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"Euphorie pur": Werder feiert Rettung

Sport - "Euphorie pur": Werder feiert Rettung

Nach dem nervenaufreibenden Finale am letzten Bundesliga-Spieltag spricht Bremens Sportdirektor Thomas Eichin über die letzten Wochen und die Rolle der Werder-Fans beim Klassenerhalt.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.05.2017, 22:00

Ausnahmezustand nach dem feststehenden Klassenerhalt: Werders Last-Minute-Sieg gegen Frankfurt am 34. Spieltag hat in Bremen für ekstatische Atmosphäre gesorgt. So hat man bei Werder Bremen zuletzt vor zwölf Jahren die deutsche Meisterschaft gefeiert.

Nach dem Schlusspfiff rannten alle Ersatzspieler, Trainer und Betreuer auf den Rasen. Der Jubel der Fans war noch kilometerweit über das Weserstadion hinaus zu hören. Durch ein spätes Tor von Verteidiger Papy Djilobodji gewannen die Bremer am Samstag das Abstiegskampf-Endspiel gegen Eintracht Frankfurt mit 1:0 (0:0) und schickten die Hessen zwei Minuten vor dem Ende der Saison noch in die Relegation. Werder kletterte im Abschlussklassement der Fußball-Bundesliga sogar noch vom 16. auf den 13. Tabellenplatz.

Große Erleichterung

«Das ist Euphorie pur. Jetzt fällt alles von uns ab. Wir haben immer die nötige Ruhe behalten und uns nie verrückt machen lassen», sagte der Bremer Geschäftsführer Thomas Eichin dem TV-Sender sky. Auch Trainer Viktor Skripnik meinte: «2004 habe ich noch als Spieler die Meisterschaft miterlebt. Das war natürlich auch attraktiv. Aber das hier jetzt ist unglaublich. Ich bin einfach glücklich darüber.»

Schlitzohr, Super-Oldie, Rekord-Torjäger

Mittendrin im grün-weißen Jubel tummelte sich nach dem Schlusspfiff natürlich auch Rekord-TorjägerClaudio Pizarro, der mit seinen wichtigen Treffern in der Rückrunde seinen Wert für Bremen unter Beweis stellte. Es gab nicht wenige, die hinter den Last-Minute-Transfer von Sportchef Thomas Eichin im August vergangenen Jahres ein dickes Fragezeichen setzten. Denn Pizarro tat sich bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte zunächst schwer, die körperliche Fitness fehlte, und an Spiele über 90 Minuten war über Wochen nicht zu denken. Spätestens in der Rückrunde aber belehrte der peruanische Nationalspieler seine Kritiker eines Besseren, traf streckenweise nach Belieben und erlebte mit zwölf Treffern seit der Winterpause seinen x-ten Fußball-Frühling. Mehr noch: Mit inzwischen 103 Bundesliga-Toren (187 Ligaspiele) für die Bremer überflügelte Pizarro den heutigen Aufsichtsrats-Chef Marco Bode (101 Treffer) und schwang sich zum alleinigen Rekord-Torschützen des Klubs auf.


Selbst Bayer-Trainer Pep Guardiola huldigte Pizarro als "einen der besten Mittelstürmer, die ich kennengelernt habe". Bleibt nur noch die Frage, ob der Wahnsinn an der Weser für den treffsichersten Ausländer der Bundesliga-Historie weitergeht - der Vertrag des 37-Jährigen läuft aus.

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