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Augsburg und Frankfurt mit Heimsiegen

Fußball-Bundesliga - 6. Spieltag

Der FC Augsburg setzte sich zum Abschluss des 6. Spieltags am Sonntag 4:1 (2:0) gegen den SC Freiburg durch. Zuvor blieb Hannover 96 weiter ohne Sieg. Bei Eintracht Frankfurt verloren die Niedersachsen mit 4:1 (0:2). Bereits am Samstag setzte sich Dortmund mit 4:2 in Leverkusen durch und hat damit vor Hertha BSC und dem FC Bayern die Tabellenspitze übernommen. Schalke und Stuttgart kamen zu ihren ersten Dreiern in dieser Saison.

Augsburgs Jonathan Schmid (l) und Torschuetze Caiuby jubeln nach dem 1:0.
Augsburgs Jonathan Schmid (l) und Torschuetze Caiuby jubeln nach dem 1:0. Quelle: dpa

FC Augsburg - SC Freiburg 4:1 (2:0)

Was für ein Comeback! Angreifer Alfred Finnbogason hat dem FC Augsburg bei seinem Saisondebüt mit einem Dreierpack den ersten Heimsieg seit April beschert. Die Schwaben setzten sich dank ihres neuen Rekord-Torjägers fünf Tage nach dem überraschenden Remis beim FC Bayern 4:1 (2:0) gegen den SC Freiburg durch und zogen in der Tabelle an den Breisgauern vorbei. Das Spiel wurde allerdings von einem Zwischenfall überschattet. Ein Fan in Block Z der WWK Arena gegenüber der FCA-Kurve musste nach einem Herzstillstand reanimiert und ins Krankenhaus gebracht werden. Die Anhänger beider Lager stellten deshalb von der 25. bis zur 57. Minute ihre Gesänge ein.

Noch vor dem Notarzteinsatz hatte der äußerst umtriebige Caiuby (19.) die vor allem in der ersten Halbzeit wesentlich bissigeren und spielerisch überlegenen Augsburger in Führung gebracht. Rückkehrer Finnbogason erhöhte vor 26.488 Zuschauern per Traumtor mit der Hacke (34.). Nach dem Slapstick-Eigentor des früheren Freiburgers Jonathan Schmid (49.) sorgte Finnbogason per Foulelfmeter (68.) für die Entscheidung, in der 82. Minute erzielte er den Endstand. Mit seinem dritten Dreierpack in der Bundesliga löste Finnbogason (25 Tore) zudem Tobias Werner als Augsburger Bundesliga-Rekordtorschütze ab. Der Isländer, der wegen einer hartnäckigen Entzündung an der Patellasehne gefehlt hatte, verhagelte Freiburg nach zwei Siegen eine perfekte englische Woche.

Eintracht Frankfurt - Hannover 96 4:1 (2:0)

Der Frankfurter Sebastien Haller jubelt nach dem 4:1 mit Ante Rebic.
Der Frankfurter Sebastien Haller jubelt nach dem 4:1 mit Ante Rebic. Quelle: imago

Angeführt vom überragenden Ante Rebic hat Eintracht Frankfurt den ersten Saison-Heimsieg in der Bundesliga gefeiert und die sportliche Krise beim Schlusslicht Hannover 96 verschärft. Evan Obite Ndicka in der 36. Minute, Rebic (45.+1), Jonathan de Guzmán (59.) und Luka Jovic (89.) erzielten am Sonntag vor 46.300 Zuschauern die Tore zum 4:1 (2:0) für den DFB-Pokalsieger, der sich nach der gelungenen Generalprobe für das Europa-League-Spiel gegen Lazio Rom mit sieben Punkten ins Mittelfeld der Tabelle vorschob.

Die weiter sieglosen Niedersachsen, für die Florent Muslija (86.) traf, sind mit zwei Zählern Letzter und in ihrer momentanen Verfassung ein Abstiegskandidat. Kroatiens Vize-Weltmeister Rebic war bei seinem Startelfdebüt fast an jeder gefährlichen Offensivaktion der Hessen beteiligt und von Hannovers Abwehr nie in den Griff zu bekommen.

