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FC Bayern spielt nur Remis - Köln verliert weiter

Fußball-Bundesliga, 7. Spieltag

Die Trainerentlassung hat nicht den gewünschten Effekt gebracht: Bayern München hat sich im ersten Spiel nach Ancelotti mit einem 2:2 (1:0) bei Hertha BSC begnügen müssen. Zuvor hatte der SC Freiburg den ersten Dreier der Saison eingefahren. Die Breisgauer gewannen gegen Hoffenheim mit 3:2 (2:1). Zum Abschluss des Spieltages verlor Köln zuhause gegen Leipzig mit 1:2. Bereits am Samstag hatte Dortmund die Tabellenführung mit einem Sieg in Augsburg weiter ausgebaut.

 Salomon Kalou und Corentin Tolisso
Salomon Kalou und Corentin Tolisso Quelle: reuters

1. FC Köln - RB Leipzig 1:2 (0:1)

Auch mit dem neuen Hoffnungsträger Claudio Pizarro rutscht der 1. FC Köln in der Fußball-Bundesliga immer tiefer in die Krise. Die Mannschaft von Trainer Peter Stöger verlor trotz einer starken und leidenschaftlichen Leistung gegen Vizemeister RB Leipzig 1:2 (0:1) und vergab dabei erneut beste Chancen. An der sechsten Niederlage im siebten Ligaspiel konnte auch der in der 54. Minute eingewechselte Pizarro nichts ändern.

Statt des erhofften Befreiungsschlags kassierte Köln den nächsten Nackenschlag und steht mit nur einem Punkt am Tabellenende. Die Leipziger, für die Lukas Klostermann (30.) und Yussuf Poulsen (80.) trafen, sind nach dem Sieg mit 13 Zählern Vierter. Für den FC verkürzte Yuya Osako (82.). "Es ist einfach eine unglaublich schwierige Phase", sagte Torhüter Timo Horn bei Sky: "Mehr Chancen als heute haben wir uns in dieser Saison noch nicht rausgespielt. Aber wir nutzen sie nicht und machen hinten Fehler. Aber wir haben Leben in der Truppe, wir geben uns nicht auf."

Präsident Uli Hoeneß schaute mit zusammengepressten Lippen missmutig in den trüben Berliner Himmel, die Profis des FC Bayern stürmten wortlos in die Kabine. Trotz der Rückkehr aller Topstars im Spiel eins nach der Trennung von Carlo Ancelotti hat sich die Krise der Münchner durch das 2:2 (1:0) bei Hertha BSC weiter verschärft. Mit Willy Sagnol als Interimstrainer vergab der Rekordmeister eine 2:0-Führung und verpasste den dringend benötigen Stimmungsaufheller vor der Länderspielpause.

«Ohne Konzentration sind wir nicht mehr die stärkste Mannschaft in Deutschland, das ist klar», analysierte Sagnol den defensiv konfusen Auftritt seines Teams. Die Nachlässigkeiten habe das Team «schwer bezahlt». Der Auftritt vor 71 212 Zuschauern war dabei keine Werbung für eine dauerhafte Chefrolle von Sagnol. Die Diskussion um Thomas Tuchel als möglichen Nachfolger dürfte weiter an Fahrt aufnehmen. Der von Ancelotti zuletzt verschmähte Mats Hummels (10. Minute) und Robert Lewandowski (49.) sorgten für das standesgemäße 2:0 der Münchner. Ondrej Duda (51.) und Salomon Kalou (56.) nutzten jedoch die Patzer der Bayern-Verteidigung und ließen die Berliner sogar auf den ersten Sieg seit mehr als acht Jahren gegen München hoffen. «Wir haben gespürt, dass Bayern heute zu schlagen ist. Wenn überhaupt, dann heute», sagte Hertha-Coach Pal Dardai.

SC Freiburg - TSG Hoffenheim 3:2 (2:1)

SC Freiburg
SC Freiburg Quelle: epa

Der SC Freiburg hat 1899 Hoffenheim die erste Saisonniederlage in der Fußball-Bundesliga zugefügt. Die Mannschaft von Trainer Christian Streich bezwang den Tabellenzweiten am Sonntag im badischen Derby mit 3:2 (2:1) und feierte am 7. Spieltag den ersten Sieg der Spielzeit.

