht hatten, verlieren nach der achten Liga-Auswärtspleite die neuerliche Europacup-Qualifikation immer mehr aus den Augen. Schalke konnte beste Chancen nicht nutzen und zeigte auch große Schwächen in der Defensive.

Vor 17.400 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor besiegelten Mario Vrancic (11.) sowie Gondorf (90.+3) den viel umjubelten Erfolg der Lilien, die vor den noch ausstehenden fünf Spielen allerdings 14 Punkte Rückstand zum rettenden Ufer beziehungsweise Relegationsplatz 16 haben. Schalkes Spanier Coke (75.) hatte mit seinem ersten Bundesliga-Tor ausgeglichen, Thilo Kehrer (82.) sah bei den Gästen nach einer Notbremse Rot.

Werder Bremen - Hamburger SV 2:1 (1:1)

Aaron Hunt (l.) im Zweikampf mit Santiago Garcia (r.).
Aaron Hunt (l.) im Zweikampf mit Santiago Garcia (r.). Quelle: imago

Dank eines hochverdienten Derbysieges hat Werder Bremen einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt gemacht und die Abstiegssorgen des Hamburger SV zugleich dramatisch erhöht. Die Bremer gewannen das brisante Nachbarschaftsduell mit 2:1 (1:1) und liegen nach dem neunten ungeschlagenen Spiel in Serie nun bereits sieben Punkte vor dem Relegationsrang. Der HSV hat nach der schwachen Leistung an der Weser dagegen nur noch einen Zähler Vorsprung auf den FC Augsburg auf Rang 16. Vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion erzielten Max Kruse (41. Minute) und der eingewechselte Florian Kainz (76.) die Treffer für die klar überlegenen Gastgeber. Michael Gregoritsch hatte die Gäste in Führung gebracht (6.).

Vor der Partie war der Mannschaftsbus der Hamburger mit Farbbeuteln attackiert worden. Bei der Einfahrt ins Stadion sei der Bus mit grüner und weißer Farbe und Gegenständen beworfen worden, sagte ein Polizeisprecher. Der Bus sei beschädigt, verletzt sei aber niemand. Die Ermittlungen nach der Attacke laufen. Im Stadion blieb dann aber alles friedlich.

Bayer Leverkusen - FC Bayern München 0:0

Bayern München hat die Generalprobe für das Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League am Dienstag bei Real Madrid verpatzt. Im Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen musste sich der Rekordmeister und Tabellenführer mit einem 0:0 zufriedengeben. Die Stars von der Isar überboten sich im Auslassen glasklarer Torchancen und konnten selbst aus einer Überzahl über mehr als eine halbe Stunde kein Kapital schlagen. Bayer verkaufte sich so teuer wie möglich, konnte allerdings nicht mehr als eine Abwehrschlacht liefern. Leverkusens Tin Jedvaj (59.) sah wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte.

Die Werkself zeigte vor 30.210 Zuschauern gegen den Rekordchampion eine engagierte Vorstellung. Mit viel Disziplin und Kampfgeist wurden die Offensivaktionen der Bayern schon frühzeitig gestört. Vom gewohnten Kombinationsfluss der Bayern war lange Zeit nicht viel zu sehen. Die Rheinländer setzten vornehmlich auf Konterangriffe und konnten einige Male Gefahr im Bayern-Strafraum heraufbeschwören.

Kevin Danso (l.) und Anthony Modeste (r.) im Zweikampf.
Kevin Danso (l.) und Anthony Modeste (r.) im Zweikampf. Quelle: imago

Der FC Augsburg hat nach einer hochemotionalen Zitter-Schlussphase gegen den 1. FC Köln ein wichtiges Lebenszeichen im Abstiegskampf gesendet. Die Mannschaft des unter heftigem Druck stehenden Trainers Manuel Baum feierte beim 2:1 (2:0) gegen seinen rheinischen Wohlfühl-Gegner ihren ersten Dreier nach zuvor sechs sieglosen Partien. Dank Martin Hinteregger (5. Minute) und Paul Verhaegh (23. /Foulelfmeter) mit ihrem jeweils dritten Saisontor blieben die mutig aufspielenden Augsburger auch im siebten Duell mit den Kölnern ungeschlagen, konnten sich von Relegationsrang 16 aber nicht verabschieden.

Nach Gelb-Rot gegen Ja-Cheol Koo (89.) und Rot wegen einer Tätlichkeit gegen Alfred Finnbogason (90.+2) mussten die Fuggerstädter sogar mit nur neun Spielern den befreienden Dreier über die Zeit retten. Philipp Max (65./Eigentor) ließ die Gäste vor 30.660 Zuschauern noch auf einen Punktgewinn hoffen. Am Ende ist die neunte Saisonniederlage des FC ein Dämpfer auf dem Weg in die Europa League.

Die Jobgarantie für Martin Schmidt hat ihre Wirkung nicht verfehlt und lässt den FSV Mainz im Abstiegskampf ein wenig durchatmen: Die Rheinhessen feierten beim 1:0 (1:0) gegen die international ambitionierte Hertha aus Berlin den ersten Sieg nach zuvor fünf Pleiten in Serie. Die Berliner indes kassierten die achte Auswärtsschlappe in Folge und haben durch diese Misere einen Vereins-Negativrekord aufgestellt. Sie mussten damit einen weiteren Rückschlag im Kampf um die Qualifikation für die Europa League hinnehmen.