Bayer 04 Leverkusen - Borussia Dortmund 2:4 (2:0)

Mit einem Kraftakt und Joker Paco Alcácer auf Platz eins: Borussia Dortmund hat ein verloren geglaubtes Spiel gedreht und den FC Bayern München von der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga gestürzt. Drei Tage nach dem furiosen 7:0 gegen Nürnberg gewannen die Westfalen das mitreißende West-Duell bei Bayer Leverkusen trotz eines 0:2-Pausenrückstands noch mit 4:2. Mit 14 Punkten zog der BVB, der auch im achten Pflichtspiel unter Trainer Lucien Favre ungeschlagen blieb, an Serienmeister FC Bayern München (13) vorbei, der am Freitag 0:2 bei Hertha BSC verloren hatte.

Die Leverkusener erlitten trotz starker erster Halbzeit derweil nach dem vereinshistorischen Fehlstart mit drei Niederlagen und zuletzt zwei Siegen wieder einen Rückschlag. Neuzugang Mitchell Weiser (9.) und Nationalspieler Jonathan Tah (39.) hatten die Werkself zwar in Führung geschossen, Jacob Bruun Larsen (64.), Marco Reus (69.) und der 22 Minuten vorher eingewechselte Alcácer (85./90.+4) ließen am Ende aber die Gäste jubeln. Mario Götze fehlte zum dritten Mal in Folge im BVB-Kader. Der Siegtorschütze des WM-Finales 2014 trainierte nach zwei Tagen krankheitsbedingten Trainings-Ausfalls stattdessen fleißig im Fitness-Studio, wie einer Story bei Instagram zu entnehmen war. Am Sonntag soll Götze ins Team-Training zurückkehren.

Schalke 04 - FSV Mainz 05 1:0 (1:0)

Amine Harit von Schalke und Jean-Philippe Gbamin (l.) von Mainz im Zweikampf
Amine Harit und Jean-Philippe Gbamin (l.) Quelle: ZDF

Mit dem ersten Sieg im sechsten Anlauf hat Vizemeister Schalke 04 nach seinem historischen Fehlstart einen ersten Schritt aus der Krise gemacht. Die Königsblauen bezwangen den FSV Mainz 04 mit 1:0 (1:0) und gaben die Rote Laterne des Tabellenletzten in der Fußball-Bundesliga vorerst an Hannover 96 ab. Alessandro Schöpf sicherte dem Team von Trainer Domenico Tedesco mit seinem Kopfballtor in der elften Minute den ersten Dreier. Damit blieb den Gelsenkirchenern nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte ein Bundesliga-Negativrekord erspart. Fortuna Düsseldorf ist weiter die einzige Mannschaft, die mit sechs Niederlagen eine Spielzeit begann (1991/92). Mainz verpasste mit der fünften Pleite in Folge auf Schalke den Sprung ins erste Tabellendrittel.

Abwehrchef Naldo saß bei Königsblau erneut auf der Bank. Wie beim 0:1 am vergangenen Dienstag beim SC Freiburg setzte Tedesco auf eine Viererkette. Der Coach kündigte allerdings an, dass der 36-Jährige am Mittwoch (18.55 Uhr/DAZN) in der Champions League beim russischen Meister Lokomotive Moskau wieder spielen soll. Auch der Königstransfer Sebastian Rudy, für 16 Millionen Euro von Bayern München verpflichtet, kam wieder nicht zum Einsatz. Im Angriff bekam Guido Burgstaller, in der Vorsaison mit elf Treffern erfolgreichster Schalker Torjäger, eine neue Chance.