Der 19 Jahre alte Debütant Robin Hack hatte die Gäste von Coach Julian Nagelsmann in Führung gebracht (14. Minute). Florian Niederlechner (15.), Caglar Söyüncu (18.) und Pascal Stenzel (87.) drehten vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwald-Stadion die Partie. Der Freiburger Julian Schuster (90. +2) traf kurz vor Schluss ins eigene Tor.

Die Trainerstimmen zum Spieltag

Keine Siegerparty zum 130. Klub-Geburtstag: Der Hamburger SV hat im 107. Bundesliga-Nordderby den ersehnten Befreiungsschlag verpasst. Das Team von Trainer Markus Gisdol trennte sich einen Tag nach dem großen Jubiläum mit 0:0 vom ewigen Rivalen Werder Bremen. Damit verpasste der Bundesliga-Dino trotz eines engagierten Auftritts am siebten Liga-Spieltag erneut den 500. Heimsieg in der höchsten deutschen Spielklasse.

Auch für Werder ist der Punktgewinn vor 54.613 Zuschauern im Volksparkstadion kein großer Fortschritt. Das Team um Coach Alexander Nouri ist siegloser 16., saisonübergreifend warten die Grün-Weißen schon seit zehn Partien auf einen Dreier. Vor dem gegnerischen Tor fehlte sowohl dem SVW als auch dem lange stärkeren HSV der entscheidende Schuss Kaltschnäuzigkeit.

FC Augsburg - Borussia Dortmund 1:2 (1:2)

Hacke, Lupfer, Spitze: Borussia Dortmund hat auf die Schlappe gegen Real Madrid zumindest eine Halbzeit lang mit begeisterndem Offensivfußball reagiert und führt die Bundesliga nach einem 2:1 (2:1) beim FC Augsburg weiterhin an. Die Schlitzohrigkeit von Andrej Jarmolenko und ein Traumtor von Shinji Kagawa verhalfen dem BVB dabei zum Sieg, der in der zweiten Halbzeit allerdings mehrfach auf der Kippe stand. Der Ukrainer Jarmolenko (4.) brachte die Dortmunder nach einer Ecke mit der Hacke aus kurzer Entfernung früh in Führung. Augsburg hatte durch Caiuby (11.) per Kopf eine schnelle Antwort. Dann traf der Japaner Kagawa (23.) mit einem Lupfer der Marke Tor des Monats zum 2:1. Pierre-Emerick Aubameyang (79.) vergab überheblich einen Foulelfmeter, der erst nach Eingreifen des Videoschiedsrichters gegeben worden war.

Dortmund ist nun saisonübergreifend seit 13 Partien ungeschlagen und festigte mit dem sechsten Erfolg dieser Spielzeit seine Tabellenführung. Augsburg musste hingegen erstmals seit dem ersten Spieltag eine Niederlage hinnehmen und verlor erstmals seit April wieder ein Heimspiel. Dennoch steht die Mannschaft von Trainer Manuel Baum in der Tabelle gut da.

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart 2:1 (1:0)

Eintracht Frankfurt kann im eigenen Stadion doch noch gewinnen. Im 50. Spiel mit Trainer Niko Kovac besiegten die Hessen den VfB Stuttgart trotz langer Unterzahl 2:1 (1:0) und holte die ersten drei Heim-Punkte der Saison. Die Gäste müssen hingegen weiter auf ihren ersten Auswärtspunkt nach dem Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga warten. Ante Rebic (42.) und Sebastien Haller (90.+3) trafen vor 51.500 Zuschauer in der ausverkauften WM-Arena für die Eintracht. Simon Terodde (61.) hatte Sekunden nach seiner Einwechselung den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. Für Stuttgart war es die siebte Bundesliga-Auswärtspleite in Folge.

In der 65. Minute nahm Schiedsrichter Felix Brych nach Absprache mit dem Video-Assistenten einen Elfmeter für den VfB zurück und entschied auf Freistoß von der Strafraumgrenze. Frankfurts Simon Falette sah in dieser Szene für seine Notbremse gegen Terodde die Rote Karte.

VfL Wolfsburg - Mainz 05 1:1 (0:0)

Immer noch ungeschlagen, aber weiterhin ohne Sieg: Auch gegen seinen Ex-Klub FSV Mainz 05 ist Trainer Martin Schmidt mit dem VfL Wolfsburg der erhoffte Befreiungsschlag nicht gelungen. Nach einer schwachen Leistung kamen die Niedersachsen über ein 1:1 (0:0) nicht hinaus, im dritten Spiel unter dem neuen Coach gab es somit das dritte Remis. «Wenn man dass Spiel von der 30. bis zur 70. Minute sieht, dann war es zu wenig», kommentierte der Coach Martin Schmidt das Remis: «Wenn man das ganze Spiel sieht, ist es in Ordnung.»