Vor rund 30.579 Zuschauern besiegelte Danny Latza (45.+1) den ersten Mainzer Heimerfolg seit über neun Wochen. Es war gleichzeitig ein verspätetes Geburtstagsgeschenk für Schmidt, der am Mittwoch 50 Jahre alt geworden war. Trotz der Talfahrt in den letzten Wochen hatte der Schweizer nach der 0:1-Niederlage am vergangenen Spieltag beim SC Freiburg von FSV-Sportdirektor Rouven Schröder eine Jobgarantie bis Saisonende erhalten. Vor dem Anpfiff waren 20.000 T-Shirts mit der Aufschrift "Mainzbleibt1" an die Fans verteilt worden, um den Schulterschluss zwischen den Anhängern, der Stadt und dem Team zu dokumentieren. Vor der Arena hingen viele Dutzend "100 Prozent für unser Ziel"- Transparente.

VfL Wolfsburg - FC Ingolstadt 3:0 (1:0)

Yannick Gerhardt (r.) bejubelt sein Tor zum 1:0.
Yannick Gerhardt (r.) bejubelt sein Tor zum 1:0. Quelle: dpa

Der VfL Wolfsburg hat seine sportliche Talfahrt erst einmal gestoppt und den Hoffnungen des FC Ingolstadt auf den Klassenerhalt wieder einen Dämpfer verpasst. Nach zuvor drei Spielen mit nur einem Punkt gewannen die Niedersachsen das Kellerduell in der Fußball-Bundesliga mit 3:0 (1:0) und verschafften sich damit ein klein wenig Luft im Abstiegskampf. Der FC Ingolstadt war dagegen der große Verlierer des Spieltages. Nach drei Siegen in Serie setzte es für das Team von Trainer Maik Walpurgis eine verdiente Niederlage, durch die der Abstand zum Relegationsplatz wieder anwuchs.

Vor 26.374 Zuschauern gingen die Wolfsburger in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit durch ein Eigentor von Ingolstadts Markus Suttner in Führung. Yunus Malli sorgte in der 68. Minute mit seinem ersten Treffer im VfL-Trikot für das 2:0, Mario Gomez erzielte in der 80. Minute den Endstand. Das Ergebnis fiel aber etwas zu hoch aus.

Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt 3:1 (2:1)

Borussia Dortmund hat im ersten Bundesliga-Heimspiel nach dem Sprengstoffanschlag einen Sieg eingefahren. Beim 3:1 (2:1) gegen Eintracht Frankfurt zeigten die BVB-Fußballer eine couragierte und lange Zeit überzeugende Leistung. Rückkehrer Marco Reus traf schon in der 3. Minute, Sokratis (34.) und Goalgetter Pierre-Emerick Aubameyang (86.) verlängerten die Serie ungeschlagener Erstliga-Heimpartien des Revierklubs auf 35 Spiele.

Trotz des 42. Erfolgs gegen den Lieblingskonkurrenten bleibt die Borussia nach dem 29. Spieltag mit 53 Punkten Tabellenvierter. Die Eintracht, für die Marco Fabián (29.) das zwischenzeitliche 1:1 erzielte, ist nun schon seit zehn Ligabegegnungen ohne Sieg und verharrt bei 38 Zählern - aber immer noch mit Kontakt zu den Europa-League-Rängen.

RB Leipzig - SC Freiburg 4:0 (2:0)

RB Leipzig hat auch das zweite Aufsteiger-Duell in dieser Saison gewonnen und den nächsten Schritt Richtung Champions League gemacht. Die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl setzte sich mit 4:0 (2:0) gegen den SC Freiburg durch. Vor 41.446 Zuschauern trafen Yussuf Poulsen (36.), Timo Werner (42.), Naby Keita (51.) und Diego Demme (90.) zum vierten Sieg der Sachsen in Serie. Mit dem 19. Saisonerfolg festigten sie ihren zweiten Tabellenrang in der Bundesliga und können sich auf dem Weg in die Königsklasse wohl nur noch selbst stoppen.

Für die Freiburger bleibt das Rennen um einen internationalen Startplatz nach der zwölften Saisonniederlage eng. Beide Aufsteiger könnten am Ende der Saison Geschichte schreiben, sollten sie sich für das Europa-Geschäft qualifizieren. Das gab es im deutschen Fußball noch nie.

Am Rande des Spiels ist ein Fußballfan auf tragische Weise ums Leben gekommen. Wie RB via Twitter mitteilte, ist ein 56-Jähriger vor dem Spiel in der Leipziger WM-Arena zunächst mit Herzversagen zusammengebrochen und später in einem Krankenhaus an plötzlichem Herztod verstorben. "Der Fußball rückt für uns heute damit in den Hintergrund. Unser Beileid und tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen des Verstorbenen", twitterte RB Leipzig knapp zwei Stunden nach dem Abpfiff.

1899 Hoffenheim - Borussia Mönchengladbach 5:3 (2:2)

1899 Hoffenheim hat seinen Heimrekord ausgebaut und hält weiter Kurs auf die Champions League. Der Tabellendritte setzte sich in einer turbulenten Begegnung mit 5:3 (2:2) gegen Borussia Mönchengladbach durch. Damit ist die TSG, die ihre erste Europacup-Teilnahme ganz dicht vor Augen hat, in dieser Saison zu Hause weiter unbesiegt (15 Partien). Adam Szalai (9./24.), Kerem Demirbay (58./89.) und Mark Uth (75.) trafen für die Kraichgauer.

Für die Borussia bedeutet die erste Pleite nach sechs Spielen ohne Niederlage einen herben Rückschlag im Kampf um die Qualifikation für die Europa League. Daran änderten auch die Tore von Jannik Vestergaard (31.), Lars Stindl (35.) und Mahmoud Dahoud (78.) nichts.

Die Trainerstimmen zum Spieltag

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