TSG Hoffenheim - RB Leipzig 1:2 (0:0)

Hoffenheims Pavel Kaderabek (r.) im Zweikampf mit Leipzigs Kevin Kampl
Pavel Kaderabek (r.) im Zweikampf mit Kevin Kampl Quelle: ZDF

Julian Nagelsmann hat mit der TSG 1899 Hoffenheim das Rasenschach gegen seinen künftigen Arbeitgeber RB Leipzig verloren. Die Kraichgauer mussten sich drei Tage vor dem Champions-League-Schlager gegen Manchester City mit 1:2 (0:0) dem Team von Ralf Rangnick geschlagen geben. 28.115 Zuschauer in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena erlebten am Samstag eine schwache Bundesliga-Partie. Sie war sichtlich von den taktischen Vorgaben der beiden Trainer und den bevorstehenden internationalen Aufgaben beider Klubs geprägt. Yussuf Poulsen erzielte in der 53. und 73. Minute beide Tore für die Sachsen. Andrej Kramaric verkürzte in der Nachspielzeit (90.+3) per Foulelfmeter.

Leipzig ist nach dem dritten Sieg im sechsten Saisonspiel seit fünf Begegnungen ungeschlagen. Damit gelang auch die Generalprobe für die Europa-League-Partie am Donnerstag bei Rosenborg Trondheim. Während RB ohne den angeschlagenen Spielmacher Emil Forsberg antrat, mussten die personell ohnehin geschwächten Gastgeber kurzfristig auch noch auf Kevin Vogt, Ermin Bicakcic und Havard Nordtveit verzichten. Besonders schwer wog der Ausfall von Kapitän und Abwehrchef Vogt, bei dem eine ältere Oberschenkelblessur wieder aufgebrochen ist und der möglicherweise auch im Königsklassen-Knaller am Dienstag gegen den englischen Meister Manchester City mit Pep Guardiola fehlt.

VfB Stuttgart - Werder Bremen 2:1 (1:0)

Reaktion nach dem Eigentor
Kurioses Eigentor: Zieler ist fassungslos Quelle: Imago

Aufatmen im Ländle: Dem VfB Stuttgart ist am sechsten Spieltag der Bundesliga der erste Saisonsieg gelungen - trotz eines verrückten Eigentores. Die Mannschaft des schon leicht angeschlagenen Trainers Tayfun Korkut besiegte Werder Bremen mit 2:1 (1:0). Torschützen der ersten Stuttgarter Heimtreffer in dieser Spielzeit waren der Grieche Anastasios Donis (19.) auf Vorlage von Daniel Didavi und der eingewechselte Gonzalo Castro (75.) - alle drei hatte Korkut zuletzt eher spärlich bis gar nicht eingesetzt.

Bremen musste nach Gelb-Rot für Milos Veljkovic (36.) eine gute Stunde lang mit neun Feldspielern auskommen - und verlor dennoch denkbar unglücklich: Den Ausgleich hatten die Stuttgarter (68.) durch ein kurioses Eigentor selbst verursacht. Nach einem Einwurf von Borna Sosa Richtung eigenes Tor streifte Torhüter Ron-Robert Zieler den Ball nur leicht - dieser trudelte daraufhin ins Netz. Hätte der Stuttgarter Schlussmann den Ball nicht mehr berührt, hätte der Treffer nicht gezählt und es hätte einen Eckball gegeben.

VfL Wolfsburg - Bor. Mönchengladbach 2:2 (1:1)

Borussia Mönchengladbach hat durch seine Auswärtsschwäche den Sprung auf die Champions-League-Plätze verpasst. Das Team von Trainer Dieter Hecking musste sich beim VfL Wolfsburg trotz einer zweimaligen Führung mit einem 2:2 (1:1) begnügen und wartet in der Bundesliga weiter auf den ersten Auswärtssieg seit sieben Monaten.

