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HSV - Wolfsburg: Viel Kohle, wenig Ertrag

Fußball-Bundesliga, 34. Spieltag

Im Endspiel um den Relegationsplatz treffen am 34. Spieltag mit dem HSV und Wolfsburg zwei Teams aufeinander, die nach erheblichen Investitionen in ihr Personal sicher nicht damit gerechnet haben, bis zum Ende um den Klassenerhalt zu zittern.

HSV im Trainingslager

Eine von beiden Mannschaften wird wahrscheinlich in die Relegation mit dem Zweitliga-Dritten müssen. Dabei wollten der HSV und der VfL Wolfsburg mit ihren Geldgebern im Rücken einst hoch hinaus. Bei der Jagd nach dem kurzfristigen Erfolg wurden teure Spieler verpflichtet, aber keine Mannschaft aufgebaut.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel - selten passte diese platteste aller Floskeln so gut, wie vor dem Endspiel um den rettenden 15. Platz in der Fußball-Bundesliga am letzten Spieltag zwischen dem HSV und dem VfL Wolfsburg. "Aufgrund der Zeitknappheit bis zum Hinspiel bei uns im Volksparkstadion, würden wir unmittelbar nach dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg um 17:45 Uhr mit dem Ticketverkauf für HSV-Mitglieder beginnen“, heißt es auf der Homepage des HSV. Gemeint sind die Tickets für das Heim-Relegationsspiel am Himmelfahrts-Donnerstag.

Relegations-Routine

Beim HSV hat man sich durch zwei Relegationsteilnahmen in den letzten drei Jahren so an diese Extra-Runde gewöhnt, dass eine gewisse Routine im Umgang mit der Abstiegsangst eingesetzt hat. Nicht einmal die üblichen Beschwörungsrituale wie patriotische Appelle auf den Titelseiten der Boulevard-Blätter oder Fanmärsche zum Stadion gab es bisher.

Die Ausgangssituation

Dass die Mannschaft wie vor dem Spiel gegen Mainz 05 wieder ins Kurztrainingslager gefahren ist, gehört mittlerweile genauso zum Standardkrisenprogramm beim HSV wie die Tatsache, dass der Klub die Lizenz für die kommende Saison wieder einmal nur bekommen hat, weil Investor Klaus-Michael Kühne kurzfristig die Haushaltslöcher gestopft hat. Diesmal kaufte er für 15 Millionen Euro weitere Anteile an der HSV-Fußball AG, an der er nun 17 Prozent hält.

Pfeifen im Walde

Zu der abgeklärten, Krisenerpobten Stimmung passt die kuriose Aussage von Trainer Markus Gisdol am Donnerstag, seine Mannschaft könne in diesem Spiel nur gewinnen, "unsere Situation wird sich nicht verschlechtern.“ Eine Aussage, die umso erstaunlicher ist, da als Relegationsgegner die Bundesliga-erfahrenen Brocken Eintracht Braunschweig oder Hannover 96 warten.

Wenn es darum geht, die Schicksalshaftigkeit der Partie am Samstag herunterzuspielen, steht Gisdol sein Wolfsburger Kollege Andries Jonker nicht nach. "Es ist ein schönes Spiel mit einer großen Bedeutung, ich freue mich darauf“, sagte er. Es ist das Pfeifen im Walde von zwei Trainern, die wissen, dass eine Niederlage einen tiefen Fall in der Klubgeschichte einleiten könnte.

Blick nach oben, tief gefallen

Ein Fall, der umso tiefer wäre, da er zwei Klubs trifft, die vor nicht allzu langer Zeit ihren Blick noch ganz oben gerichtet haben. Hinter seinem finanziellen Engagement beim HSV, das auf rund 100 Millionen Euro geschätzt wird, habe einst der Gedanke gestanden "eine zweite Macht neben dem FC Bayern aufzubauen“, sagte Kühne vor kurzem in einem Interview. Auch wenn dieser Traum schon länger geplatzt ist, beruhte das sportliche Konzept des HSV in den letzten Jahren darauf, mit den Kühne-Millionen möglichst schnell an alte Erfolge anzuknüpfen. Die Transferflops wechselten genauso schnell wie Trainer und Sportdirektoren, mittlerweile ist auch der Vorstand ausgetauscht.

Ausgaben für Neueinkäufe 2016/2017

Nutzloser Marktwert

Demgegenüber bestand für den VfL Wolfsburg noch vor zwei Jahren nach dem Pokalsieg tatsächlich die Chance, die Nummer zwei im Lande zu werden. Aber auch dort verleitete die Finanzkraft des Geldgebers VW dazu, mit spektakulären Transfers wie die von Andre Schürrle oder Julian Draxler, den Erfolg erzwingen zu wollen. Die Kader wurden genauso wahllos zusammengestellt wie beim HSV, eine funktionierende Mannschaft, die über einen längeren Zeitraum an einem Ziel arbeitet, konnte auch in Wolfsburg nicht entstehen. Fast nirgendwo wurde in dieser Saison - einschließlich der Wintertransfers - so viel Geld ausgegeben wie in diesen beiden Klubs, die beim Marktwert der Spieler die Plätze 4 und 8 belegen.

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