Per Kopf gelang Josuha Guilavogui in der 55. Minute der Führungstreffer. Auch der Ausgleich wurde per Kopfball erzielt, in der 74. Minute überwand Yoshinori Muto VfL-Torhüter Koen Casteels. In der Nachspielzeit sah der eingewechselte Wolfsburger Paul-Georges Ntep wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (90.+2). Die Norddeutschen warten damit seit April auf einen Erfolg vor eigenem Publikum. Aber auch die Negativserie der Gäste setzte sich fort, der letzte Mainzer Dreier auf fremdem Platz gelang im Februar.

Bor. M'gladbach - Hannover 96 2:1 (0:0)

Hannover 96 ist besiegt. Nach sechs Spielen ohne Niederlage seit der Rückkehr in die Fußball-Bundesliga verlor der Aufsteiger am Samstag 1:2 (0:0) bei Borussia Mönchengladbach. Zwölf Punkte aus sieben Spielen sind dennoch eine gute Ausbeute. Gladbach rückte dank Siegtorschütze Thorgan Hazard (90.+4/Foulelfmeter nach Videobeweis) bis auf einen Punkt an 96 heran. Matthias Ginter (67.) hatte die Borussia in Führung gebracht, Martin Harnik für die Gäste ausgeglichen (71.).

Gladbachs Trainer Dieter Hecking hatte am Samstagnachmittag eine Sorge weniger: Stammtorhüter Yann Sommer kehrte nach überstandenen Kniebeschwerden für Ersatzmann Tobias Sippel zwischen die Pfosten zurück und war ein sicherer Rückhalt. Allerdings nahm die Partie erst Mitte der zweiten Hälfte an Fahrt auf. So forderte Hannover in der 74. Minute nach einem vermeintlichen Handspiel von Fabian Johnson Elfmeter. Schiedsrichter Christian Dingert entschied nach Videobeweis nicht auf Strafstoß. Harnik traf in der 87. Minute aus kurzer Distanz nur die Latte. In der Schlussminute hatte Jannik Vestergaard das 2:1 für die Borussia auf dem Kopf. In der Nachspielzeit entschied Dingert nach Videobeweis auf Foulelfmeter für Gladbach, den Hazard sicher verwandelte.

Schalke 04 - Bayer Leverkusen 1:1 (1:0)

Zum Auftakt des 7. Spieltages hatte Schalke 04 zuhause einen Dreier verpasst und damit auch den Sprung auf einen Europapokal-Platz. Die Knappen kamen gegen Bayer Leverkusen nur zu einem 1:1 und warten seit nunmehr drei Spielen auf einen Sieg.

Dabei waren die Leverkusener, die zuletzt dreimal in Folge auf Schalke gewonnen hatten, über weite Strecken mit schnellem Kombinationsfußball die bessere Mannschaft. Doch Leon Goretzka brachte die Gastgeber mit einem direkt verwandelten Freistoß in Führung (34.), der eingewechselte Leon Bailey glich im Duell der langjährigen Europacupstammgäste, die nach der verkorksten Vorsaison zurück ins internationale Geschäft wollen, vor 61.515 Zuschauern aus (61.). "Wir sind gut reingekommen, verlieren aber den Faden und kassieren das Tor. Dann sind wir zurückgekommen, das tut gut", sagte Leverkusens Lars Bender. "Es fühlt sich wie zwei verlorene Punkte an. Ich hatte noch eine riesige Torchance", sagte dagegen ein geknickter Goretzka, der in der 42. Minute freistehend das 2:0 vergab.

Ein emotionales Comeback feierte Schalkes Rekordeinkauf Breel Embolo. 349 Tage nach seiner schweren Knöchelverletzung mit Wadenbeinbruch stand der Schweizer wieder in der Startelf. "Es war die schwerste Zeit meines Lebens", sagte der 20-Jährige, der im Sommer 2016 für 22,5 Millionen Euro plus Boni verpflichtet worden war. Nach drei Kurzeinsätzen mit insgesamt 55 Minuten war der Schweizer Nationalspieler "in einem sehr, sehr guten körperlichen Zustand", sodass Trainer Domenico Tedesco das lange Warten beendete.

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