Torjäger Alassane Plea hatte die Fohlen in der 7. Minute mit seinem vierten Saisontreffer in Führung gebracht. Nur fünf Minuten später leitete der 23-Millionen-Euro-Rekordeinkauf aber den 1:1-Ausgleich durch Renato Steffen mit einem haarsträubenden Fehlpass in die Füße des Schweizers ein. Thorgan Hazard erzielte zu Beginn der zweiten Halbzeit das 2:1 (48.), doch VfL-Stürmer Wout Weghorst (59.) traf zum erneuten Ausgleich für die Hausherren. Bei den Gladbachern feierte der Schweizer Michael Lang auf der rechten Abwehrseite sein Bundesligadebüt. Kapitän Lars Stindl stand nach fünfmonatiger Verletzungspause erstmals wieder im Kader, Dauerläufer Jonas Hofmann bekam dagegen eine Pause verordnet. Beim den Wolfsburgern fielen Admir Mehmedi (Zeh) und Jeffrey Bruma (Fuß) verletzt aus.

Die Trainerstimmen zum 6. Spieltag

1. FC Nürnberg - Fortuna Düsseldorf 3:0 (1:0)

Der 1. FC Nürnberg hat erfolgreich Wiedergutmachung für die höchste Bundesliga-Pleite der Vereinsgeschichte geleistet. Drei Tage nach dem demütigenden 0:7 in Dortmund entschieden die effektiveren Franken das niveauarme Aufsteigerduell mit Fortuna Düsseldorf verdient mit 3:0 (1:0) für sich.

Kapitän Hanno Behrens (28., Foulelfmeter), Torjäger Mikael Ishak (64.) und der eingewechselte Federico Palacios (78.) bescherten dem 1. FCN mit ihren Toren den zweiten Saisonsieg. Vor der Nürnberger Führung hatte Dodi Lukebakio im Strafraum Tim Leibold gefoult. Düsseldorf, das mit fünf Punkten nun drei Zähler hinter dem Club liegt, wartet damit auch nach 13 Bundesliga-Gastspielen in der Noris auf den ersten Sieg dort (zwölf Niederlagen).

Hertha BSC - FC Bayern München 2:0 (2:0)

Herthas Ibisevic (l.) schirmt den Ball ab gegen den Münchner Boateng
Kein Vorbeikommen: Bayerns Boateng (r.) gegen Ibisevic Quelle: Reuters

Überraschungssieger Pal Dardai tanzte mit seinem Trainerstab ausgelassen auf der blauen Laufbahn. Jérôme Boateng, der mit einer dummen Grätsche die Münchner Pleite eingeleitet hatte, schlich nach kurzem Gruß in die Bayern-Kurve als erster Verlierer in die Kabine. Schon in der frühen Saisonphase hat sich der deutsche Fußball-Rekordmeister mit der 0:2 (0:2)-Niederlage bei Hertha BSC seine erste Ergebniskrise genommen. «Wir müssen jetzt nicht anfangen, alles schlecht zu machen. Das passiert. Wir werden zusehen, dass wir in den nächsten Spielen wieder erfolgreich sind», sagte Bayern-Trainer Niko Kovac bei Eurosport.

Mit viel Mut und dem ersten Sieg über den Münchner Rekordmeister nach neun Jahren und 226 Tagen sorgte Hertha BSC dafür, dass nach vielen Monaten erstmals wieder Spannung einzieht im Kampf um die Tabellenspitze in der Fußball-Bundesliga. Vor 74.469 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion machten Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic per Foulelfmeter (23. Minute) und Ondrej Duda (44.) die Überraschung für die unerschrockene Mannschaft von Trainer Pal Dardai perfekt. «Wir haben heute verdient gewonnen», sagte der Ungar. «Wir haben in den wichtigen Momenten wichtige und schöne Tore geschossen.» Hertha schloss nach Punkten (13) zum Spitzenreiter aus München auf. Dortmund, Bremen und Mönchengladbach können die Bayern nun am sechsten Spieltag von Platz eins stürzen. «Das war unglaublich. Wir haben Freude miteinander zu spielen», sagte Ibisevic.

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